Phänomen „Blutregen": Auf was Autofahrer achten sollten

Stuttgart (ACE) 8. April 2016 – "Blutregen" – eine biblische Plage? Nein, sondern ein für viele Deutsche bisher unbekanntes Wetterphänomen: Es kommt zustande, wenn rötlicher Wüstensand durch einen Sturm bis in die Atmosphäre geschleudert wird. So kann der Sand viele Kilometer überwinden, fällt er später mit dem Regen vom Himmel, kommt seine rötliche Färbung wieder zur Geltung. Was Autofahrer bei dem seltenen Spektakel beachten sollten, hat der ACE Auto Club Europa zusammengefasst.

Viele Autofahrer werden sich am Wochenende voraussichtlich die Augen reiben. Statt schwarz, weiß oder silber zeigen sich die Autos vielerorts dann unter einer gelblichen, bräunlichen oder roten Staubschicht. Autobesitzer warnt der Club davor, diesen Staub einfach mit einem Lappen abzureiben. „Wer so handelt, kann dauerhafte Schäden an Lack, Chrom oder Glas verursachen", sagte Philipp Heise, Kfz-Experte beim ACE Auto Club Europa am Freitag in Stuttgart. Zwar sei der Sand nicht grundsätzlich gefährlich für den Lack, getrocknet wirke er zusammen mit dem Lappen jedoch wie Schmirgelpapier. „Beim trockenen Reinigungsversuch leidet dann die Klarlackschicht, die betroffenen Stellen sind dann schnell verkratzt und matt", so Heise weiter.

Autobesitzern rät der ACE deshalb, das Fahrzeug in einer Garage oder unter einem Carport abzustellen – so kommt das Auto erst gar nicht in Kontakt mit dem Blutregen. Wer diese Möglichkeit nicht hat und sein Fahrzeug nach einem Regenguss vom Sahara-Staub befreien möchte, sollte nach dem Motto „viel hilft viel" vorgehen: Das Fahrzeug zunächst mit viel klarem Wasser abspritzen, zum Beispiel mit einem Gartenschlauch oder einer Gießkanne. Allerdings beachten: Nicht überall ist es erlaubt, das Fahrzeug selbst zu waschen – selbst wenn dabei keine Reinigungsmittel verwendet werden.

Auch wer eine Waschanlage besuchen möchte, sollte sicherstellen, dass die Bürsten oder Lappen nicht direkt mit den Sandpartikeln in Berührung kommen. Besondere Vorsicht gilt darüber hinaus auch der Windschutzscheibe: „Wer die trockene Scheibe vom Staub befreien möchte, sollte nicht einfach die Scheibenwischer nutzen, denn der Scheibenwischer fährt ja zunächst über die trockene Scheibe und die Wassermenge reicht nicht immer aus, um den Sand zu lösen", so Heise weiter. Besser sei es, auch hier selbst zum Wasser zu greifen und den Sand so zu entfernen. Immerhin für den fließenden Verkehr gibt der ACE dagegen Entwarnung: „Wer im Blutregen den Scheibenwischer nutzt, muss keine Kratzer fürchten, denn im Regen gelöst ist der Sand kein Problem", so Heise.

Tipps und Informationen zum Frühjahrsputz hat der ACE hier zusammengefasst.

>> Medien-Service:Wüstensand auf der Scheibe / dem Lack (Pressefoto)

 

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu