Autobahngebühren im Ausland: So bezahlen Sie die Maut per Vignette richtig

Schilder weisen auf Autobahnmaut hin.

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Berlin (ACE) 26. Juli 2018 – Wer mit dem Auto ins europäische Ausland fährt, muss – je nach Reiseziel – bei der Benutzung der Autobahn eine Maut entrichten. Zahlreiche Länder verlangen dabei den Kauf einer Vignette noch vor Fahrtantritt. Wie genau das funktioniert und wo Fallstricke lauern, erklärt der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub.

Wo benötigt man eine Vignette?

In Bulgarien, Österreich, Rumänien, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ist für Fahrten auf Autobahnen sowie teils auch auf Schnellstraßen eine Vignette erforderlich. Es gibt aber auch andere Zahlungsweisen im europäischen Ausland: Teils wird bar oder mit Karte an speziellen Mautstellen auf der Autobahn bezahlt. Die italienischen Autobahngebühren entrichten die Verkehrsteilnehmer beispielsweise entweder einzeln an Zahlstellen oder per Viacard, einer Magnet-Wertkarte.

Wer benötigt eine Vignette?

Alle Verkehrsteilnehmer, die in den entsprechenden Ländern auf Fernstraßen unterwegs sind, benötigen in der Regel eine Vignette –  also nicht nur Pkw und Lkw, sondern teils auch Motorräder und Anhänger. Zu beachten ist dabei: Klebevignetten sind an ein Fahrzeug gebunden, während digitale Vignetten an das Kennzeichen gebunden sind. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten teilweise Sonderregelungen. In Österreich wird beispielsweise über eine „GO-Box“ abgerechnet, die über Mikrowellentechnik mit den Mautportalen kommuniziert.

Was passiert, wenn man trotz Mautpflicht ohne Vignette fährt?

Wer keine Vignette besitzt oder sie falsch anbringt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. In Österreich, der Schweiz und Tschechien drohen Pkw-Fahrern Strafzahlungen zwischen 100 und 200 Euro. In Slowenien sind es sogar 800 Euro. Wird eine Vignette auf ein anderes Fahrzeug geklebt, fällt die Strafe teils besonders hoch aus: Österreich stellt bei Manipulation an der Vignette 240 Euro in Rechnung.

Wie lange sind Vignetten gültig?

Je nach Reisedauer sind in der Regel Vignetten ab sieben beziehungsweise 10 Tagen bis hin zu einem Monat, zwei Monaten oder sogar einem Jahr zu erwerben.

Was kosten Vignetten und wo kann man sie kaufen?

Vignetten für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen mit sieben bis 10 Tagen Gültigkeit kosten – je nach Reiseland – zwischen drei und 15 Euro. Für einen Monat bezahlt man zwischen sieben und 30 Euro. Besonders günstig sind Vignetten für Rumänien. Slowenien ruft europaweit die höchsten Preise auf. Erhältlich sind Vignetten beispielsweise bei den Autoclubs, die überwiegend Online-Shops anbieten. Kurzentschlossene können sie auch an ausgewählten Geschäftsstellen am Grenzübergang kaufen.

Wie werden Klebevignetten richtig angebracht?

Die Pkw-Vignette wird von innen direkt an der Windschutzscheibe angebracht. Empfohlen wird die Platzierung im linken oberen Bereich der Scheibe oder hinter dem Rückspiegel. Die Seitenfenster, die Heckscheibe und Tönungsstreifen sind hingegen tabu. Bei Motorrädern und Anhängern muss die Vignette gut sichtbar auf einen festen Bestandteil geklebt werden.

Müssen Vignetten nach Ablauf der Gültigkeit entfernt werden?

Grundsätzlich ist dazu zu raten, abgelaufene Vignetten zu entfernen. Denn ist die Sicht auf die neue Vignette durch eine alte eingeschränkt, können Strafzahlungen geltend gemacht werden. Einfach den Aufkleber an einer Ecke lösen und von der Scheibe ziehen. Rückstände lassen sich durch Wasser und ein sauberes Tuch und Glas- oder Vignettenschaber entfernen .

Wo ist die digitale Vignette eine Alternative?

In Österreich gibt es seit November 2017 neben der Klebevignette eine digitale Vignette. Sie ist ans Kennzeichen gekoppelt und muss vorab beantragt werden. Frühestens 18 Tage nach der Bestellung im Internet oder über die App ist sie gültig. Für Ungarn, Rumänien und die Slowakei ist generell eine E-Vignette nötig. Diese wird nicht mehr aufgeklebt, sondern elektronisch registriert.

 

Weitere Informationen:

>> Vignetten bestellen

>> Pressemitteilung vom 9.7.2018: Mit dem Auto durch Europa

>> Pressemitteilung vom 26.6.2018: Sorgenfrei auf große Fahrt

>> ACE-Reiseinformationen: Länderinfos

>> Zum Ausdrucken: Europäischer Unfallbericht

>> ACE-Reiseversicherungen

 

Über den ACE Auto Club Europa e.V.:
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