Mobilitätsmanagement als Lösung für aktuelle Verkehrs- und Luftprobleme

© ACE Auto Club Europa

4,7 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase in Deutschland als im Vorjahr – obwohl die Zahlen des Umweltbundesamtes (UBA) für 2017 positiv ausfallen, nimmt die Emissionsbelastung im Verkehr hingegen zu. Deshalb setzt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, auf Mobilitätsmanagement und wird dabei von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums gefördert. Ziel im Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit“ ist es, Betriebe wirkungsvoll zu unterstützten, damit Beschäftige auf nachhaltige Verkehrsmittel umsteigen sowie das  Instrument Mobilitätsmanagement stärker bekannt zu machen. Am 8. Mai 2018 diskutierten Politik- und Unternehmensvertreter sowie Mobilitätsforscher in Berlin über die Entwicklung und Perspektiven des Konzepts. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Betriebe benötigen, um Mobilitätsmanagement erfolgreich einzuführen.

„Sowohl auf Landes- als auch Bundesebene sucht die Politik nach Lösungen, um die hohe Verkehrs- und Luftschadstoffbelastung zu reduzieren. Wir wissen, dass Mobilitätsmanagement wirkt und in der Folge rund 20 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes vom alleinbesetzten Pkw auf Fahrrad, ÖPNV oder Fahrgemeinschaften umsteigen. Doch dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Wir brauchen endlich einen zukunftsfähigen ÖPNV. Damit meine ich keine kostenlosen Tickets, sondern mehr Kapazitäten und eine kürzere Taktfrequenz. Wir brauchen eine bessere Fahrradinfrastruktur und eine konsequente Förderung der Elektromobilität“, sagte der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich. „Zeitgleich muss die Politik im Dialog mit den Unternehmen und Mobilitätsanbietern Programme entwerfen, die zur betrieblichen Praxis passen und einen wirklichen Mehrwert bieten.“

Zwei Drittel aller Pendler in Deutschland nutzen auf dem Weg zur Arbeit das Auto und sitzen zu 90 Prozent allein im Pkw. Lange Staus, Lärm und eine hohe Luftschadstoffbelastung sind die Folge. Damit Beschäftigte auf dem Arbeitsweg auf Fahrgemeinschaften, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen, können Betriebe gezielt Anreize setzen und Hemmnisse zur Nutzung der Alternativen abbauen. Mit einem vom Arbeitgeber bezuschussten Jobticket wird die Fahrt mit dem Bus deutlich günstiger. Kostenlose Fahrradchecks oder Duschen ermuntern die Belegschaft, Fahrrad zu fahren. Und App-basierte Mitfahrbörsen sorgen dafür, dass Kollegen, die nah beieinander wohnen, schnell und unkompliziert eine Fahrgemeinschaft bilden.

Weil jedoch sinnvolle Maßnahmen wie Dienstradleasing oder Corporate Carsharing, zu wenig bekannt sind, macht der ACE innerhalb seines vom Bundesumweltministerium geförderten Projektes „Gute Wege zur guten Arbeit“ auf die Potentiale von Mobilitätsmanagement aufmerksam. Für verschiedene betriebliche Akteure wie Geschäftsführungen, Personal- und Betriebsräte oder Gesundheitsbeauftragte organisiert das Projektteam bundesweit zahlreiche Veranstaltungen. Darüber hinaus wurden Kommunikationsmaterialien wie Broschüren, Flyer sowie eine Projektwebseite erstellt.

Mit der Fachkonferenz „Mobilitätsmanagement zwischen politischem Willen und betrieblichen Interessen“ zieht der ACE nach zehn Jahren intensiven Engagements Bilanz. Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung waren sich einig, dass bereits zahlreiche Fortschritte gemacht wurden. In der Folge haben sich viele Unternehmen kreative Lösungen für eine bessere betriebliche Mobilität einfallen lassen. Diese Unternehmen haben erkannt, dass Mobilitätsmanagement nicht nur einen Beitrag für die Umwelt und die Gesundheit der Beschäftigten leistet sondern zugleich qualifizierte Arbeitskräfte anzieht, bindet und das Image stärkt.

Dennoch sei das Konzept auch nach intensiver Förderung kein Selbstläufer. Nach wie vor fehlt es an Bekanntheit und einer dauerhaften Begleitung der Betriebe. Nur so können sich Aktivitäten, die im Rahmen von Projekten und Initiativen wie „Gute Wege zur guten Arbeit“ und „mobil gewinnt“ angestoßen werden, auch verstetigen. Hierfür braucht es weitere, niederschwellige politische Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene.

 

Über das Projekt „Gute Wege“

Das Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit“ des ACE setzt sich für betriebliches Mobilitätsmanagement ein. Das Konzept stärkt nachhaltige Mobilitätslösungen wie Fahrgemeinschaften, öffentliche Verkehrsmittel oder den Radverkehr. „Gute Wege zur guten Arbeit“ wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seinen Mitgliedsgewerkschaften unterstützt.

 

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