- Ausreichend Frostschutz im Scheibenwischwasser erforderlich
- Ein Guckloch reicht nicht: Auto vor der Fahrt von Schnee und Eis befreien
- Bei Glatteis das Fahrzeug möglichst stehenlassen
Berlin (ACE) – Zu Beginn der Woche verwandelten sich weite Teile Deutschlands über Nacht in eine Schneelandschaft – und das dürfte erst der Anfang gewesen sein. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen nun jederzeit mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Um trotz Schnee, Eis und Kälte sicher mit dem Auto unterwegs zu sein, sind besondere Aufmerksamkeit und ein wenig Vorbereitung gefragt, erläutert der ACE Auto Club Europa.
Ausreichend Sicht ist Pflicht
Ein Guckloch in der Frontscheibe reicht zum Fahren nicht aus: Alle Scheiben, Spiegel, Leuchten und Reflektoren, das Fahrzeugdach sowie die Motorhaube und der Kofferraumdeckel müssen vor der Fahrt vollständig von Eis und Schnee befreit werden. Sonst droht ein Verwarngeld von zehn Euro oder mehr. Eiskratzer und Schneebesen sollten deshalb immer griffbereit im Auto liegen. ACE-Tipp: Eine Thermofolie erspart das Kratzen der Frontscheibe und beugt gleichzeitig dem Festfrieren der Scheibenwischer vor.
Wer das Scheibenwischwasser noch nicht auf ein Wintergemisch mit Frostschutzmittel umgestellt hat, sollte nun schnellstmöglich aktiv werden. Sonst können Leitungen, Pumpe und Behälter bei weiterem Frost Schaden nehmen. Sommer- und Winterzusatz zu mischen, ist unproblematisch. Je größer der verbliebene Anteil an Sommer-Scheibenwischwasser im Tank, desto höher der benötigte Anteil an nachgefülltem Frostschutzmittel, um das Gemisch umgehend wintertauglich zu machen.
Beschlagen die Scheiben von innen, deutet das auf Feuchtigkeit im Fahrzeuginneren hin, aber auch auf die Notwendigkeit, die Scheiben zu reinigen. Schmutzige Scheiben beschlagen eher als saubere. Deshalb: Nach der Fahrt, wenn die Scheiben ausreichend warm sind, die Glasflächen regelmäßig auch von innen mit Glasreiniger säubern und anschließend idealerweise ein Anti-Beschlag-Spray verwenden. Beschlagen die Scheiben trotzdem, hilft vor allem: Heizung und Lüftung auf höchste Stufe stellen. Dabei sollte der Luftstrom direkt auf die Windschutzscheibe gerichtet sein. Bei Fahrzeugen mit Klimaanlage hilft diese zusätzlich, Feuchtigkeit aus der Luft zu ziehen. Allerdings funktioniert die Klimaanlage erst bei Temperaturen von etwa 3 bis 5 Grad. Wichtig: Den Umluftmodus ausschalten, damit feuchte Luft nach außen entweichen kann. ACE-Tipp: Je nach Fahrzeug kann es sich lohnen, sich mit den Funktionen für freie Sicht vertraut zu machen.
Rutschgefahr eindämmen
In Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen nur Reifen verwendet werden, die das Alpine-Symbol, also ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke, aufweisen. Die alleinige M+S-Kennzeichnung ist nicht mehr ausreichend.
Außerdem sollte auf genügend Reifenprofil geachtet werden: Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ACE jedoch im Winter mindestens 4 Millimeter Profil, um bei Schnee, Matsch und stehendem Wasser genügend Grip zu haben. Zu beachten ist, dass im Ausland teils strengere Regelungen gelten: In manchen Ländern, etwa in Österreich, gelten Reifen mit weniger als 4 Millimetern Profiltiefe bereits als Sommerreifen.
Wer Schneeketten montiert hat, profitiert auf schneebedeckten und vereisten Straßen von zusätzlichem Grip. Der ACE empfiehlt deshalb, gerade in Bergregionen und Skigebieten immer Schneeketten mitzuführen. Sie können bei schneebedeckten Straßen bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zum Einsatz kommen. Bei einem Verkehrszeichen, das einen Reifen mit Schneeketten auf blauem Grund zeigt, ist die Weiterfahrt nur mit Schneeketten erlaubt. Wichtig für Fahrten in Österreich: Hier werden ausschließlich Schneeketten, die nach der ÖNORM V5117 beziehungsweise V5119 oder EN 16662 zertifiziert sind, als solche anerkannt. In einigen Ländern sind Radüberzüge aus Stoff, sogenannte „Schneesocken“, als gleichwertige Alternative zu Metallketten erlaubt, wenn sie der europäischen Norm EN16662-1 entsprechen. In Österreich jedoch dürfen bei Schneekettenpflicht nur Schneeketten aus Metall genutzt werden.
Keine Winterjacken im Auto
Eine Winterjacke ist bei frostigen Temperaturen eine Selbstverständlichkeit. Allerdings nicht im Auto: Hier sollten dicke Winterjacken bestenfalls vor der Fahrt ausgezogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Sicherheitsgurt nicht richtig anliegt. Bei einem Unfall drohen dadurch schwerwiegende Verletzungen. Wer absolut nicht auf die Jacke verzichten kann, sollte zumindest dafür sorgen, dass der Beckengurt unter der Jacke verläuft. Dazu kann die Jacke über den Gurt angezogen werden oder man fährt mit geöffneter Jacke. Kinder im Kindersitz unbedingt ohne Jacke anschnallen und lieber eine Decke reichen.
Fahrweise anpassen
Eine angepasste Geschwindigkeit, ausreichend Sicherheitsabstand und rechtzeitiges Bremsen sind grundsätzlich Pflicht. Bei Schnee, Eis, Nässe und schlechter Sicht ist es zudem entscheidend, ruckartige Lenkbewegungen, abruptes Beschleunigen und, wenn möglich, scharfes Bremsen zu vermeiden. Wer sich ausreichend Zeit für die Fahrt nimmt, die Witterungsverhältnisse im Blick behält und sein Fahrverhalten konsequent anpasst, trägt dazu bei, dass auch nach einem plötzlichen Wintereinbruch alle sicher ans Ziel kommen. Wichtig: Wenn vorab bekannt ist, dass es Glatteis gibt, sollte das Auto möglichst stehengelassen werden. Kommt es zu Blitzeis, kann es zudem erforderlich werden, die Fahrt abzubrechen.
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