Umstieg aufs Pedelec: sicher elektrisch anradeln

Zwei Pedelec-Fahrerinnen unterwegs

© ACE/Emmerling

Berlin (ACE) – Radfahren mit elektrischem Rückenwind liegt im Trend: Vollintegrierte Akkus in diversen Modellen, vom Renn- und Trekkingrad über Jugendräder bis zum Faltrad, überzeugen immer mehr Verkehrsteilnehmer. 980.000 E-Bikes wurden im vergangenen Jahr verkauft – Tendenz steigend. Doch sollte der Umstieg im Sinne der Verkehrssicherheit und des Fahrspaßes mit Bedacht erfolgen. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, gibt anlässlich des Weltfahrradtages Tipps für das sichere Anradeln mit dem Pedelec.
 

Kauftipps: Das passende Pedelec auswählen

  • Benötigte Reichweite ausloten: Um bei der Modellvielfalt nicht den Überblick zu verlieren, ist es hilfreich, schon vor dem Kauf zu überlegen, ob das Pedelec vorwiegend für lange Touren in der Freizeit oder für den überschaubaren Weg zur Arbeit genutzt werden soll. Eine Akkuladung reicht – je nach Pedelec-Modell – für eine Fahrt zwischen 40 und 80 Kilometern.
  • Akkuladezeit und Gewicht beachten: Je nach Hersteller und Modell liegt die Akkuladezeit zwischen zwei und fünf Stunden. Die eigenen Fahrgewohnheiten sind auch hier entscheidend, welche Ladezeit bevorzugt werden sollte. Wer am Tag eher kurze Strecken zurücklegt und unkompliziert über Nacht laden kann, braucht nicht zwangsläufig ein Modell mit schnellstmöglicher Akkuladezeit. Muss das E-Bike gelegentlich getragen oder soll häufiger auch ohne Motorunterstützung gefahren werden, dann sollte das Gewicht der elektrischen Räder unbedingt berücksichtigt werden: Bei Pedelecs liegt dieses in der Regel bei 20 bis 30 Kilogramm, während reguläre Fahrräder meist nur rund 15 Kilogramm auf die Waage bringen.
  • Sonderregeln kennen und abwägen: Pedelecs unterstützen den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und sind rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt. Für das schnellere S-Pedelec, das Höchstgeschwindigkeiten bis zu 45 km/h erreicht, wird eine Fahrerlaubnis benötigt: mindestens Klasse AM. Für das Fahrzeug sind neben der Helmpflicht, eine Haftpflichtversicherung und ein Kennzeichen zwingend vorgeschrieben. Radwege sind, anders als für konventionelle Pedelecs, tabu.
  • Expertenrat einholen und Fahrzeuge testen: In jedem Fall ist ein Beratungsgespräch beim Fachhändler ratsam, nebst Probefahrten verschiedener Modelle.
     

Vor der ersten Fahrt: Fahrzeug und Fahrer aufeinander abstimmen

  • Theoretische Vorbereitungen: Umsteiger sollten, bevor sie sich auf den Sattel schwingen, gründlich die Gebrauchsanleitung des Herstellers studieren und sich mit den Bedienelementen vertraut machen.
  • Praktische Vorbereitungen: Neben den auch für das Fahrrad geltenden nötigen Einstellungen für eine sichere und bequeme Sitzposition – von der Höhe des Sattels bis zur Neigung des Lenkers sowie der Bremsgriffe – sollte beim Pedelec jeweils vor Fahrtantritt nicht nur die Licht- und Bremsanlage, sondern auch Funktion und Ladestand des Akkus überprüft werden. Der Reifendruck ist bei den gewichtsintensiven Elektrofahrrädern zudem besonders wichtig und sollte nicht nur vor dem Anradeln, sondern regelmäßig, mindestens alle zwei Wochen, geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Der Sollwert ist meist auf der Flanke des Reifens vermerkt.
     

Probefahrt: neues Fahrverhalten sicher testen

  • Übungsfahrten durchführen: Pedelec-Neulinge sollten sich in einer verkehrsberuhigten Zone an das Fahren mit Elektroantrieb herantasten. Die für ungeübte Fahrer oftmals unerwartet einsetzende Motorunterstützung, das hohe Gewicht und der veränderte Schwerpunkt, je nach Antriebskonzept und Akku-Positionierung, sind zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Auch ist der Bremsweg durch die höhere Geschwindigkeit im Vergleich zum Fahrrad ungewohnt lang und sollte getestet werden, bevor es in den realen Straßenverkehr geht.
  • Unterschätzte Gefahren bewusst machen: Beim Anfahren mit dem Pedelec an einer Steigung ist besondere Vorsicht geboten: Das Rad muss manuell in Gang gebracht werden, bevor der Motor unterstützend eingreifen kann. Ist die Steigung zu steil, besteht Sturzgefahr. Im Zweifelsfall gilt also trotz E-Antrieb: Bergauf schieben, bis es wieder ohne großen Kraftaufwand möglich ist, in die Pedale zu treten. Bei der anschließenden Bergabfahrt muss bedacht werden, dass durch das höhere Gewicht des Rads auch höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Das Bremsen sollte vorsichtig dosiert erfolgen.
  • Vorausschauend unterwegs sein: Generell sollten sich alle Pedelec-Fahrer bewusst machen, dass andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit eines Pedelecs häufig unterschätzen. Angepasste Geschwindigkeiten und eine vorausschauende Fahrweise sollten im Sinne der Verkehrssicherheit daher Standard sein.

 

Über den ACE Auto Club Europa e.V.:
Der ACE Auto Club Europa ist mit mehr als 630.000 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2018) Deutschlands zweitgrößter Mobilitätsclub: Egal ob mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad, Flieger oder Motorrad unterwegs, als Mobilitätsbegleiter bietet der ACE jederzeit Schutz, damit es weitergeht. Kernleistung ist die Pannenhilfe.

 

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