08.05.2026

Wenn das Rad mit auf Reisen kommt: Fahrradtransport mit dem Auto

© ACE

  • Für schwere E-Bikes eignen sich Kupplungsträger besonders
  • Wiederholungskennzeichen nicht vergessen
  • Maximal zulässige Traglast, Stützlast und D-Wert beachten

 

Berlin (ACE) – Mit den frühlingshaften Temperaturen beginnt auch wieder die Fahrradsaison. Warum im Urlaub auf das eigene Rad verzichten, wenn es doch Heck- und Dachträger gibt? Der ACE Auto Club Europa erläutert, wie das Fahrrad sicher mit dem Auto transportiert werden kann.

 

ACE empfiehlt Kupplungsträger für sicheren Transport

Die komfortabelste Lösung für den Fahrradtransport ist aus Sicht des ACE der Heckträger auf der Anhängerkupplung. Er kann mit wenigen Handgriffen befestigt werden. Diese Variante ist nicht nur besonders stabil, sondern in der Regel auch für ein höheres Gewicht von 60 Kilogramm oder mehr ausgelegt. Somit können auch schwere Pedelecs problemlos transportiert werden, sofern die Traglast des Fahrradträgers, die in der Gebrauchsanweisung zu finden ist, nicht überschritten wird. Entsprechende Träger sind bereits ab 250 Euro erhältlich, während High-End-Modelle auch 1.000 Euro kosten können. Für die einfache Be- und Entladung schwerer Fahrräder und Pedelecs empfiehlt sich eine Auffahrrampe – für manche Heckträgermodelle ist diese als Zubehör erhältlich. So lässt sich das Heben schwerer Pedelecs auf den Heckträger vermeiden. ACE-Tipp: Besonders praktisch sind abklappbare Heckträger. So kann der Kofferraum weiterhin erreicht werden. Beim Kauf darauf achten, dass der Träger möglichst über ein TÜV-Siegel oder ein GS-Zeichen verfügt. Wird durch den Heckträger das Kennzeichen verdeckt, ist ein Wiederholungskennzeichen nötig. Es trägt die gleiche Buchstaben- und Zahlenkombination wie das Hauptkennzeichen, wird aber nicht abgestempelt und erhält auch keine HU-Plakette. Achtung: Das Kennzeichen vom Auto darf nicht einfach an den Fahrradträger umgesteckt werden. Weiterer Vorteil des Heckträgers: Es lassen sich statt Fahrräder auch Heckboxen montieren, die bei manchen Fahrzeugen das Kofferraumvolumen verdoppeln können.

 

Träger muss zu Rädern passen

In der Regel sind Fahrradträger für die Anhängerkupplung für zwei Fahrräder oder E-Bikes ausgelegt. Neben der maximal zulässigen Traglast des Trägers gibt es noch weitere Kennwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Limitierender Faktor ist in jedem Fall die maximale Stützlast der Anhängerkupplung. Diese variiert je nach Fahrzeug und liegt meist zwischen 50 und 100 Kilogramm. Die genaue Angabe ist in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) in Feld 13 oder auf dem Typenschild der Anhängerkupplung nachzulesen. Wichtig: In der Bedienungsanleitung finden sich häufig weitere Einschränkungen, die unbedingt berücksichtigt werden sollten. So kann die maximal erlaubte Stützlast für einen Heckträger geringer sein als für einen Anhänger. Denn je weiter der Schwerpunkt des Trägers vom Kupplungskopf entfernt ist, desto größer die Hebelwirkung. Achtung: Das Eigengewicht des Trägers von meist rund 13 bis 20 Kilogramm muss zum Gewicht der Fahrräder addiert werden.

Außerdem muss der Deichsel-Wert, der sogenannte D-Wert, der Anhängerkupplung zu dem geforderten Wert des Trägers passen. Dieser Wert ist ursprünglich für Anhänger gedacht, da er Auskunft über die Kräfte gibt, die beim Beschleunigen oder Bremsen auf die Kupplung wirken. Er muss aber auch unbedingt beim Heckträger berücksichtigt werden. Zu finden ist der D-Wert auf dem Typenschild der Anhängerkupplung und darf nicht geringer sein als der geforderte D-Wert des Fahrradträgers, der sich meist in der Betriebsanleitung findet.

Wird einer der maximal zulässigen Werte nicht eingehalten, kann es zu Materialermüdung und somit im Extremfall zum Versagen der Anhängerkupplung kommen. Der ACE betont, dass die maximal zulässigen Werte eingehalten werden müssen.

Besonderes Augenmerk sollte zudem auf die Schienen gelegt werden: Moderne Fahrräder mit 29 Zoll oder gar 32 Zoll Felgen erfordern entsprechend lange Schienen. Besonders breite Reifen erfordern zudem auch breitere Schienen.

 

Vorbereitung zum Transport

Ob auf dem Dach oder am Heck – für alle außen mitfahrenden Fahrräder und Pedelecs gilt: Akkus und andere leicht lösbare Teile wie Fahrradcomputer und Luftpumpe, wenn möglich abnehmen und sicher im Auto verstauen. Zudem sollten empfindliche Fahrradteile vor Schmutz geschützt werden. Mindestens frei liegende elektrische Kontakte am E-Bike sollten mit einer passenden Abdeckung, einem sogenannten Kontaktschutz versehen werden oder alternativ durch Klebeband und Folie geschützt werden. ACE-Tipp: Folie zwischen Klebeband und Rahmen vermeidet Klebereste an den Kontakten. Von einer Schutzhülle für das gesamte Fahrrad ist dringend abzuraten, da diese dem Fahrtwind eine große Angriffsfläche bietet und so Räder, Träger sowie Anhängerkupplung stark belastet. Der ACE rät außerdem zu direkt an der Anhängerkupplung abschließbaren Trägern und empfiehlt, die Fahrräder mit weiteren Fahrradschlössern am Träger zu sichern, um Diebstahl vorzubeugen.

Führt die Reise ins Ausland, müssen Räder am Autoheck möglicherweise mit rot-weißen Warntafeln ausgestattet werden. Dafür unbedingt vor Fahrtantritt mit den Regeln vertraut machen. So ist in Italien eine Warntafel mit fünf Streifen Vorschrift, während Spanien und Portugal eine Tafel mit drei Streifen verlangen. Für diesen Zweck gibt es auch Wendetafeln mit beiden Varianten, bei der je nach Land die richtige Seite angebracht werden kann. Nehmen die Räder die gesamte Fahrzeugbreite ein oder ragen sogar darüber hinaus, sind sowohl in Italien als auch in Spanien und Portugal zwei Warntafeln notwendig. Achtung: Auch bei leerem Heckträger müssen die Warntafeln angebracht werden.

 

Alternative Transportmöglichkeiten

Verfügt das Auto nicht über eine Anhängerkupplung, kann diese häufig nachgerüstet werden. Auch bei vielen E-Autos ist es möglich, spezielle Fahrradträger-Transportlösungen nachzurüsten. Alternativ können oft auch Heckklappen-Träger genutzt werden, die mit Spannelementen an der Hecklappe befestigt werden. Dabei sind allerdings Gebrauchsspuren durch Reibung an der Karosserie nicht auszuschließen. Zudem werden die Scharniere der Heckklappe stark belastet. Die erlaubte Traglast solcher Trägersysteme lässt oft den Transport von schwereren Pedelecs nicht zu.

Auch Dachträger können eine Alternative sein. Dafür muss das Auto über eine Dachreling oder Befestigungspunkte für den Träger verfügen. Auch muss die zulässige Dachlast beachtet werden, weshalb schwere Pedelecs in der Regel nicht auf dem Dach transportiert werden können. Hinzukommt, dass die Räder aufs Dach gewuchtet und dort für den Transport gesichert werden müssen. Durch den höheren Luftwiderstand ist der Kraftstoffverbrauch zudem höher als bei Heckträgern.

 

Weitere Informationen:

>> Radreise: So kommt das Fahrrad mit Bus und Bahn mit

>> Caravan und Gespann: Anhängelast, Stützlast, Achslast & Co. im Detail erklärt

 

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