15.10.2026

Auto winterfest machen: Acht Dinge, die vor dem Herbstfrost zu erledigen sind

 

  • Reifen und Batterie auf Wintertauglichkeit prüfen
  • Frostschutz und freie Sicht sicherstellen
  • Fahrzeugdichtungen pflegen und Winterausrüstung bereithalten

 

Berlin (ACE) – Aktuell muss örtlich mit besonders kühlen Nächten und Bodenfrost gerechnet werden. Mit den sinkenden Temperaturen steigt auch das Risiko für kältebedingte Fahrzeugpannen und eingeschränkte Sicht. Wer sein Auto jetzt auf die Kälte vorbereitet, kann Schäden vorbeugen und zur Verkehrssicherheit beitragen. Der ACE Auto Club Europa erklärt, welche acht Komponenten Autofahrende unbedingt noch vor länger anhaltendem Frost prüfen sollten.

 

1. Bereifung: Profil, Zustand und Luftdruck kontrollieren

Wer nicht mit Ganzjahresreifen unterwegs ist, sollte zeitnah den Wechsel auf Winterreifen vornehmen beziehungsweise vornehmen lassen. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Das heißt, bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte sind grundsätzlich Winter- oder Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol vorgeschrieben. Obwohl die gesetzliche Mindestprofiltiefe in Deutschland lediglich 1,6 Millimeter beträgt, empfiehlt der ACE für Winterreifen mindestens vier Millimeter Restprofil für besseren Grip auch auf nassen Straßen. Neben dem Reifenprofil sollten die Reifen auf feine Risse an den Flanken und zwischen den Profilblöcken, Beschädigungen und ungleichmäßige Abnutzung geprüft werden. Das Reifenalter lässt sich anhand der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Ab etwa sechs Jahren kann die Haftung durch die Alterung des Materials bereits stark nachgelassen haben. Reifen sollten daher nicht älter als sechs bis maximal zehn Jahre sein.

Auch der Luftdruck sollte kontrolliert werden, da er sich bei sinkenden Temperaturen verringert, wodurch Fahrverhalten, Reifenverschleiß und Energieverbrauch beeinträchtigt werden. Maßgeblich sind die Druckvorgaben des Fahrzeugherstellers, die sich häufig in der Tankklappe, im Türrahmen oder in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs finden. ACE-Tipp: Den Luftdruck möglichst bei kalten Reifen prüfen und anpassen, da die Herstellerangaben für diesen Zustand gelten. Während der Fahrt erwärmen sich Reifen, wodurch deren Luftdruck mehr oder weniger stark ansteigen kann. Der höhere Druck ist bei den Herstellervorgaben jedoch bereits berücksichtigt und daher unbedenklich. Achtung: Bei warmen Reifen keine Luft ablassen, da sonst in kaltem Zustand zu wenig in den Reifen sein könnte. 

 

2. Batterie: Startprobleme bei Kälte vermeiden

Kälte ist der größte Feind der Starterbatterie: Bei Minusgraden ist die Batterie weniger leistungsfähig. Zudem benötigt der Startvorgang bei Kälte besonders viel Energie. Insbesondere ältere oder bereits geschwächte Batterien können bei den ersten Minusgraden zu schwach zum Starten sein. Wer etwa feststellt, dass der Anlasser anders klingt als gewohnt, sollte die Batterie möglichst mit einem Ladegerät nachladen und zeitnah in einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Dies gibt Aufschluss darüber, ob die Batterie leistungsfähig genug ist, um durch den Winter zu kommen, oder ob ein Austausch sinnvoll ist. Achtung: Wer häufig Kurzstrecken fährt, ist besonders gefährdet, da die Batterie möglicherweise nicht ausreichend nachgeladen wird. Hier gilt: Notfalls mittels Ladegerät nachladen.

 

3. Scheibenwaschanlage: Winterreiniger rechtzeitig einfüllen

Bei länger anhaltendem Frost muss die Scheibenwaschanlage mit einem Scheibenreiniger mit Frostschutz gefüllt sein, damit die Scheibe weiterhin gereinigt werden kann und Leitungen, Pumpe und Behälter keinen Schaden nehmen. Der ACE empfiehlt daher, vorhandenen Sommerreiniger spätestens ab jetzt sukzessive mit einem geeigneten Winterreiniger aufzufüllen. So erhöht sich der Frostschutzanteil Schritt für Schritt. ACE-Tipp: Ist der Behälter noch fast voll, kann ein hochkonzentrierter Scheibenreiniger vor dem Einfrieren des Wassers schützen. Nach dem Befüllen sollte die Scheibenwaschanlage mehrfach kurz betätigt werden, damit die frostgeschützte Flüssigkeit auch die Leitungen und Düsen erreicht. Jetzt im Herbst sollten zudem die Scheibenwischer auf ihre Funktion und die Wischerblätter auf ihren Zustand geprüft werden. Aus dem Wasserkasten unterhalb der Frontscheibe sollte zudem regelmäßig das Herbstlaub entfernt werden. Verstopfungen an dieser Stelle führen schnell zu Feuchtigkeit im Innenraum.

