ACE fordert Pakt zum Nachrüsten für saubere Luft und Mobilität

Stuttgart (ACE) 24. März 2017 – Dieselgate und NOx-Emissionen wachsen sich von einem Industrieskandal zu einem Problem der täglichen Mobilität der Menschen aus. „Es muss schnellstmöglich eine Luftverbesserung in den Städten erreicht werden. Der Schutz der Gesundheit der Menschen in den Städten ist ein Grundrecht. Es verbietet sich damit von selbst, das Thema auszusitzen. Dennoch dürfen die Menschen, die im Vertrauen auf die Versprechen der Autoindustrie fast neue Dieselfahrzeuge gekauft haben, weder pauschal ausgegrenzt noch durch einen großen Wertverlust bestraft werden. Es wäre weder moralisch noch sozial verantwortlich, diejenigen zu bestrafen, die am wenigsten für die derzeitige Situation können“, so Stefan Heimlich, Vorsitzender des zweitgrößten deutschen Autoclubs ACE.
„Wir brauchen die verbindliche Zusicherung der Industrie, dass ab sofort nur noch saubere Fahrzeuge neu zugelassen werden. Und wir brauchen geförderte Nachrüstoptionen, um den Fahrzeugbestand sauberer zu machen und den Umbau der Fahrzeugflotte sozial zu gestalten. Hersteller und Politik müssen dabei als Verursacher der Probleme einen großen Beitrag leisten.“

Der ACE fordert, dass Hersteller, Zulieferer und Politik schnellstmöglich eine Arbeitsgruppe zum Thema NOx einrichten. Diese Arbeitsgruppe muss prüfen, welche Nachrüstoptionen technisch und wirtschaftlich möglich sind. Aus Sicht des ACE zeigt das Vorgehen von VW beim „Dieselgate“, dass ein Umrüsten durchaus machbar ist. Auch aktuelle Medienberichte über Nachrüstlösungen der Zulieferindustrie stimmen optimistisch. „Das Argument „Geht nicht“ war auch bei der Katalysatornachrüstung nachweislich falsch und ich habe ein großes Vertrauen in die Hersteller, dass sie bei der vorhandenen Kreativität und ausreichend politischem Druck auch saubere Nachrüstregelungen umsetzen können“, so Stefan Heimlich.

Darauf aufbauend muss ein Förderprogramm entwickelt werden, das – analog zur Förderung der Elektromobilität – gleichermaßen von der Industrie und der Politik finanziert wird. Menschen, die das Programm in Anspruch nehmen, sollen das Anrecht auf eine befristetet Übergangsregelung zur Einfahrt in „Blaue Zonen“ bekommen, auch wenn die nachgerüsteten Fahrzeuge möglicherweise die neusten Grenzwerte nach EURO6 nicht gänzlich erreichen werden. Aus Sicht des ACE kann so der notwendige Schritt zur sauberen Luft in den Städten sozialverträglich gestaltet werden.


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