ACE kritisiert „Steuer-Wirrwarr" beim Jobticket

Stuttgart (ACE) 5. Oktober 2016 – Anlässlich der am Donnerstag beginnenden Verkehrsministerkonferenz hat der ACE Auto Club Europa die komplizierte Besteuerung von Jobtickets kritisiert und ein stärkeres Engagement für den öffentlichen Verkehr gefordert: „Wer in den Städten saubere Luft will, muss für saubere Autos und einen attraktiven Nahverkehr sorgen. Für Beschäftigte und ihre Betriebe ist es wichtig, dass die Besteuerung von Jobtickets nicht komplizierter ist als die eines Dienstwagens", so Stefan Heimlich, Vorsitzender beim ACE.

„Als Partner für Jobtickets in Hamburg und Stuttgart merken wir, dass viele Unternehmen das Steuer-Wirrwarr rund um Jobtickets abschreckt", so Stefan Haendschke, der für den ACE das Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit" leitet. Dabei sind aus Sicht des ACE Jobtickets genau wie andere Aktivitäten des betrieblichen Mobilitätsmanagements unverzichtbar, wenn Städte ihre Verkehrsprobleme in den Griff bekommen wollen. Denn ein Großteil der Belastungen entstehe durch den Pendlerverkehr. Gut gestaltete Jobtickets könnten helfen, Staus zu verhindern, die im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr entstehen. „Bei der Frage nach Sachbezug, monetären Leistung oder pauschaler Versteuerung steigen viele Unternehmen jedoch aus", so Haendschke. Welches Modell die beste Lösung für den Arbeitgeber sei und wovon Arbeitnehmer am meisten profitierten, diese Diskussion würde in den meisten Unternehmen gar nicht erst geführt.

Der ACE fordert deshalb sowohl Verkehrsminister als auch Finanzminister auf, die Versteuerung der Jobtickets grundsätzlich neu zu gestalten und sich bei der Transparenz an der Ein-Prozent-Regelung für Dienstwagen zu orientieren. Bis es so weit ist, hat der ACE ein Infoblatt herausgegeben, das über den Nutzen von Jobtickets und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Steuer-Modelle informiert.

„Ziel einer modernen Mobilitätspolitik muss die gute Erreichbarkeit der Innenstädte und eine weitgehende Reduzierung gesundheitsschädlicher Emissionen sein. Dazu zählen jedoch nicht nur Zukunftsvisionen und Mega-Projekte, sondern vor allem Feintuning und konkrete Ansätze. Mit der Überarbeitung des Steuermodells für Jobtickets könnten die Minister zeigen, dass sie es ernst meinen", ergänzte Heimlich.

Weitere Informationen

Die Verkehrsministerkonferenz findet am 7. und 8. Oktober in Stuttgart statt. Auf der Agenda steht unter anderem das Thema „Sicherung der innerstädtischen Mobilität und Luftreinhaltung". Seine Anforderungen an einen guten öffentlichen Verkehr hat der ACE in der Broschüre „Damit Städte mobil bleiben und Autofahrer auch mal umsteigen" zusammengefasst. Von besonderer Bedeutung für den ACE ist dabei, dass auch beim öffentlichen Nahverkehr Städte und die lokale Wirtschaft Hand in Hand arbeiten.


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"Stadtbahn überholt Pendler"

 

Der ACE Auto Club Europa ist Mitglied im Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), www.eac-web.eu