 

4. Kühlerfrostschutz: Kühlmittel und Frostsicherheit überprüfen

Nicht nur die Scheibenwaschanlage, sondern auch das Kühlsystem des Motors muss gegen Frost geschützt sein. Deshalb empfiehlt es sich, zeitnah zu prüfen, ob der Kühlmittelstand zwischen der Minimum- und Maximum-Markierung liegt. Achtung: Die Kühlflüssigkeit darf ausschließlich bei abgekühltem Motor geprüft werden, da sonst akute Verbrühungsgefahr besteht. Fehlt Kühlmittel, kann es lediglich vorübergehend mit Wasser ergänzt werden. Sonst ist nicht gewährleistet, dass das vorhandene Kühlmittel einen ausreichenden Frostschutz bietet. Die Frostschutzwirkung lässt sich zwar mit einem geeigneten Prüfgerät feststellen, das im Fachhandel erhältlich ist. Allerdings dürfen nur Kühlmittel genutzt werden, die vom Fahrzeughersteller für das jeweilige Modell freigegeben sind. Der ACE empfiehlt, im Zweifel zur Kontrolle und zum Auffüllen eine Fachwerkstatt aufzusuchen.

 

5. Scheiben von innen: Reinigung vermeidet Beschlagen

Neben Eis und Schmutz auf den Außenscheiben kann auch Feuchtigkeit im Fahrzeuginneren die Sicht erheblich beeinträchtigen. Ein Schmutzfilm auf den Innenseiten der Scheiben begünstigt das Beschlagen, weshalb alle Scheiben vor Beginn der kalten Jahreszeit gründlich gereinigt werden sollten. Darüber hinaus empfiehlt der ACE, die Klimaanlage auch jetzt im Herbst sowie später im Winter regelmäßig kurz einzuschalten, da sie der Innenraumluft Feuchtigkeit entzieht und damit beschlagenen Scheiben entgegenwirkt. Wichtig: Den Umluftmodus ausschalten, damit feuchte Luft nach außen entweichen kann. Allerdings funktioniert die Klimaanlage erst bei Temperaturen von etwa 3 bis 5 Grad. Beschlagen die Scheiben trotzdem, hilft vor allem: Heizung und Lüftung auf höchste Stufe und den Luftstrahl auf die Front- und Seitenscheiben ausrichten. Feuchte Fußmatten sollten außerdem regelmäßig getrocknet werden, damit sich nicht unnötig viel Feuchtigkeit im Fahrzeug sammelt.

 

6. Dichtungen: Festfrieren von Türen und Klappen vorbeugen

Bei Frost können feuchte Tür- und Heckklappendichtungen an den anliegenden Karosserieteilen festfrieren, wodurch sich Türen nur schwer oder gar nicht öffnen lassen. Werden sie anschließend mit Gewalt aufgezogen, besteht die Gefahr, dass die Gummidichtungen beschädigt werden. Um dem vorzubeugen, sollten die Dichtungen vor dem großen Frost von Verschmutzungen befreit und getrocknet werden. Spätestens, wenn Dichtungen nicht mehr tiefschwarz, sondern gräulich aussehen, sollte ein geeignetes Gummipflegemittel angewendet werden.

 

7. Winterausrüstung bereitlegen: Eiskratzer und Handfeger einpacken

Frostige Nächte sind ab sofort zu erwarten. Somit gehören ein stabiler Eiskratzer und ein Handfeger ins Auto, beziehungsweise eine Kombination aus beiden, sodass Eis und Schnee vor Fahrtantritt zuverlässig entfernt werden können. Während der Eiskratzer zum Befreien vereister Scheiben dient, erleichtert der Handfeger das Entfernen von Schnee auf Dach, Motorhaube und anderen Fahrzeugflächen. ACE-Tipp: Eine Thermofolie erspart das Kratzen der Frontscheibe und beugt gleichzeitig dem Festfrieren der Scheibenwischer vor.

 

8. Beleuchtung: Gute Sicht in der dunklen Jahreszeit sicherstellen

Auch wenn die Fahrzeugbeleuchtung nicht unmittelbar mit dem Frost zusammenhängt, sollte sie angesichts der frühen Dunkelheit und häufig schlechten Sichtverhältnisse im Herbst und Winter beim Fahrzeugcheck berücksichtigt werden. Scheinwerfer, Rückleuchten, Bremsleuchten, Blinker und Kennzeichenbeleuchtung müssen einwandfrei funktionieren und frei von Verschmutzungen sein. Bei Dämmerung, trübem Wetter oder schlechter Sicht empfiehlt der ACE, das Abblendlicht, beziehungsweise je nach Situation das Fernlicht einzuschalten, da das Tagfahrlicht allein nicht ausreicht und dabei in der Regel die Rückleuchten nicht eingeschaltet sind. Zudem sollte die Leuchtweitenregulierung überprüft und bei Fahrzeugen ohne automatische Regulierung an die Beladung angepasst werden, um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Wer die Beleuchtung fachgerecht kontrollieren lassen möchte, kann die Lichttestwochen im Oktober nutzen, in denen viele Werkstätten eine kostenlose Überprüfung anbieten.

 

Weitere Informationen:

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