Genug geredet: Abgasskandal erfordert Sofortmaßnahmen der Politik

Nach dem Gespräch des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer mit dem Daimler-Chef Dieter Zetsche ist ein transparenter Sofortmaßnahmenplan zur Nachrüstung von Dieselfahrzeugen seitens der Politik unerlässlich. Daimler will zwar, ersten Informationen zufolge, den amtlich verordneten Rückruf von deutschlandweit 238.000 Diesel-Fahrzeugen umsetzen, aber juristisch dagegen vorgehen. Auch ist absehbar, dass der Rückruf nicht alle betroffenen Fahrzeuge einer nicht einwandfrei funktionierenden Abgasreinigung umfasst. Und die im Vorfeld vom Bundesministerium angedrohten Strafzahlungen scheinen ebenfalls vom Tisch zu sein. Umso dringlicher ist es aus Sicht des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub, die Hersteller jetzt insgesamt in die Pflicht zu nehmen, um alle betroffenen Fahrzeuge sauber zu machen und Verbraucher zu entschädigen. Wir sind im dritten Jahr eines Dieselskandals – verhandelt wurde genug.

Stefan Heimlich, ACE-Vorsitzender: „Die Verzögerungstaktik der Hersteller ist unangebracht und wird von der Politik toleriert. Doch mit einem Abgasskandal, der sich über Jahre zieht, ist keinem geholfen! Der einzig sinnvolle Weg aus der Krise heißt: Fehler ehrlich zugeben, Konsequenzen tragen – in Form der Übernahme von Hardware-Nachrüstungen – und Dieselfahrer entschädigen. Verbraucher brauchen jetzt Klarheit, welche Autos sauber sind, sowie Unterstützung, sollte ihr Auto es nicht sein. Die Reaktion von Daimler zeigt: Einlenken wird die Autoindustrie nicht von allein – politische Vorgaben sind erforderlich.“

Um Verbrauchern Wertverlust, Rückruf und Stilllegung sowie weitere Fahrverbote zu ersparen und gleichzeitig saubere Luft zu garantieren, bedarf es aus Sicht des ACE klarer Anordnungen durch die Politik: „Schluss mit Deals und Entgegenkommen! Den Herstellern muss endlich eine verbindliche Frist gesetzt werden, bis wann die Fahrzeuge sauber sein müssen. Gleichzeitig gilt es, technische Nachrüstungen anzuordnen. Denn Software-Updates sind erwiesenermaßen nicht ausreichend“, sagt Stefan Heimlich.

Vor dem Hintergrund aktueller Studien und Erkenntnisse rät der ACE nochmals ausdrücklich vom Diesel-Kauf zum jetzigen Zeitpunkt ab. Es gibt derzeit keine Garantie, dass Diesel-Fahrzeuge sauber sind.

 

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