Unfallbilanz 2019: ACE appelliert zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr

Aggressivität hat im Straßenverkehr keinen Platz

Berlin (ACE) – Verkehrssicherheit ist der zentrale Baustein einer nachhaltigen Verkehrspolitik. Doch die aktuellen Zahlen zu den im Straßenverkehr Getöteten im Jahr 2019 zeigen, es besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf. Von dem Ziel der „Vision Zero“, also die Vision von Null Toten im Straßenverkehr im Jahr 2050, ist Deutschland weit entfernt.
Insgesamt 3.059 Menschen sind im Jahr 2019 bei Verkehrsunfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so das Statistische Bundesamt. Das sind 6,6 Prozent weniger als im Jahr 2018. Um 3,0 Prozent sank die Zahl der Verletzten.
Auch wenn diese Bilanz positiv erscheint, jedes Straßenverkehrsopfer ist eines zu viel!
Aus Sicht des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub, hat der Schutz aller Verkehrsteilnehmer oberste Priorität. Wirksame Maßnahmen sind zu ergreifen, im Rahmen der Fahrzeugtechnik, der Infrastruktur und des Straßenbaus, im Rahmen der Gesetzgebung und der Verkehrsüberwachung sowie im Bereich der Mobilitätsbildung.

Doch neben Politik und Gesetzgebern, die die entsprechenden Änderungen auch umsetzen müssen, sind die Verkehrsteilnehmer selbst gefragt. Für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr müssen sie die Regeln ernst nehmen und dem Straßenverkehr zu jeder Zeit die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Und auch wenn der verstopfte und überfüllte Straßenraum reizt, aggressives Verhalten ist der falsche Weg. Alle Verkehrsteilnehmer sollten mehr gegenseitige Rücksichtnahme praktizieren. Nur so lassen sich Konflikte, gefährliche Situationen und Verkehrsunfälle vermeiden. Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE betont: „Arbeitsbelastung, Leistungs- und Zeitdruck dürfen uns nicht zu aggressiven, gefährlichen, unberechenbaren Verkehrsteilnehmern werden lassen.“

Von Politik und Gesetzgebern fordert der ACE zur Vermeidung von Verkehrstoten:
1.    Die Einführung eines Tempolimits von 130 km/h auf Autobahnen. Die Anzahl der Getöteten bei Geschwindigkeitsunfällen auf Autobahnen war bislang auf den Strecken ohne Tempolimit höher als auf den Strecken mit Tempolimit. Dies betrifft Unfälle, bei denen mindestens eine beteiligte Person eine nicht angepasste Geschwindigkeit aufwies. Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser positive Effekt nach der Einführung eines allgemeinen Tempolimits auch auf den 70 Prozent der bisher nicht tempolimitierten Streckenabschnitte eintreten wird. Somit hat ein Tempolimit positiven Einfluss auf die Verkehrssicherheit und steht im Zeichen der Vision Zero.
2.    Die Einführung einer Schutzhelmpflicht für alle, die auf Zweirädern unterwegs sind. Im Sinne der Verkehrssicherheit und in Übereinstimmung mit dem Ziel von Vision Zero gilt es, das Verletzungsrisiko – und damit einhergehende Folgeschäden – von Rad- und allen anderen Zweiradfahrern, zu minimieren. Denn feststeht: Wer einen Fahrradhelm trägt, lebt sicherer.
3.    Die verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenzsystemen. Diese erhöhen vor allem die Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmenden wie Fußgänger oder Radfahrer. Außerdem sollten in allen neuen Lkw und Bussen akustisch und visuell warnende Abbiegeassistenten eingebaut werden.


Weitere Informationen
>> ACE Positionspapier: Verkehrssicherheit

 

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Der ACE Auto Club Europa ist Mobilitätsbegleiter aller modernen mobilen Menschen. Wir bieten unseren über 630.000 Mitgliedern klare Orientierung, sichere Hilfe und zuverlässige Lösungen. Die Kernthemen des Clubs sind die klassische Pannen- und Unfallhilfe sowie Verkehrssicherheit, Elektromobilität, neue Mobilitätsformen und Verbraucherschutz.

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