CO2-Grenzwerte: Deutschland muss ambitionierte und abgestimmte Position vorlegen

Hohes Autoaufkommen innerhalb einer Stadt.

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Klare CO2-Grenzwertvorgaben für Pkw stoßen Innovationen an

Berlin (ACE) – Der Verkehr muss einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und die deutsche Autoindustrie braucht klare Leitplanken, um international wettbewerbsfähig zu bleiben – beides erfordert ambitionierte CO2-Grenzwerte. Wenn Autoherstellern jetzt Kosten aufgrund des Dieselskandals entstanden sind, darf das nicht die politische Entscheidung zu zukünftigen CO2-Grenzwerten konterkarieren, so die Position des ACE, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub.

Am Mittwoch diskutiert der Umweltausschuss des Bundestags mit Sachverständigen den Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Verringerung der CO2-Emissionen nach 2021. Dabei ist klar, oberstes Ziel muss am Ende eine einheitliche Haltung zugunsten verschärfter CO2-Grenzwerte auf nationaler Ebene sein. Denn Deutschlands gewichtige Stimme ist später mit entscheidend für den europäischen Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele. Der vorliegende EU-Kommissionsvorschlag geht dafür nicht weit genug.

Der ACE fordert die Bundesregierung auf, für ambitioniertere und vor allem verbindliche Ziele auf dem europäischen Parkett einzutreten. Durch Pkw verursachte, konstant hohe CO2-Emissionen erfordern politisches Handeln – über den aktuellen EU-Kommissionsvorschlag hinaus. Sollen die Treibhausgasemissionen des Verkehrs reduziert werden, muss die Effizienz konventioneller Pkw gesteigert und der Technologiewechsel hin zum emissionsfreien Fahrzeug beschleunigt werden.

Stefan Heimlich, ACE-Vorsitzender: „Wenn individuelle Mobilität eine Zukunft haben soll, dann darf sie nicht eine Spitzenposition bei den Emissionen innehaben. Als Hauptverursacher der Emissionen im Straßenverkehr belastet der Pkw seine eigenen Verkehrsteilnehmer sowie die Anwohner. Damit sich das ändert und deutsche wie EU-weite Klimaschutzziele erreicht werden, muss die Fahrt konsequent Richtung Zukunft mit klimafreundlichen und sauberen Antrieben fortgesetzt werden. Das sichert auch angesichts der wachsenden internationalen Konkurrenz und der sich wandelnden Weltmärkte die Marktfähigkeit der deutschen Automobilindustrie und wichtige Arbeitsplätze. Die Politik muss den Wandel gestalten, die Autohersteller tun es nicht von allein.“

Aus Sicht des ACE müssen 25 Prozent bis zum Jahr 2025 und 50 Prozent bis 2030 als Reduktionsniveau für den CO2-Flottenausstoß anvisiert werden. Das heißt, CO2-Grenzwerte ohne Wenn und Aber und Förderung von Fahrzeugen mit elektrischem sowie brennstoffzellenbasiertem Antrieb. Der ACE begrüßt in diesem Zusammenhang den im Verordnungsvorschlag vorgesehenen Hersteller-Bonus für den Verkauf von Elektrofahrzeugen. Die Zielvorgabe jedoch sollte auch hier ambitioniert sein und darf nicht hinter den freiwilligen Ankündigungen der Autohersteller zurückbleiben. Die logische Konsequenz eines Bonus ist aus Sicht des ACE darüber hinaus die Einführung eines Malus: Wenn Hersteller den gesteckten Verkaufsanteil emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge nicht erreichen, sind Sanktionen anzuordnen.

Der Gewichtsbezug des CO2-Flottengrenzwerts gehört aus Sicht des ACE abgeschafft. „Das Fahrzeuggewicht bestimmt den Kraftstoffverbrauch eines Autos – wird es gesenkt, gehen die CO2-Emissionen zurück und die Kosten für den Verbraucher sinken durch Kraftstoffeinsparungen ebenfalls“, betont Stefan Heimlich.

 

Weitere Informationen:

>> Zur ausführlichen Einordnung und Bewertung des EU-Kommissionsvorschlags zur Verringerung der CO2-Emissionen von Pkw durch den ACE: Mobilität und saubere Luft gehören zusammen

 

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