ACE: Aufrütteln aber Autofahrer nicht vor den Kopf stoßen – ÖPNV massiv ausbauen

Stuttgart (ACE) 14. Oktober 2016 – Unmittelbar vor Beginn der zweiten Feinstaub-Saison in Stuttgart hat der ACE den Feinstaubalarm als wichtiges Signal und Fingerzeig in Richtung Industrie bezeichnet: „Seit Jahrzehnten ist die Luft in vielen Städten und insbesondere in Stuttgart viel zu dreckig.
Klar ist: ‚Weiter wie bisher' steht nicht mehr zur Debatte. Vielmehr muss endlich etwas geschehen. Deshalb müssen alle Feinstaubverursacher aufgerüttelt werden, egal ob es sich um Pendler, die Industrie oder Anwohner handelt, die trotz Feinstaubalarm ihre Komfortöfen anschüren", so Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub.

Der freiwillige Feinstaub-Alarm sei dafür ein geeignetes Mittel, denn erstmals würde das Thema Luftverschmutzung ein breites Publikum erreichen. „Endlich wird gemeinsam über saubere Luft und Alternativen bei der Verkehrsmittelwahl nachgedacht und diskutiert. Aus unserer Sicht müssen jetzt alle zusammenarbeiten, um die Situation nachhaltig zu ändern", so Heimlich. Der ACE sieht dabei die Autohersteller und Betreiber des Nahverkehrs in gleicher Weise in der Pflicht: „Die Industrie muss nun wirklich saubere und günstige Fahrzeuge herstellen, denn langfristig wird es in den Innenstädten auf emissionsfreie Zonen hinauslaufen. Bei dieser Entwicklung dürfen sich die deutschen Hersteller nicht abhängen lassen."
Darüber hinaus müssten zeitgemäße Alternativen geschaffen werden: „Gerade was den ÖPNV angeht ist Stuttgart eine Katastrophe: Bahnen kommen zu spät und sind vor allem im Umland oft nicht aufeinander abgestimmt.

So wird niemand freiwillig umsteigen", so Heimlich weiter. Benötigt werde ein massiver Ausbau des Angebots vor allem auf dem Land und W-LAN in allen Zügen, wie es in anderen Ländern schon seit Jahren Standard sei.

Aus Sicht des ACE leiden insbesondere die Geringverdiener unter der verschmutzten Luft. „Wer eine günstige Wohnung sucht, findet die meist in der Nähe von vielbefahrenen Straßen und bezahlt mit seiner Gesundheit. Diese soziale Ungerechtigkeit muss ein Ende haben. Dabei ist auch ganz klar: Wir dürfen die Besitzer von aktuellen Autos nicht vor den Kopf stoßen und durch Fahrverbote quasi enteignen. Es muss Übergangsregelungen geben, die eine intelligente Kombination aus Privatfahrzeugen und öffentlichem Nahverkehr ermöglichen."

Projekt „Gute Wege" zeigt Potenzial von Mobilitätsmanagement

Mit dem Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit“ unterstützt der ACE Firmen und ihre Beschäftigten dabei, auf Bus, Bahn, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften umzusteigen.


>> Pressefoto: Feinstaub-Alarm in Stuttgart

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu