- ACE empfiehlt, in Bergregionen Schneeketten mitzuführen
- Mit Schaltwagen sowohl bergauf als auch bergab niedrigen Gang wählen
- Parken am Hang: Feststellbremse nutzen, passenden Gang wählen und Räder einschlagen
Berlin (ACE) –Nicht grundlos sind die Autobahnen in Richtung der Bergregionen aktuell besonders staugefährdet:Urlaub im Alpenraum und entlang der Mittelgebirge steht in den Winterferien hoch im Kurs. Winterwanderungen mit Panoramablick und verschiedene Wintersportarten wie Rodeln, Skifahren und Snowboarden locken viele Reisende. Der ACE Auto Club Europa gibt Tipps, was bei Autofahrten in den Bergen zu beachten ist.
Anreise: Ausrüstungspflichten und Wintersperren beachten
Wintertaugliche Reifen mit Alpine-Symbol (Schneeflocke im Berg) und mindestens 4 Millimeter Profiltiefe sind bei Fahrten in Bergregionen ein Muss. Zwar ist in Deutschland nur eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben, bei Schnee und Schneematsch sollte jedoch für eine bestmögliche Haftung gesorgt werden. Auch gelten Reifen mit weniger als 4 Millimetern Profiltiefe in Österreich bereits als Sommerreifen. Im Gepäck ist ein Eiskratzer mit Besen zu empfehlen und für alle Fälle sollten auch Schneeketten mitgeführt werden. Diese können etwa in Österreich durch ein Verkehrszeichen sogar vorgeschrieben werden. Wichtig: In Österreich werden nur Schneeketten, die nach der ÖNORM V5117 beziehungsweise V5119 oder EN 16662 zertifiziert sind, als solche anerkannt.
Bei der Routenplanung nicht vergessen: Alle regulären Wintersperren sind aktiv, weitere Alpenpässe sind je nach Wetterlage vorübergehend nicht befahrbar. Spontanes Umplanen kann je nach Route notwendig werden. Bei geplanten Fahrten in entsprechende Gebiete sollte man sich regelmäßig und vor Fahrtantritt, beispielsweise mithilfe der tagesaktuellen Alpenpässe-Übersicht des ACE, über die derzeitige Verkehrslage und aktive Sperrungen informieren.
Bergauf und bergab: Runterschalten
Der Verbrauch steigt bergauf an, weshalb es nicht ratsam ist, mit der Kraftstoffreserve oder wenig Restreichweite Berge mit dem Auto zu erklimmen. Besser einmal mehr tanken beziehungsweise laden. Um den Motor vor Überhitzung zu bewahren, empfiehlt sich für Schaltfahrzeuge bergauf ein niedriger Gang.
Doch auch Bergabfahrten sind nicht zu unterschätzen: Durch das Eigengewicht des Fahrzeugs kommt auf abschüssigen Straßen schnell ein hohes Tempo auf. Gleichzeitig verlängert sich der Bremsweg. Abbremsen ist unerlässlich. Dauerhaftes Bremsen jedoch kann zu erheblichem Verschleiß der Bremsen beitragen und die Bremsscheiben schädigen, sodass schlimmstenfalls die Bremsleistung insgesamt nachlässt. Daher sollte man die Bremsanlage durch die Motorbremse entlasten: Beim Bergabfahren bremst der Motor durch seinen Widerstand mit, sodass das Auto automatisch langsamer wird und die normale Bremse weniger zum Einsatz kommen muss. Bei Schaltfahrzeugen schaltet man dazu auch bei Bergabfahrten in einen niedrigen Gang.
In Kurven: Langsam fahren
Serpentinen sind in den Bergen keine Seltenheit. Der Straßenverlauf ist in engen Kurven oft schwer oder gar nicht einsehbar. Wichtig ist hier eine reduzierte Geschwindigkeit, um ausreichend Reaktionszeit für mögliche Hindernisse hinter der Kurve zu haben. Auch wenn von hinten gedrängelt wird, sollte man sich nicht zum Beschleunigen verleiten lassen. Drängler besser bei der nächsten Parkmöglichkeit vorbeilassen. Überholen ist grundsätzlich nur bei guter Sicht und ausreichend Platz zu empfehlen.Auch sollten Kurven nie geschnitten, sondern immer ausgefahren werden. Die Mittellinie darf auch bei schmalen Straßen nicht überschritten werden, sodass möglicher plötzlicher Gegenverkehr zu jeder Zeit genug Platz hat.
Vorfahrt: Verschiedene Regelungen kennen
Auf schmalen Bergstraßen kann es erforderlich sein, dem Gegenverkehr die Vorfahrt zu gewähren. Wer in solchen Situationen warten muss, ist je nach Land unterschiedlich geregelt:In der Schweiz, Italien und Frankreich hat grundsätzlich der Bergauffahrende Vorrang.In Deutschland und Österreich existiert keine verbindliche Regelung.Hier gilt: Das Fahrzeug, dem das Ausweichen leichter fällt, sollte den Vortritt haben. Zusätzlich ist das Gewicht der Fahrzeuge zu berücksichtigen: Schwerere Fahrzeuge wie Lkw haben bergauf beim Anfahren und bergab beim Bremsen größere Schwierigkeiten und sollten daher bevorzugt werden.
Parken am Hang: Niemals ohne Feststellbremse
Wichtig ist beim Parken auf abschüssigen Straßen vor allem die Betätigung der Feststellbremse. Bei modernen Fahrzeugen wird diese im Parkmodus automatisch aktiviert. Einen zusätzlichen Schutz vor dem Wegrollen eines Schaltwagens bietet es, einen Gang entgegen der anzunehmenden Rollrichtungeinzulegen: Zeigt die Fahrzeugfront bergauf, wählt man den ersten Gang. Zeigt sie hingegen bergab, wird der Rückwärtsgang eingelegt. Automatikfahrzeuge müssen beim Abstellen in die Parkposition P gestellt werden. Die Vorderräder mit Bedacht einzuschlagen, kann ebenfalls sinnvoll sein, um nicht in Richtung Straße wegzurollen: Bei Fahrzeugen mit der Front bergab werden die Vorderräder zur Bordsteinkante hingedreht. Mit dem Heck zum Tal werden die Räder hingegen vom Bordstein weggedreht.
Weitere Informationen:
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