Verkehrsaufkommen sinkt nicht von allein – Anreize für den Umstieg sind gefragt

Nur eine Woche nach Beginn der Feinstaub-Saison in Stuttgart belegen sämtliche Messdaten, wie stark das Verkehrsaufkommen zur Feinstaub-Belastung beiträgt. Bei gleichbleibender Wetterlage schnellt die Feinstaub-Belastung am Montag und Dienstag in die Höhe und liegt mit 50 beziehungsweise 53 Mikrogramm pro Kubikmeter über dem Grenzwert zum Schutz der Gesundheit. Und die Stadt: wartet einfach auf Wind.

Stefan Heimlich, Vorsitzender des zweitgrößten deutschen Autoclubs ACE: „Der freiwillige und bekannte Aufruf »Bitte lassen Sie Ihr Auto stehen« scheint zu verpuffen und macht deutlich, von allein verändert sich das Mobilitätsverhalten von Unternehmen, Anwohnern und Pendlern nicht. Ein Umwelttagesticket für den öffentlichen Nahverkehr mag sich für den ersten Moment gut anhören. Doch wenn Bahnen nicht in guter Taktung kommen, Verbindungen, vor allem im Umland, nicht zuverlässig aufeinander abgestimmt sind, dann steigt niemand freiwillig und erst recht nicht dauerhaft um."

Aus Sicht des ACE muss der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und stärker werden. Dazu gehören insbesondere bessere Anschlussverbindungen. Darüber hinaus muss die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs vorangetrieben werden. Dass es geht, zeigen Städte wie Berlin, Köln oder auch Hannover. Hier fahren bereits E-Busse.

An die Verbraucher appelliert der ACE, die Alternativen zum privaten Pkw tatsächlich auszuprobieren und das vorhandene Angebot mit Bus und Bahnen nicht zu unterschätzen, auch wenn es verbessert werden muss. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, stehen wir vor verschlossen Toren und kommen gar nicht mehr in die Stadt. Wir müssen jetzt anfangen, unser Mobilitätsverhalten zu verändern – der Aufschub ist aufgebraucht“, so Stefan Heimlich.

Pendler, die nicht auf das Auto verzichten können, sollten Fahrgemeinschaften testen. Mobilitäts-Apps helfen Mitfahrer zu finden. Heimlich betont: „Nähme jeder bisher allein im Auto sitzende Pendler nur eine Person mit, würden wir bei der Lösung der Verkehrsprobleme schon einen großen Schritt weiterkommen."

Da auch Unternehmen viel zu dazu beitragen können, damit die Beschäftigten auf dem Weg zur und von der Arbeit den Nahverkehr oder Fahrgemeinschaften nutzen, engagiert sich der ACE für das betriebliche Mobilitätsmanagement, mit dem Projekt »Gute Wege« www.gute-wege.de.

Nach einer individuellen Mobilitätsanalyse werden den Unternehmen passgenaue Veränderungen vorgeschlagen, wie zum Beispiel die Einführung von Firmentickets oder Diensträdern. Projektleiter Stefan Haendschke: „Wir begleiten Unternehmen bei ihren ersten Schritten, wir halten Vorträge und richten Aktionstage aus, auf denen Beschäftigte beispielsweise Pedelecs ausprobieren oder sich über Mobilitäts-Apps informieren können. Wichtig ist hierbei, dass auch die Beschäftigen die Verankerung des Mobilitätsmanagement einfordern.“

Das Credo muss lauten: »Handeln statt Abwarten«. Dazu ruft der ACE Unternehmen, Politik, Anwohner und Pendler auf.

>> Pressefoto:  Feinstaubalarm in Stuttgart


>> ACE-Infoseite rund um das Thema Feinstaubalarm in Stuttgart

 

Über den ACE Auto Club Europa e.V.:
Der ACE Auto Club Europa ist mit mehr als 620.000 Mitgliedern Deutschlands zweitgrößter Mobilitätsclub: Egal ob mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad, Flieger oder Motorrad unterwegs, als verkehrsmittelübergreifender Mobilitätsbegleiter bietet der ACE jederzeit Schutz, damit es weiter geht. Kernleistung ist dabei die Pannenhilfe.