- Knapp 10 Prozent mehr Unfälle in der Woche nach der Zeitumstellung
- Berufsverkehr verlagert sich in die Dämmerung, wenn Wild besonders aktiv ist
- Rücksichtnahme und defensive Fahrweise erforderlich
Berlin (ACE) – Mit der bevorstehenden Umstellung auf die Sommerzeit verändern sich gleich mehrere Rahmenbedingungen im Straßenverkehr spürbar: Insbesondere Müdigkeit, veränderte Lichtverhältnisse und vermehrtes Wildaufkommen erhöhen das Unfallrisiko. Der ACE Auto Club Europa appelliert daher eindringlich, nun besonders aufmerksam am Straßenverkehr teilzunehmen.
Ein Blick auf die Unfallbilanz des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2024 zeigt: In der Woche nach der Zeitumstellung ereigneten sich 9,7 Prozent mehr Verkehrsunfälle als in der Woche zuvor (siehe ACE-Grafik). Bemerkenswert ist dabei, dass die Vergleichswoche in die Osterzeit und damit in eine Phase fiel, in der das Unfallgeschehen durch Feiertage üblicherweise eher rückläufig ist. Dennoch kam es nach der Zeitumstellung zu 309 zusätzlichen Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Das ist ein deutliches Warnsignal und unterstreicht die Notwendigkeit erhöhter Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.
Wildwechsel im Frühjahr nicht unterschätzen
Im Frühjahr nimmt die Aktivität von Wildtieren deutlich zu. Besonders in den frühen Morgenstunden sowie in der Dämmerung kommt es vermehrt zu Wildwechsel auf Straßen. Mit der Zeitumstellung am Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt, wodurch sich der morgendliche Berufsverkehr wieder stärker in die Dämmerungsphase verlagert. Damit fallen Pendelzeiten und erhöhte Wildaktivität zeitlich zusammen, was das Risiko von Wildunfällen deutlich erhöht. Unangepasste Geschwindigkeit erhöht das Risiko schwerer Kollisionen mit Rehen, Wildschweinen und Co. erheblich. ACE-Tipp: In waldreichen Gebieten und auf bekannten Wildwechselstrecken sollte die Geschwindigkeit reduziert und der Fahrbahnrand besonders aufmerksam beobachtet werden. Bei Wildsichtung gilt: Kontrolliert bremsen und riskante Ausweichmanöver vermeiden.
Müdigkeit und Konzentrationsdefizite als Unfallfaktor
Die Zeitumstellung führt bei vielen Verkehrsteilnehmenden zu einer kurzfristigen Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Wer eine Stunde „verliert“, ist häufig weniger ausgeschlafen und reagiert langsamer auf Verkehrssituationen. Dadurch steigt das Risiko von Auffahrunfällen und Fehlentscheidungen, insbesondere im Berufsverkehr. Müdigkeit kann die Reaktionszeit erheblich verlängern und die Wahrnehmung einschränken. Der ACE empfiehlt, in den Tagen nach der Umstellung bewusst mehr Zeit für Wege einzuplanen und auf ausreichende Erholung zu achten. Auch kurze oder gewohnte Strecken sollten nicht unterschätzt werden.
Veränderte Lichtverhältnisse am Morgen
Mit der Umstellung auf die Sommerzeit ist es abends länger hell, während es morgens zunächst wieder dunkler ist. Gerade in den frühen Pendelzeiten führt dies zu schlechteren Sichtbedingungen für alle Verkehrsteilnehmenden. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte daher verstärkt auf gute Sichtbarkeit achten, um die Unfallgefahr zu reduzieren. Der ACE rät daher, Beleuchtung und reflektierende Elemente konsequent zu nutzen. Autofahrende sollten besonders aufmerksam auf schwächere Verkehrsteilnehmende achten, die mit steigenden Temperaturen wieder vermehrt am Verkehr teilnehmen.
Mehr Verkehr durch saisonale Veränderungen
Mit den steigenden Temperaturen und dem Beginn der Ausflugszeit wird es auf den Straßen spürbar voller. Neben Autos sind nun auch vermehrt Fahrräder, Motorräder und Zufußgehende unterwegs. Das Verkehrsgeschehen wird somit insgesamt komplexer. Besonders innerorts und an Kreuzungen kann es dadurch schneller zu unvorhergesehenen Situationen kommen. Gerade wer motorisiert unterwegs ist, fährt jetzt am besten noch aufmerksamer, mit angepasstem Tempo und immer bereit zu reagieren.
Weitere Informationen:
>> ACE-Grafik zu Verkehrsunfällen vor und nach der Sommerzeitumstellung 2024 (redaktionell frei nutzbar)
>> Wildunfall: Was nach einem Zusammenstoß zu tun und was verboten ist
>> Die Zweiräder sind zurück – Rücksicht ist Pflicht
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