- Motorraum regelmäßig auf Bissspuren und Beschädigungen kontrollieren
- Bei Auffälligkeiten Auto stehenlassen und Pannenhilfe anfordern
- Richtige Versicherung schützt auch vor hohen Folgekosten bei E-Autos
Berlin (ACE) – Aktuell ist Hauptsaison für Marderschäden am Auto: Bedingt durch die Paarungszeit suchen Marder teils noch im Hochsommer vermehrt Unterschlupf im Motorraum von Fahrzeugen. Dort können sie teure Schäden verursachen. Der ACE Auto Club Europa erklärt, wie man Marder fernhalten kann, was zu tun ist, wenn bereits ein Schaden eingetreten ist, und worauf insbesondere bei der Versicherung von E-Autos zu achten ist.
Achtung: Marderbisse können unbemerkt bleiben
Nicht immer zeigen sich verräterische Pfotenabdrücke auf dem Lack. Auch äußern sich Marderschäden nicht immer sofort und auffällig. Aus unentdeckten Bissspuren an Kabeln, Schläuchen und Dämmmaterial können jedoch teils kostspielige Folgeschäden entstehen. Umso wichtiger ist es, den Motorraum in der Mardersaison – im Frühjahr und am besten bis in den Spätsommer hinein – regelmäßig aufmerksam zu kontrollieren, wenn man im Freien parkt. Bissspuren an Kabeln, zerfetzte Dämmmatten, lose Leitungen und ungewöhnliche Gerüche sprechen für einen Marderbesuch. Auch ein unruhiger Motorlauf, austretende Flüssigkeiten, Startprobleme oder eine aufleuchtende Warnlampe des Motormanagements sind ernstzunehmende Warnzeichen. Im Zweifel empfiehlt der ACE, das Auto stehenzulassen und die Pannenhilfe oder eine Werkstatt einzuschalten. Sichtbare Schäden sollten mit Fotos für die Versicherung dokumentiert werden.
Marderschaden der Versicherung melden
Sobald ein Fachbetrieb den Schaden bestätigt hat, sollte umgehend die Kfz-Versicherung kontaktiert werden. Ob und in welchem Umfang die Kosten für Marderbissschäden übernommen werden, hängt stark vom gewählten Tarif ab. Oftmals sind auch bei einer Teilkaskoversicherung Marderschäden zwar grundsätzlich abgedeckt, der genaue Leistungsumfang variiert jedoch erheblich. Während einige Tarife lediglich die direkt beschädigten Teile ersetzen, kommen andere auch für teure Folgeschäden auf. Letzteres kann entscheidend sein, wenn beispielsweise beschädigte Zündkabel zu Fehlzündungen führen und dadurch der Katalysator beschädigt wird, oder wenn beschädigte Schläuche einen Kühlmittelverlust verursachen und der Motor überhitzt. Wer hingegen nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, bleibt in der Regel auf den Kosten sitzen. Sollte die eigene Versicherung nicht den gesamten Schaden abdecken, unterstützt der ACE seine Mitglieder mit einer Beihilfe von bis zu 75 Euro.
Besonders hohe Reparaturkosten bei E-Autos möglich
E-Autos sind nicht gefährdeter als Verbrenner, von Mardern aufgesucht zu werden. Neuere Fahrzeuge sind teils sogar besser vor Schäden geschützt: Hochvoltkomponenten sind beispielsweise durch Verkleidungen und verstärkte Isolierungen aufwendig gesichert. Kommt es allerdings zu Beschädigungen durch Marder, kann es unter Umständen besonders teuer werden: Denn Hochvoltkabel dürfen nicht repariert, sondern müssen ausgetauscht werden. Bei beschädigten Hochvoltkabeln kann sogar je nach Fahrzeug der Austausch ganzer Kabelstränge erforderlich sein, sodass die Reparaturkosten je nach Fahrzeugmodell und Schadensumfang auch fünfstellig werden können. Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter von E-Autos sollten deshalb besonders darauf achten, dass der eigene Kaskotarif Marderbisse an Hochvoltkomponenten sowie mögliche Folgeschäden ausdrücklich einschließt. Der ACE rät, die in den AGB der Versicherung genannten eingeschlossenen Leistungen und expliziten Ausschlüsse kritisch zu überprüfen, um im Schadensfall keine bösen Überraschungen zu erleben.
Marderbesuchen vorbeugen
Marder gelangen in der Regel über den Unterboden in den Motorraum. Dies kann manchmal schon eine einfache Drahtmatte unter dem abgestellten Fahrzeug verhindern, denn diesen Untergrund empfinden die Tiere als unangenehm. Wer empfindliche Fahrzeugleitungen zusätzlich schützen möchte, kann spezielle Ummantelungen nachrüsten lassen. Dies sollte fachgerecht durch eine Werkstatt erfolgen, da dabei Hitzequellen, bewegliche Bauteile und mechanische Belastungen zu beachten sind. Um Duftmarken zu entfernen und so Besuchen weiterer Tiere vorzubeugen, kann eine Motorwäsche helfen. Als zusätzliche Abwehrmaßnahmen kommen Ultraschallgeräte mit wechselnden Frequenzen oder Strombarrieren infrage, bei denen ein Fachbetrieb Kontaktplättchen an typischen Einstiegslücken anbringt: Über die Autobatterie werden diese dann unter Spannung gesetzt, was für die Tiere unangenehm, aber nicht gefährlich ist. Mechanische Sperren werden hingegen aufgrund der Modellvielfalt an Fahrzeugen seltener.
Weitere Informationen:
>> ACE-Ratgeber rund um Marderschäden
>> ACE-Leistungen hinsichtlich Tierbissschäden und Tierkollision
>> Wild auf der Straße: Richtig handeln vor und nach dem Zusammenstoß
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