Zukunftsforscher wirft deutschen Herstellern "unfassbare Arroganz" vor

Stuttgart (ACE) 15. November 2016 – In der aktuellen Ausgabe der Mitglieder-Zeitschrift ACE LENKRAD kritisiert der Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel die Kultur in der deutschen Automobilbranche. Noch vor zwei Jahren hätte es zum Beispiel bei Mercedes oder Volkswagen geheißen: „Das mit den E-Autos, das wird nie was werden." Laut Dr. Wenzel „eine Arroganz, die ich unfassbar finde".

Vor allem, da die Entwicklung frühzeitig erkennbar gewesen sei: „Dass wir aus der Verbrennungsmotoren-Kultur rausgehen müssen, war schon vor zehn Jahren an vielen Stellen absehbar. Der Wandel findet jetzt statt und die deutsche Automobilindustrie ist relativ schlecht darauf vorbereitet." Ursache laut Dr. Wenzel: Viele Autopioniere und CEOs der großen Unternehmen hätten „Benzin im Blut" und seien immer noch in der klassischen Ingenieurkultur verhaftet. „Man hört, dass deshalb alle beten, Tesla solle doch bitte scheitern. Ich glaube jedoch nicht, dass Tesla der einzige Akteur ist, der in den nächsten Jahren das Rennen machen wird."

Der Verbrennungsmotoren-Verkehr der vergangenen Jahrzehnte sei dagegen „wie mit dem Kopf gegen die Wand". Die Ressourcen seien begrenzt, die Zeit laufe ab. Schon im Jahr 2022, vielleicht sogar noch eher, könne es zu einer Preis-Parität von konventionellen Autos und E-Autos kommen. Vorbild für eine andere Kultur und den schnellen Wandel seien Firmen wie Google: „Mit ihrer Fehlertoleranzkultur darf in der Entwicklung auch mal etwas schiefgehen. So kann Mobilität neu definiert werden."

Autos gegen Daten: Zukunftsforscher spricht von "relativ wildem Szenario"

Ein aktuell diskutiertes Modell, wonach Autos oder die Automobilität in Zukunft kostenlos sein könnten, wenn die Nutzer die Rechte an ihren im Auto erhobenen Daten preisgeben, erachtet der Zukunftsforscher dagegen als „relativ wildes Szenario".


>> ACE LENKRAD-Interviewmit Dr. Eike Wenzel: Zukunftsforschung – Trends der Mobilität

>> Pressefoto:Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel

 

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