13.03.2026

Start der Baustellensaison: Worauf bei verengten Fahrbahnen zu achten ist

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  • Fahrzeugbreite inklusive Außenspiegel kennen und berücksichtigen
  • Rettungsgasse auch in Baustellenbereichen auf der Autobahn bilden
  • Geschwindigkeit und Abstand den Baustellenbedingungen anpassen

 

Berlin (ACE) – Sobald die Temperaturen steigen, beginnt auf vielen Straßen die Baustellensaison. Nach den Wintermonaten werden Frostschäden beseitigt, Fahrbahnen saniert und Infrastrukturprojekte fortgesetzt. Die Autobahn GmbH führt aktuell bereits knapp 3.000 Baustellen bundesweit auf Autobahnen auf. Für Verkehrsteilnehmende bedeutet das häufig veränderte Verkehrsführungen, schmalere Fahrstreifen und reduzierte Geschwindigkeiten. Der ACE Auto Club Europa weist darauf hin, dass gerade in Baustellenbereichen ein erhöhtes Unfallrisiko besteht, wenn Fahrzeugbreite oder Spurführung falsch eingeschätzt werden. Wer aufmerksam fährt und einige grundlegende Regeln beachtet, kann Konflikte und gefährliche Situationen jedoch deutlich reduzieren.

 

Spurverengungen richtig einschätzen

In Baustellenbereichen auf der Autobahn wird der vorhandene Straßenraum häufig neu aufgeteilt. Damit der Verkehr trotz Bauarbeiten weiter fließen kann, sind die Fahrbahnen teilweise deutlich schmaler als im regulären Betrieb. Häufig weisen Verkehrszeichen wie „verengte Fahrbahn“ (Zeichen 120, 121 oder 122) darauf hin, dass sich die Fahrbahnbreite reduziert oder die Straße einseitig enger wird. Für Verkehrsteilnehmende erfordert dies, die eigene Fahrweise anzupassen und besonders aufmerksam auf die neue Spurführung zu achten. Auch innerhalb geschlossener Ortschaften kommt es durch Baustellen häufig zu Fahrbahnverengungen oder provisorischen Verkehrsführungen. Befindet sich ein Hindernis auf einer Seite der Fahrbahn, gilt grundsätzlich: Der Verkehr auf der Seite des Hindernisses muss warten, während der entgegenkommende Verkehr Vorrang hat. Diese Regelung soll gefährliche Ausweichmanöver und Konflikte in engen Bereichen verhindern.

 

Achtung: Spurhalteassistenten und andere kamerabasierte Assistenzsysteme orientieren sich an klar erkennbaren Fahrbahnmarkierungen. Rund um Baustellen überlagern jedoch häufig provisorische Markierungen ältere Linien oder verlaufen ungewöhnlich. Assistenzsysteme können solche Markierungen nicht immer zuverlässig erkennen.

 

Eigene Fahrzeugbreite korrekt bestimmen

Zudem gelten in Baustellen häufig konkrete Breitenbeschränkungen. Während die rechte Fahrspur auf Autobahnen nicht schmaler als drei Meter sein darf, wird die linke Fahrspur oftmals auf 2,0, 2,1 oder 2,2 Meter Fahrzeugbreite begrenzt. Gerade weil moderne Fahrzeuge zunehmend breiter werden und inzwischen auch viele Modelle der Kompaktklasse breiter als zwei Meter sind, sollten Autofahrende die tatsächliche Breite ihres Fahrzeugs unbedingt kennen. Achtung: In der Zulassungsbescheinigung ist zwar die Fahrzeugbreite an der breitesten Stelle angegeben, jedoch ohne Außenspiegel. Entweder findet sich die Gesamtbreite in der Gebrauchsanweisung oder sie muss nachgemessen werden: Dazu durch die geöffneten Fenster von Außenspiegel zu Außenspiegel Maß nehmen und nicht einfach die Spiegelbreite mit der Fahrzeugbreite addieren. Hier würde ein ungenaues Ergebnis herauskommen, da die Außenspiegel meistens nicht an der breitesten Fahrzeugstelle angebracht sind.

 

Reißverschlussverfahren und versetztes Fahren

Kommt es innerhalb einer Baustelle zum Wegfall eines Fahrstreifens, müssen sich Autofahrende nach dem Reißverschlussverfahren in die verbleibende Spur einfädeln. Diese Regelung soll verhindern, dass sich der Verkehr unnötig früh auf einer Spur staut. Fahrzeuge nutzen zunächst beide Spuren und ordnen sich erst unmittelbar vor der Engstelle abwechselnd in die verbleibende Spur ein.

Grundsätzlich gilt jedoch auch im Baustellenbereich das Rechtsfahrgebot außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Autobahnen. Dementsprechend ist die rechte Spur zu nutzen, solange kein Überholvorgang stattfindet. Teilweise ist das Überholen in Baustellen aber verboten und es wird zusätzlich auf eine versetzte Fahrweise hingewiesen. Dieses Zusatzzeichen hat für sich genommen keine eigenständige rechtliche Bedeutung, sondern dient als Empfehlung für die Verkehrsführung. Das versetzte Fahren soll dazu beitragen, den vorhandenen Verkehrsraum möglichst effizient zu nutzen und gleichzeitig verhindern, dass sich zwei breite Fahrzeuge dauerhaft direkt nebeneinander befinden. Wer ausreichend Abstand hält und die eigene Position bewusst wählt, reduziert das Risiko von seitlichen Kollisionen in engen Baustellenbereichen.

Das Missachten der vorgeschriebenen Breite kann mit einem Bußgeld von 40 Euro geahndet werden. Gleichzeitig lässt sich nach einer seitlichen Kollision oft nur schwer nachweisen, welches Fahrzeug seine Spur verlassen hat. Befindet sich jedoch ein Fahrzeug auf einer Spur, für die es aufgrund seiner tatsächlichen Breite nicht geeignet ist, wird bei der Unfallbewertung häufig ein höherer Haftungsanteil für das überbreite Fahrzeug angenommen.

 

Rettungsgasse auch in Baustellen freihalten

Gerät der Verkehr aufgrund von Baustellen ins Stocken oder kommt es zu einem Stau, muss auch hier eine Rettungsgasse gebildet werden. Oft reicht der Platz zwischen den Fahrspuren nicht aus, um Rettungsfahrzeugen das Durchfahren zu ermöglichen. In diesem Fall sollte ausreichend Abstand zum vorherigen Fahrzeug eingehalten werden, so dass sich Rettungsfahrzeuge situationsbedingt durchschlängeln können. Alternativ ordnen sich alle Fahrzeuge möglichst weit rechts ein, sodass links eine freie Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge entsteht.

 

 

Weitere Informationen:

>> Richtig verhalten auf der Autobahn

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>> Blaulicht und Sirene: Was zu tun ist, wenn sich ein Einsatzfahrzeug nähert

 

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