10.08.2026

Urlaub mit dem E-Auto auf vielen europäischen Routen problemlos möglich

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  • Ladeinfrastruktur und Reichweite entlang der Route prüfen
  • Mehrere Ladekarten, Apps und eine Kreditkarte mitführen
  • Abrechnungsmodelle und Preise vor dem Ladevorgang vergleichen

Berlin (ACE) – Reisen innerhalb Europas sind heute auch mit einem Elektroauto kein Problem mehr. Trotzdem sollte bei der Reiseplanung berücksichtigt werden, dass sich die Ladeinfrastruktur regional erheblich unterscheidet. Während viele Länder in Mittel- und Westeuropa eine hohe Dichte an Ladepunkten bieten, müssen für abgelegene, südliche oder südosteuropäische Ziele größere Abstände und mögliche Versorgungslücken einkalkuliert werden. Der ACE Auto Club Europa rät deshalb, nicht nur die Fahrstrecke, sondern auch geeignete Ladepunkte, Zahlungsmittel und mögliche Alternativen vor Reisebeginn zu prüfen. Eine sorgfältige Planung senkt das Risiko ungeplanter Umwege, langer Wartezeiten und unnötig hoher Ladekosten.

 

Ausbau der Ladeinfrastruktur regional unterschiedlich

Eine hohe Zahl und Dichte öffentlicher Ladepunkte findet sich insbesondere in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz, auch Großbritannien ist vergleichsweise gut abgedeckt. In Italien und Spanien ist das Laden entlang der Hauptverkehrsachsen in der Regel gut möglich, während die Versorgung in ländlichen und südlichen Regionen sowie auf Inseln deutlich dünner ausfallen kann. Ähnliches gilt für Finnland und Schweden: Städte und wichtige Fernrouten sind gut erschlossen, aufgrund der großen Entfernungen nehmen die Lademöglichkeiten in Richtung Norden jedoch ab. In Polen, Slowenien und Kroatien bestehen teilweise Lücken, während im weiteren Südosten Europas, in Süditalien sowie auf Strecken in Richtung Griechenland und Türkei mit größeren Abständen zwischen den Ladepunkten zu rechnen ist. Wer solche Regionen bereist, sollte Ladehalte frühzeitig festlegen und ausreichend Reichweitenreserve für Ausweichrouten einplanen, da ein belegter, defekter oder inkompatibler Ladepunkt andernfalls schnell zu erheblichen Verzögerungen führen kann.

 

Mehrere Ladekarten und geeignete Zahlungsmittel einplanen

Viele deutsche Ladekarten ermöglichen über Roaming auch das Laden im Ausland, decken jedoch nicht automatisch alle europäischen Länder und Betreiber ab. Abhängig vom Anbieter können unter anderem Norwegen, Großbritannien, Ungarn oder Staaten Südosteuropas fehlen. Zudem akzeptieren einzelne Säulen weiterhin ausschließlich physische Ladekarten. Der ACE empfiehlt deshalb, zwei bis drei kostenlose Ladekarten oder Apps verschiedener Anbieter mitzuführen und deren Länderabdeckung vor Reisebeginn zu kontrollieren. Schon für einzelne Urlaubsfahrten können Tarife mit Grundgebühr finanziell sinnvoll sein, sofern sie im jeweiligen Reiseland eine breite Netzabdeckung und günstigere Konditionen bieten. Als Zahlungsmittel ist eine Kreditkarte am verlässlichsten, denn die in Deutschland verbreitete Girokarte wird im Ausland nur selten akzeptiert. Auch Debitkarten funktionieren nicht an jedem Terminal. Ergänzend kann ein Konto bei einem digitalen Zahlungsanbieter wie PayPal hilfreich sein.

