Unfallbilanz 2018: Mehr Verkehrstote – deutlicher Handlungsbedarf

ACE: Ausbau der Radinfrastruktur und Abbiegeassistenten für Lkw retten Leben

Berlin (ACE) – Verkehrssicherheit ist der zentrale Baustein einer nachhaltigen Verkehrspolitik. Soweit die Theorie. Aber die Anzahl der Verkehrstoten steigt und zeugt von mangelnder Verkehrssicherheit – gerade im Radverkehr. Die vorläufigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zur Unfallstatistik 2018 müssen endlich ein Weckruf sein: Nochmals 2,7 Prozent mehr Unfalltote beziehungsweise 85 getötete Verkehrskehrsteilnehmer mehr als im Jahr 2017.

Während zwischen Januar und November 2018 rund sechs Prozent weniger Fußgänger und zwei Prozent weniger Autofahrer durch Verkehrsunfälle ums Leben kamen, starben im gleichen Zeitraum 13,6 Prozent mehr Fahrradfahrer und neun Prozent mehr Motorradfahrer. Die Zunahme getöteter Fahrrad- und Motorradfahrer im Straßenverkehr zeigt aus Sicht des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub, unmissverständlich: Der Schutz aller Verkehrsteilnehmer gehört ganz oben auf die politische Agenda. Vision Zero muss im Rahmen der Fahrzeugtechnik, der Infrastruktur und des Straßenbaus, im Rahmen der Gesetzgebung und der Verkehrsüberwachung und im Bereich der Mobilitätsbildung mit konkreten Maßnahmen angegangen werden.

Gerade im Hinblick auf die wachsende Bedeutung des Radverkehrs besteht Bedarf nach einem gesteigerten politischen Engagement. Der ACE fordert einen an die neuen Mobilitätsbedürfnisse angepassten Ausbau der Radinfrastruktur.

Stefan Heimlich, ACE-Vorsitzender: „Neben immer mehr Rad- und Pedelecfahrern drängen künftig auch Elektrokleinstfahrzeuge auf Radwege und Radfahrstreifen. Der Ausbau einer sicheren Verkehrsinfrastruktur, wo alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt betrachtet werden, muss umso dringender angegangen werden.“

Zudem gilt es, Abbiegeassistenten unverzüglich in jeden Lkw zu bringen. Abbiegeassistenten sind technisch bereits in der Lage, vor drohenden Kollisionen mit Radfahrenden und Fußgängern zu warnen. Hierzu muss vor allem die Industrie die Assistenzsysteme liefern und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) muss sie unverzüglich zulassen.
Der ACE ruft darüber hinaus alle Verkehrsteilnehmer auf – egal ob auf zwei oder vier Rädern unterwegs –, durch rücksichtsvolles, defensives Verhalten im Straßenverkehr das Unfallrisiko zu minimieren. Einmal mehr vorausgeschaut, sorgt für Sicherheit, weniger Konflikte und ein entspanntes Ankommen.

 

Über den ACE Auto Club Europa e.V.:
Der ACE Auto Club Europa ist mit mehr als 630.000 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2018) Deutschlands zweitgrößter Mobilitätsclub: Egal ob mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad, Flieger oder Motorrad unterwegs, als Mobilitätsbegleiter bietet der ACE jederzeit Schutz, damit es weitergeht. Kernleistung ist die Pannenhilfe.

 

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