ACE: Maut für Fernbusse längst überfällig

Stuttgart (ACE) 13. April 2016 – Der Fernbusmarkt boomt, die Fahrgastzahlen schießen seit Jahren in die Höhe. Unter der zunehmenden Zahl an Bussen leiden jedoch auch die Straßen und Brücken. Der ACE Auto Club Europa unterstützt deshalb die Forderung nach einer Ausweitung der Lkw-Maut auf Fernbusse, die im Vorfeld der morgen beginnenden Verkehrsministerkonferenz laut wurde. Einen entsprechenden Schritt bezeichnete der Club als „längst überfällig“.

Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE Auto Club Europa, sagte am Mittwoch: „Es ist absolut unverständlich, warum Fernbusse bisher von der Lkw-Maut ausgenommen sind. Unter der Last eines modernen Fernbusses leiden die Straßen und Brücken zum Teil stärker als unter einem schweren Sattelzug; denn mit bis zu neun Tonnen bringt ein Fernbus pro Achse mehr Gewicht auf die Waage als ein 40-Tonner.“ Laut dem ACE sollte sich ein modernes Mautsystem vor allem nach dem Verursacherprinzip richten: „Derjenige, der den Schaden verursacht, sollte auch für die Finanzierung von Erhalt und Neubau in die Pflicht genommen werden“, so Heimlich. Eine Maut für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und eine Staffelung nach Gewicht und Achsenzahl wäre daher aus Sicht des ACE nur konsequent.

Dem Argument, die Preise für Fernbus-Touren würden dadurch für den Verbraucher drastisch steigen, nahm Heimlich den Wind aus den Segeln: „Eine hundert Kilometer lange Strecke würde pro Fahrgast nur etwa 20 Cent teurer werden. Damit wäre der Fernbus auf vielen Strecken immer noch konkurrenzlos günstig. Durch die Abgabe würde aber endlich die grundlose Bevorteilung der Fernreisebusse aufhören.“

Laut ACE herrscht seit Monaten ein vehementer und ruinöser Preiskampf der Anbieter von Fernbus-Touren. Offenbar geht es aber langfristig um ein äußerst lukratives Geschäft. Laut aktuellen Hintergrundinformationen des ACE treffen die Fernbuslinien auf ein wachsendes Interesse: So ist zwischen 2012 und 2015 die Zahl der Inlandsfahrten von 2,1 Millionen auf 16,1 Millionen gesprungen. „Der Trend zeigt stetig bergauf, die Fernreisebusse haben sich etabliert, jetzt geht es darum, faire Bedingungen zu schaffen“, so Heimlich weiter.

Fernbus-Reisenden empfiehlt der ACE, die Leistungen der verschiedenen Anbieter zu vergleichen. Die oft kommunizierten Niedrigstpreise seien stark von Aktionen und dem Datum der Buchung abhängig. Nicht immer könne kostenlos storniert oder umgebucht werden, insbesondere Aktionsangebote seien davon in der Regel ausgeschlossen. Trotz häufiger Negativschlagzeilen sei der Reisebus seit Jahren jedoch das sicherste Straßenverkehrsmittel. Das Risiko, während einer Fahrt mit dem Bus tödlich verletzt zu werden, ist etwa 14-mal geringer als bei einer Fahrt mit dem Auto. Das Statistische Bundesamt ermittelte im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2014 0,18 getötete Businsassen auf eine Milliarde Personenkilometer. Mit 2,54 Getöteten pro eine Milliarde Personenkilometer schnitt der Pkw vergleichsweise schlecht ab.

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Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC),
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