 

Preise und Abrechnungsmodelle vor dem Laden prüfen

Das Laden mit einer deutschen Roamingkarte ist im Ausland nicht zwangsläufig die günstigste Variante, da Aufschläge von bis zu 100 Prozent möglich sind. Vor der Reise sollte daher recherchiert werden, welche lokalen Betreiber im Transit- oder Zielland günstige Tarife anbieten und ob eine Registrierung bereits aus Deutschland möglich ist. Dies kann entscheidend sein, weil bei einer Kontoeröffnung vor Ort zusätzliche Voraussetzungen gelten können: Wer beispielsweise in Italien erst während der Reise einen Account bei einem lokalen Anbieter anlegt, wird zur Angabe einer italienischen Steuernummer aufgefordert. Bei einer vorherigen Registrierung aus Deutschland entfällt dies. Alternativ kommt das Ad-hoc-Laden ohne festen Vertrag infrage, das seit 2024 an neuen Schnellladepunkten in der EU vorgeschrieben ist und beispielsweise in Deutschland bereits an fast 90 Prozent der Schnell- und Normalladesäulen angeboten wird. Die günstigen Ad-hoc-Durchschnittspreise im Ausland aus der ACE-Übersicht zeigen, dass es sich lohnen kann, statt der lokalen oder deutschen Ladekarte einfach direkt per Kreditkarte oder Smartphone zu zahlen. Europameister im Bereich günstige Ladepreise ist Litauen mit der Hauptstadt Vilnius. Dort ist Normalladen mit 28,7 Cent pro Kilowattstunde etwa halb so teuer wie in Deutschland.

Achtung: Neben der Abrechnung nach Kilowattstunden sind im Ausland häufiger Zeittarife anzutreffen. Wird nach Minuten abgerechnet, kann insbesondere ein langsam ladendes Fahrzeug unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen. Bei Zahlungen in Fremdwährung ist außerdem in der Regel die Abrechnung in Landeswährung günstiger als eine vom Terminal angebotene sofortige Umrechnung in Euro.

 

Stecker, Fähren und Mobilfunkverbindung berücksichtigen

An öffentlichen europäischen Ladepunkten entsprechen die Anschlüsse überwiegend den aus Deutschland bekannten Standards: Für Wechselstrom wird üblicherweise Typ 2 verwendet, für Gleichstrom der CCS-Anschluss. Während das Kabel an Schnellladesäulen fest installiert ist, muss das eigene Typ-2-Kabel an Normalladepunkten meist mitgeführt werden. In Nicht-EU-Ländern wie Albanien können zusätzlich chinesische GB/T-Anschlüsse vorkommen, für die europäische Fahrzeuge einen geeigneten Adapter benötigen. In einigen Ländern, darunter Italien, sind außerdem Starkstromanschlüsse in öffentlichen Tiefgaragen verbreitet, die sich mit einer mobilen Wallbox und passenden Steckeraufsätzen nutzen lassen.

Bei Fährreisen sollte vor der Buchung geprüft werden, welche Vorgaben die jeweilige Reederei für den Ladezustand des Fahrzeugs macht. So darf beispielsweise auf griechischen Fähren die Akkuladung oft nur maximal 40 Prozent betragen, während es im übrigen Europa häufig keine derart restriktiven Vorgaben gibt. Andere Fährgesellschaften bieten wiederum reservierbare Ladeplätze an Bord an. ACE-Tipp: Eine Lademöglichkeit auf der Fähre muss üblicherweise vorab gebucht werden. Bei großem und weitgehend entladenem Akku kann der angebotene Pauschalpreis unter Umständen günstiger sein als das Laden an Land.

Für Fahrten durch die Schweiz empfiehlt es sich zudem, Ladepunkte und Kartenmaterial vorab herunterzuladen, da viele Mobilfunktarife dort kein kostenloses Roaming einschließen und die spontane Online-Suche zusätzliche Kosten verursachen kann.

 

Weitere Informationen:

>> ACE-Übersicht zu Adhoc-Ladepreisen im In- und Ausland

>> Ladekarte für das Elektroauto: Worauf bei der Auswahl zu achten ist

 

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