24.04.2026

Unbeständiges Wetter im Frühling: Worauf beim Autofahren zu achten ist

© imago images/Sabine Gudath

  • Fahrweise an Witterungsbedingungen anpassen
  • Pollenflug kann gefährlichen Schmierfilm verursachen
  • Mehr Reifenprofil als gesetzlich vorgeschrieben, sorgt für mehr Grip

 

 

Berlin (ACE) – Wechselhafte Witterungsbedingungen prägen nicht nur den April: Autofahrende müssen sich weiterhin auf schnelle Wetterumschwünge einstellen. Innerhalb kürzester Zeit kann aus Sonnenschein Starkregen werden, aber auch Nebel am Morgen sowie teils frostige Temperaturen bis hin zu vereinzelten Schneefällen stellen besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit. Der ACE Auto Club Europa erläutert, wie man trotz unstetem Wetter im Frühling sicher unterwegs ist.

 

Plötzliche Witterungswechsel nicht unterschätzen

Insbesondere im Frühjahr können sich trockene und nasse Fahrbahnen innerhalb kurzer Zeit abwechseln, wodurch sich die Haftung der Reifen erheblich verändert. Wer bei Sonnenschein startet, muss jederzeit mit einem Wetterumschwung rechnen, der die Sicht und den Bremsweg beeinflusst. Bei Nässe verlängert sich der Bremsweg deutlich, insbesondere wenn sich auf der Fahrbahn durch Pollen- oder Blütenreste ein Schmierfilm bildet und die Fahrbahn noch rutschiger wird. Der ACE empfiehlt daher, die Geschwindigkeit kontinuierlich an die aktuellen Bedingungen anzupassen und ausreichend Sicherheitsabstand einzuhalten.

 

Achtung bei nasser Fahrbahn: Aquaplaning tritt bei neuen Reifen mit viel Profil von sieben Millimetern meist erst ab etwa 80 km/h auf. Allerdings besitzen Reifen diese optimale Profiltiefe oft nur direkt nach dem Kauf. Mit zunehmendem Verschleiß des Reifenprofils nimmt die Fähigkeit ab, Wasser von der Fahrbahn abzuleiten. Mit jedem Millimeter weniger Restprofil setzt Aquaplaning früher ein. Je nach Höhe des Wasserfilms kann Aquaplaning bereits bei 50 km/h auftreten. Bei nassen Straßen gilt deshalb grundsätzlich: Geschwindigkeit reduzieren, keine abrupten Lenkbewegungen und plötzliches Bremsen vermeiden.

 

Sichtverhältnisse und Beleuchtung im Fokus

Plötzliche Schauer oder morgendlicher Nebel können die Sicht stark beeinträchtigen. Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen unterwegs ist, sollte die Fahrzeugbeleuchtung frühzeitig einschalten, um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Tagfahrlicht reicht dafür nicht, weil es nur nach vorn scheint. Auch sollte man sich nicht auf die Lichtautomatik verlassen, da diese insbesondere bei Nebel, aber teils auch bei Regen nicht zuverlässig funktioniert. Viele Fahrzeuge verfügen über Nebelscheinwerfer, die bei entsprechenden Witterungsverhältnissen wie Nebel, Regen oder Schneefall eingesetzt werden dürfen, ergänzend kann das Standlicht genutzt werden. Sinkt die Sichtweite unter 50 Meter muss die Nebelschlussleuchte eingeschaltet und die Geschwindigkeit auf maximal 50 km/h begrenzt werden – dies betrifft ausdrücklich auch Autobahnen. Verbessern sich die Sichtverhältnisse, müssen Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte unverzüglich wieder ausgeschaltet werden.

 

Erhöhte Aufmerksamkeit ist besonders in den Morgen- und Abendstunden bei Blendung durch tiefstehende Sonne gefragt. Der ACE rät dazu, Windschutzscheiben sauber zu halten und Scheibenwischer auf ihre Funktion zu prüfen, da verschmutzte oder verschlissene Wischer die Sicht zusätzlich verschlechtern.

 

Auf die richtige Bereifung setzen

Auch wenn die Temperaturen steigen, können winterliche Bedingungen im Frühling weiterhin auftreten, insbesondere in den frühen Morgenstunden oder in höheren Lagen. Wer bereits auf Sommerreifen gewechselt hat, sollte sich der eingeschränkten Leistungsfähigkeit bei niedrigen Temperaturen bewusst sein. Sommerreifen verlieren bei Kälte an Haftung, da ihre Gummimischung bei niedrigen Temperaturen verhärtet und sich dann nicht mit der Straße verzahnen kann. Der ACE empfiehlt, den Reifenwechsel erst bei stabilen Plusgraden über etwa 7 Grad Celsius vorzunehmen und regelmäßig Reifendruck sowie Profiltiefe zu kontrollieren. Auch wenn der Gesetzgeber nur eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern vorschreibt, empfiehlt der ACE, vier Millimeter bei Winterreifen und drei Millimeter bei Sommerreifen nicht zu unterschreiten. Ganzjahresreifen gelten als Winterreifen, so dass auch für sie die Empfehlung von mindestens vier Millimetern Restprofil gilt.

 

 

Weitere Informationen:

>> Reifenwechsel im Frühling: Jetzt Reifencheck und Terminplanung angehen

>> Starkregen und Hochwasser: Was mit dem Auto zu beachten ist

 

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