Winterreifen – was ist Pflicht, was sind die Vorteile?

Berlin (ACE) – Der Sommer ist vorbei, die Wärme weicht langsam regnerischen Tagen und Kälte. So, wie wärmere Bekleidung notwendig wird, ist es auch beim Auto Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Doch wann sollten die Reifen eigentlich gewechselt werden? Gibt es eine Winterreifenpflicht in Deutschland? Was unterscheidet einen Winter- von einem Sommerreifen? Um sicher durch den Winter zu kommen, gibt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, Antworten auf diese und weitere Fragen rund um Winterbereifung.

Besteht in Deutschland Winterreifenpflicht?

In Deutschland gilt die sogenannte „situative Winterreifenpflicht“. Das heißt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nur gefahren werden, wenn die Reifen eine M+S-Kennzeichnung tragen. Noch besser ist, wenn sich das neue Alpine-Symbol, ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke, auf dem Reifen befindet. Winterreifen mit der bisher gängigen M+S-Kennzeichnung haben bis zum 30.09.2024 Bestandschutz.

Warum eigentlich Winterreifen?

Winterreifen haben eine andere Gummimischung und ein anderes Rillenprofil als Sommerreifen. Schnee und Matsch können sich so sehr viel schwieriger festsetzen. Unterhalb von etwa plus sieben Grad haften Winterreifen dank ihrer speziellen Gummimischung besser als Sommerreifen. Deshalb können Autofahrerinnen und Autofahrer bei niedrigen Temperaturen mit Winterreifen vor allem besser bremsen – ein entscheidender Sicherheitsaspekt.

Welche Profiltiefe ist vorgeschrieben?

Hinsichtlich der Profiltiefe liegt die gesetzliche Untergrenze in Deutschland bei 1,6 mm. Wir raten jedoch dringend dazu, bei weniger als vier Millimetern Profil neue Reifen anzuschaffen. Tipp: Stecken Sie eine Euromünze so in die Rillen des Reifens, dass sie aufrecht steht und man „1 Euro“ ablesen kann. Bei einem Profil von 4mm muss der untere Rand der „1“ gerade eben im Reifen verschwinden.

„Von O bis O“ – wozu der Leitsatz?

Die Faustregel „Von O bis O“, von Oktober bis Ostern, dient als Orientierungshilfe, den idealen Zeitpunkt für den Reifenwechsel zu beherzigen. Denn der Herbst ist trügerisch: Ab Oktober ist damit zu rechnen, dass die Temperaturen plötzlich und rapide sinken. Nässe, und in höheren Lagen sogar Schnee, sind ebenfalls einzuplanen.

Sind die Regeln zu Winterreifen in der EU einheitlich?

Nein, das sind sie nicht. Man sollte sich unbedingt vor Reiseantritt informieren, wie die Regelungen zu Winterreifen und zum Winterstraßenverkehr generell im Ziel-Land sind. Der ACE informiert über die Länderinformationen auf seiner Website.

Welche Konsequenzen sind denkbar, wenn Autofahrer keine Winterreifen aufziehen?

Ohne Winterreifen durch Schnee und Eis zu fahren kann teuer werden: ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg drohen. Bei Behinderung oder Gefährdung des Verkehrs sogar 80 Euro. Zudem kann es bei einem Unfall oder im Schadenfall zu Leistungskürzungen des Versicherers kommen, wenn die falsche Bereifung Ursache des Unfalls war oder sich schadenserhöhend ausgewirkt hat.


Weitere Informationen

>> Ratgeber Winterreifenpflicht

>> TV-Beitrag: Der ACE im Morgenmagazin

 

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