- Tiere im Fahrzeug gut gegen Verrutschen und Umherfliegen sichern
- Sicherungsmöglichkeiten von Größe des Tieres abhängig
- Gültigkeit von Heimtierausweis und Tollwutimpfung prüfen
Berlin (ACE) – Ob Sommerurlaub, Wochenendausflug oder Besuch bei Verwandten: Viele Haustiere begleiten ihre Halterinnen und Halter auf Reisen. Damit die Fahrt für Mensch und Tier sicher verläuft, erläutert der ACE Auto Club Europa wie Tiere beim Transport im Auto richtig gesichert werden.
Tiere im Auto stets fachgerecht sichern
Bei Fahrten mit dem Auto gilt: Haustiere dürfen keinesfalls ungesichert im Fahrzeuginnenraum transportiert werden. In Deutschland werden Tiere rechtlich wie Ladung behandelt und müssen so gesichert sein, dass sie weder verrutschen noch bei Brems- oder Ausweichmanövern durch das Fahrzeug geschleudert werden können. Auch in vielen anderen europäischen Ländern gelten vergleichbare Anforderungen an den sicheren Tiertransport. Ungesicherte Tiere können Fahrerinnen und Fahrer während der Fahrt zudem erheblich ablenken, etwa wenn sie sich frei im Fahrzeug bewegen, in den Fußraum gelangen oder auf die Rückbank springen. Dadurch steigt das Unfallrisiko deutlich. Bei einer Vollbremsung oder einem Aufprall können ungesicherte Tiere nicht nur selbst verletzt werden, sondern aufgrund der enormen Kräfte zugleich zur Gefahr für die übrigen Insassen werden.
Verschiedene Sicherungssysteme kombinieren
Um Tiere sicher zu transportieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Transport auf dem Schoß oder ungesichert auf einem Fahrzeugsitz ist selbst auf kurzen Strecken unzulässig und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Auch der Beifahrersitz oder dessen Fußraum sind tabu. Selbst bei deaktiviertem Frontairbag bietet dieser Bereich dem Tier nur wenig Schutz, da die Transportbox bei einer Vollbremsung oder einem Frontalaufprall verrutschen, kippen oder gegen Armaturenbrett und Windschutzscheibe geschleudert werden kann. Ist der Frontairbag aktiviert, erhöht dessen Auslösung das Verletzungsrisiko zusätzlich.
Option 1: Transportbox
Katzen sowie kleinere Tiere sollten grundsätzlich in verschlossenen Transportboxen befördert werden. Kleine Transportboxen sollten im Fußraum hinter den Vordersitzen oder quer zur Fahrtrichtung auf der Rückbank platziert werden, da sie dort weniger Bewegungsraum haben und sich sicher befestigen lassen. Da viele Tiere den Transport im Fußraum als beängstigend, dunkel und laut empfinden, ist der Rücksitz ist bei richtiger Befestigung zu bevorzugen. Auf dem Rücksitz ist sie zusätzlich mit dem Sicherheitsgurt zu sichern, damit sie bei einem Bremsmanöver nicht verrutschen oder umkippen kann.
Für größere Hunde ist der Transport im Kofferraum besser geeignet. Dort kann eine Hundetransportbox meist mit Schrauben fest installiert werden. Große Boxen, die nicht verschraubt sind, benötigen unbedingt eine Sicherung durch Gurte oder stabile Trenngitter. Stabile Trenngitter oder auch Trennnetze allein ersetzen jedoch keine zusätzliche Sicherung des Tieres. Der ACE empfiehlt daher, Trenngitter möglichst mit einer Transportbox zu kombinieren.
Beim Kauf einer Transportbox ist es besonders wichtig die richtige Größe auszuwählen, die sich mit einer Faustregel ermitteln lässt: Für die Länge wird der Hund von der Rute bis zur Nasenspitze vermessen und für die Höhe von der Ohrspitze – oder bei Schlappohren vom höchsten Punkt des Kopfes – bis zu den Pfoten. Bei beiden Messwerten jeweils 15 Zentimeter addieren. Die Box sollte außerdem doppelt so breit sein wie der Hund an der breitesten Stelle. Wichtig: Korrekt messen und den Hund möglichst ruhig halten, damit es nicht zu Messfehlern kommt.
Option 2: Hunde-Autositze
Wer einen kleinen bis mittelgroßen Hund mit auf Reisen nehmen möchte, kann auch auf einen Hunde-Autositz zurückgreifen. Diese können mit einem Gurtsystem oder per Isofix-Halterung auf der Rückbank befestigt werden. Der Vierbeiner sollte zusätzlich mit einem Brustgeschirr gesichert werden. Von einer Befestigung am Halsband ist absolut abzuraten, da bei einem Unfall erhebliche bis tödliche Verletzungen im Hals- und Kehlkopfbereich drohen.
Option 3: Hundegeschirr
Die Sicherung mit einem Geschirr allein ist nur für kleine oder mittlere Hunde bis etwa 12 Kilogramm Gewicht bedingt zu empfehlen. Darüber hinaus sollte das Geschirr mit anderen Sicherungsmethoden kombiniert werden. Bei der Wahl des richtigen Geschirrs sollte unbedingt auf eine saubere Verarbeitung und eine gute Passform geachtet werden. Dazu gehören vollvernähte Ösen, stabile Haken aus Stahl oder Aluminium, aber auch genügend Bewegungsfreiheit an den Schultern. Unter dem Gurt sollten noch zwei Finger Platz sein. Hundehalterinnen und -halter sollten sich für eine sorgfältige Anprobe mit mehreren Varianten Zeit nehmen. Wichtig ist, dass das Geschirr perfekt passt und nicht verrutscht oder scheuert.
Weitere Möglichkeiten kritisch hinterfragen
Weiche Transporttaschen bieten nur dann ein ausreichendes Maß an Sicherheit, wenn sie fest mit dem Isofix-System oder einer gleichwertigen Fahrzeugverankerung verbunden sind. Weniger geeignet sind sogenannte Sicherungsröhren, die optisch an einen Katzentunnel erinnern und mit Gurten auf der Rückbank befestigt werden. Da der Hund im Inneren nicht zusätzlich gesichert ist, kann er bei einer Vollbremsung oder einem Unfall gegen die Vorderseite der Röhre oder die Vordersitze prallen.
Neue EU-Regeln und Dokumente für Auslandsreisen
Zentrales Reisedokument bei Haustieren ist der Heimtierausweis, der Angaben zur Identität des Tieres sowie zu Impfungen und Gesundheitsdaten enthält. Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union muss für Hunde, Katzen und Frettchen dementsprechend ein gültiger EU-Heimtierausweis mitgeführt werden, der eine gültige Tollwutimpfung dokumentiert und nur dann ausgestellt wird, wenn eine eindeutige Kennzeichnung des Tieres mittels Mikrochip vorliegt. Seit April 2026 gelten zudem aktualisierte EU-Vorschriften, wonach bei privaten Reisen grundsätzlich maximal fünf Hunde, Katzen oder Frettchen pro Fahrzeug mitgeführt werden dürfen. Ziel der Regelungen ist es, den illegalen Heimtierhandel besser einzudämmen. Für einzelne Mitgliedstaaten können zusätzliche nationale Bestimmungen gelten, weshalb eine frühzeitige Information über die Einreisevorschriften des Ziellandes empfehlenswert ist.
Weitere Informationen:
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