- Fahrzeug vor dem Radwechsel zuverlässig sichern
- Reifen und Felgen auf Schäden und Verschleiß prüfen
- Herstellervorgaben für Montage und Drehmoment beachten
Berlin (ACE) – Für viele Autofahrende steht in den kommenden Wochen der Wechsel von Sommer- auf Winterräder an. Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Ganzjahres- oder Winterreifen montiert sein, die das Alpine-Symbol beziehungsweise „Three Peak Mountain Snowflake“-Symbol tragen. Wer Kompletträder selbst wechseln möchte, sollte dabei sorgfältig und systematisch vorgehen. Der ACE Auto Club Europa erklärt, worauf beim Radwechsel in Eigenregie zu achten ist.
Räder und Felgen vor dem Wechsel prüfen
Für den Radwechsel werden ein Radkreuz, ein Drehmomentschlüssel mit passendem Steckschlüsselaufsatz, ein geeigneter Wagenheber und das Fahrzeug-Handbuch benötigt. Zudem sind Unterstellböcke notwendig und Unterlegkeile sinnvoll. Auch Handdrahtbürste, Markierstift sowie ein Reifendruckprüfer beziehungsweise ein mobiler Kompressor können hilfreich sein. Vor der Montage müssen Reifen und Felgen kontrolliert werden: Risse, Ausbeulungen, stark beschädigte oder verformte Felgen, übermäßiger Rost und fehlende Auswuchtgewichte dürfen nicht unbeachtet bleiben. Fehlen Auswuchtgewichte, ist ein erneutes Auswuchten in der Werkstatt erforderlich. ACE-Tipp: Fehlende Auswuchtgewichte lassen sich oft an einer zitternden Lenkung erkennen.
Der ACE empfiehlt mindestens drei Millimeter Profil bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen, auch wenn die gesetzliche Mindestprofiltiefe in Deutschland 1,6 Millimeter beträgt. Das Reifenalter lässt sich anhand der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Ab etwa sechs Jahren kann die Haftung durch die Alterung des Materials bereits stark nachgelassen haben, Reifen sollten daher nicht älter als sechs bis maximal zehn Jahre sein.
Fahrzeug sicher abstellen und Reifen markieren
Der Wechsel muss auf einer ebenen, festen und nicht abschüssigen Fläche erfolgen. Stark befahrene Straßen sind beispielsweise dafür ungeeignet. Das Fahrzeug ist mit Hand- beziehungsweise Feststellbremse und idealerweise zusätzlich mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen zu sichern. Bei laufrichtungsgebundenen Reifen geben die Kennzeichnungen „Rotation“ oder „Direction“ sowie ein Pfeil auf der Reifenflanke die Drehrichtung des Reifens an. Daraus lässt sich schließen, ob das Rad auf der linken oder rechten Fahrzeugseite montiert wird. Das Reifenpaar mit dem besseren Profil gehört unabhängig davon, ob das Auto Vorder- oder Hinterradantrieb hat, auf die Hinterachse. Diese ist für die Spurführung entscheidend und macht das Auto im Grenzbereich besser beherrschbar.
Vor dem Anheben sollten die Radschrauben etwa eine halbe Umdrehung gelöst werden. Außerdem sollte die bisherige Position der abgenommenen Räder, beispielsweise mit „VR“ für vorne rechts, markiert werden. Reifen verlieren während der Lagerung über mehrere Monate meist etwas Luft. Wer keinen eigenen Kompressor besitzt, sollte daher vor der Einlagerung den Reifendruck an der Tankstelle um zehn Prozent erhöhen. Als Grundlage für den zusätzlichen Druck dient dabei der als maximal zulässig angegebene. Gelagerte Kompletträder sollten sauber und vollständig trocken sein sowie liegend, kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden.
Beim Anheben unbedingt das Fahrzeug sichern
Ein Bordwagenheber darf ausschließlich an den dafür vorgesehenen Aufnahmepunkten nach Vorgabe des Fahrzeugherstellers angesetzt werden. Bei der Verwendung eines Rangierwagenhebers ist eine geeignete stabile Aufnahmestelle am Fahrzeug zu wählen, beispielsweise am Achsträger, und zwischen Wagenheber und Fahrzeug sollte ein Gummischoner sein. Die zulässige Traglast des Wagenhebers darf nicht überschritten werden.
Wird eine komplette Achse angehoben, sollte das Fahrzeug mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert werden. Bevor Räder gelöst werden, muss das angehobene Fahrzeug unbedingt mit Unterstellböcken abgesichert werden. Rost und Schmutz an Radnaben, Bremsscheiben beziehungsweise -trommeln, Schrauben und Auflageflächen sind mit einer Handdrahtbürste zu entfernen, da Verunreinigungen zwischen Rad und Fahrzeug das spätere Lösen der Radschrauben begünstigen können.
Drehmoment und Reifendruck abschließend kontrollieren
Radschrauben und Radmuttern dürfen weder gefettet noch geölt werden. Beim Montieren der Räder werden die Radschrauben beziehungsweise Radmuttern zunächst von Hand angesetzt und anschließend über Kreuz mit dem Radkreuz handfest angezogen, jedoch noch nicht endgültig fest. Erst wenn das Fahrzeug wieder vollständig auf dem Boden steht, werden die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel auf das vom Fahrzeug- oder Felgenhersteller vorgegebene Drehmoment angezogen. Nach Gebrauch muss der Drehmomentschlüssel wieder entspannt werden. Anschließend muss der Reifendruck angepasst werden. ACE-Tipp: Die Angaben zum Reifendruck befinden sich je nach Fahrzeug im Fahrzeugmenü oder Handbuch und zusätzlich im Tankdeckel oder am Türholm.
Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem kann der Radwechsel je nach System über das Fahrzeugmenü bestätigt oder ein erneutes Anlernen erforderlich werden. Neuere Fahrzeuge erkennen den montierten Radsatz häufig selbst, während eine anhaltende Fehlermeldung auch auf defekte Sensoren oder leere Sensorbatterien hinweisen kann. Seit der Erstzulassung 1. November 2014 ist ein Reifendruckkontrollsystem bei Pkw verpflichtend. ACE-Tipp: Nach etwa 50 Kilometern sollten alle Radschrauben nochmals mit dem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.
Weitere Informationen:
>> Ganzjahresreifen sind nicht für jedes Fahrprofil die richtige Wahl
>> Allwetterreifen im ACE-Reifentest
>> Reifenkauf: Online-Schnäppchen oder Service-Paket vom Händler?
Für Rückfragen und Interviewwünsche
ACE Pressestelle, Tel.: 030 278 725-15,
E-Mail: presse@ace.de, Invalidenstraße 29, 10115 Berlin
LinkedIn: linkedin.com/company/ace-auto-club-europa-e-v-
