ACE fordert inhaltliche Neuorientierung des KBA

Stuttgart (ACE) 9. Dezember 2016 – Nach der Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland wegen zu laxer Abgaskontrollen fordert der Vorsitzende des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub, Stefan Heimlich, bei den Prüfaktivitäten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) mehr Transparenz und einen offensiven und verbraucherorientierten Umgang mit Prüfergebnissen.

„Es kann nicht sein, dass Informationen der zuständigen Aufsichtsbehörde nur häppchenweise und auf Druck der Öffentlichkeit ans Tageslicht kommen. Mit dieser Zurückhaltung von verbraucherrelevanten Informationen zeigt sich das KBA als Interessenvertreter der Autoindustrie und nicht der Verbraucher. Das KBA ist für die ordnungsgemäße Zulassung von Fahrzeugtypen zuständig und ist damit auch den Verbrauchern verpflichtet, die mit dieser Zulassung erwarten, dass die beworbenen Verbrauchswerte auch eingehalten werden. Diese Verpflichtung erfordert eine lückenlose Transparenz und damit ein offensives Eintreten für Verbraucherinteressen. Diese klare Darstellung muss auch im Sinne der Industrie sein, denn nur so kann das verloren gegangene Vertrauen zurückgewonnen werden und Vertrauen ist die Basis für gute Geschäfte. Ein Amt, das eher die Fehler der Automobilindustrie versteckt, als seinen Aufgaben nachkommen will, entzieht sich selbst die Basis für seine Arbeit. Diese Auffassung wird offensichtlich auch von der EU geteilt“, so Stefan Heimlich.

Bereits in der Vergangenheit hatte das KBA bei der Nachuntersuchung der Abgasaffäre sämtliche Ergebnisse nur zögerlich veröffentlicht. Aktuell gibt es den Verdachtsfall, dass Porsche bei Verbrauchsmessungen auf dem Prüfstand mit einer Lenkradkennung getrickst hat.
 

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu