Reisemobil pünktlich zum Sommerurlaub: Gebraucht kaufen spart lange Wartezeiten

Reisemobil auf einer Rasenfläche am Wasser

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Berlin (ACE) – Wer besonders flexibel mit dem eigenen Reisemobil in den Sommerurlaub starten möchte, aber noch kein passendes Gefährt besitzt, sollte sich zeitnah darum bemühen. Die Marktsituation beim individuell bestellten Wunschmobil ist infolge der großen Nachfrage angespannt: Lange Lieferzeiten lassen sich in der Regel beim Gebrauchtwagenkauf umgehen. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, gibt Tipps für die Suche nach einem geeigneten Gebrauchtmobil.

Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen

Das passende Haus auf Rädern finden Interessierte unter anderem auf Gebrauchtwagenportalen, beim Händlerverband DCHV, bei der Händlergemeinschaft Intercaravaning und beim Reisemobilhändler. Vorsicht vor unangemessen hochpreisigen Fahrzeugen ist überall geboten: Ein gängiges Modell, fünf bis sieben Jahre alt, für mehr als die Hälfte des aktuellen Neupreises – das muss trotz hoher Nachfrage nicht sein. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis findet sich oft bei Reisemobilen, die eine Saison, maximal zwei als Mietfahrzeuge unterwegs waren. Für diese von vielen Händlern häufig als „Halbjahreswagen“ deklarierten Gebrauchten mit einer Laufleistung von bis zu 30.000 Kilometern ist ein Nachlass von etwa 25 Prozent auf den Listenpreis nicht unüblich. Besonderer Nebeneffekt: Die Fahrzeuge lassen sich oft im Vorfeld mieten und somit besonders gründlich testen.

Achtung: Mängelhaftung nur bei gewerblichen Anbietern Pflicht

Gewerbliche Verkäufer sind zu einer Gewährleistung von mindestens einem Jahr verpflichtet. Wer sich über einen längeren Zeitraum vor etwaigen bösen Überraschungen nach dem Kauf schützen möchte, muss meist draufzahlen – beispielsweise gewährt die Händlergemeinschaft Intercaravaning für bestimmte Modelle 24 Monate Garantie. Bietet ein privater Verkäufer das Wunschmobil an, empfiehlt es sich, die Mängelhaftung im Kaufgespräch zum Thema zu machen. Denn Privatanbieter können eine Gewährleistung komplett ausschließen. Darüber hinaus ist es grundsätzlich ratsam, das Wunschfahrzeug mit einem fachkundigen Berater an der Seite noch vor dem Kauf genau zu inspizieren, damit Mängel möglichst schon vor Erwerb erkannt und behoben werden.

Fahrtüchtigkeit in der Praxis erproben

Bei scheckheftgeprüften Reisemobilen lässt sich nicht nur das Datum von Hauptuntersuchung und Gasprüfung nachvollziehen. Auch ist beispielsweise gewährleistet, dass die Dichtigkeitsgarantie des Herstellers weiterhin besteht, und dass vorgeschriebene Zahnriemenwechsel am Basisfahrzeug vorgenommen wurden. Ein Blick auf die Europlakette ist im Hinblick auf mögliche Einfahrbeschränkungen in Städte notwendig. Doch auch wenn Scheckheft und Plakette einen guten Eindruck machen: Die praktische Überprüfung der verkehrstechnischen Funktionen kann kein Schriftstück ersetzen.

Bei einer Probefahrt sollten Kaufinteressenten alle relevanten Funktionen, von der Sicherheitsausstattung, wie Airbag und ESP, über Motor und Getriebe, Lenkung, Fahrwerk und Bremsen bis hin zum Licht, gründlich in Augenschein nehmen. Bei älteren Modellen darf darüber hinaus die Reifeninspektion nicht fehlen. Nicht nur das Herstellungsdatum, sondern auch die DOT-Nummer auf der Reifenflanke sind relevant: Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche, die letzten beiden das Produktionsjahr an. Generell gilt: Nach acht Jahren sollten Reifen ausgetauscht werden, und zwar unabhängig von der Qualität des Profils.

Prüfung der Anbauteile beugt Ersatzteilproblemen vor

Gerade bei älteren Reisemobilen kann sich die Ersatzteilversorgung schwierig gestalten. Damit nach dem Kauf keine bösen Überraschungen folgen, sollten die Anbauteile beim Erwerb in einem möglichst guten Zustand sein. Pflicht sollte der Blick auf alle Dichtungen von Fenstern, Türen und Klappen, ebenso wie der Check des Unterbodens sein. Besteht dieser aus Holz, ist auf Fäulnisschäden, erkennbar durch weiche Stellen, zu achten. Muffiger Geruch und Flecken an den Wänden deuten ebenfalls auf Feuchtigkeitsschäden im Inneren hin. Hier heißt es: Finger weg. Wer ganz sicher gehen will, nutzt einen Feuchtemesser.

Schlussendlich geht es an die Prüfung von Möbeln und Haustechnik. Insbesondere im Bad lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn Risse in der Duschtasse können teuer werden, ebenso wie eine mangelnde Hygiene bei der Wasseranlage. Daneben gilt es, die Funktionstüchtigkeit aller Geräte zu prüfen – vom Kocher über Warmwasseranlage bis hin zur Heizung.

 

Über den ACE Auto Club Europa e.V.:
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