- Jetzt Reifenalter und Profiltiefe prüfen
- Reifenkauf und Wechseltermin rechtzeitig organisieren
- Wechsel erst bei stabilen Plusgraden sinnvoll
Berlin (ACE) – Nach den ersten frühlingshaften Temperaturen kann bei Autofahrenden bereits der Gedanke an den Wechsel auf Sommerreifen aufgekommen sein. Doch dann kam der nächste Kälteeinbruch. Ein verfrühter Umstieg ist nicht im Sinne der Verkehrssicherheit, warnt der ACE Auto Club Europa, und rät, zunächst in die Vorbereitung zu gehen, den tatsächlichen Wechsel jedoch erst vorzunehmen, wenn stabile Plusgrade herrschen.
Wechselzeitpunkt bewusst wählen
Warme Frühlingstage können dazu verleiten, frühzeitig auf Sommerreifen umzurüsten. Doch späte Kälteeinbrüche sind bis in den April hinein möglich. Die Faustregel „von O bis O“ dient lediglich als grobe Orientierung. Maßgeblich ist hingegen die tatsächliche Wetterlage. Wer zu früh wechselt, riskiert bei Kälteeinbrüchen eine verminderte Haftung der Reifen. Denn Sommerreifen verlieren bei Kälte an Elastizität, was die Bodenhaftung reduziert. Kommt es gar nochmal zu Schnee und Eis greift die situative Winterreifenpflicht, sodass auch ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg drohen.
Eine Sommerreifenpflicht gibt es zwar nicht, trotzdem empfiehlt der ACE, Sommerreifen zu nutzen, sobald dauerhaft stabile Plusgrade herrschen, das ist meist ab Mai der Fall. Winterreifen sind aufgrund ihrer weicheren Gummimischung für niedrige Temperaturen optimiert. Bei wärmeren Bedingungen steigt ihr Verschleiß deutlich, gleichzeitig verlängert sich der Bremsweg.
Reifenzustand überprüfen
Die aktuelle Übergangszeit sollten Autofahrerinnen und -fahrer nutzen, um vorhandene Sommerreifen gründlich zu kontrollieren. Neben offensichtlichen Schäden sind Alter und Profiltiefe entscheidend. Das Reifenalter lässt sich anhand der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke bestimmen. Diese setzt sich aus der Kalenderwoche und dem Produktionsjahr zusammen. Die Nummer „1026“ steht beispielsweise für eine Fertigung in der 10. Kalenderwoche des Jahres 2026. Ab einem Alter von sechs Jahren ist eine fachliche Begutachtung der Reifen erforderlich, da das Material mit der Zeit an Leistungsfähigkeit verliert. Sind schon feine Risse zwischen den Profilblöcken oder an den Flanken zu erkennen, sollten die Reifen ersetzt werden.
Für die Profiltiefe gilt: Gesetzlich sind 1,6 Millimeter vorgeschrieben, aus Sicherheitsgründen empfiehlt der ACE bei Sommerreifen jedoch mindestens drei Millimeter. Dadurch sinkt zum Beispiel das Risiko von Aquaplaning. Die Profiltiefe lässt sich am zuverlässigsten mit einem einfachen Reifenprofil-Messer bestimmen. Da sich Reifen oft ungleichmäßig abnutzen, sollte an mehreren Stellen gemessen werden, innen, außen und in der Mitte der Lauffläche. Eine grobe Orientierung ohne spezielles Messwerkzeug bieten die Verschleißanzeiger an den Reifen: Auf den Flanken ist häufig der Schriftzug „TWI“ zu finden, was für „Tread Wear Indicator“ steht. Alternativ findet sich dort ein kleines Dreieck. Direkt daneben befinden sich in den Profilrillen kleine Stege. Sind diese bündig mit dem restlichen Profil, ist der Reifen abgefahren und sollte ersetzt werden.
Reifenkauf frühzeitig vorbereiten
Wer feststellt, dass neue Sommerreifen erforderlich sind, sollte die Beschaffung nicht aufschieben. Gerade bei speziellen Anforderungen, etwa einer eher unüblichen Größe, sind Lieferverzögerungen nicht ausgeschlossen.
Beim Reifenkauf empfiehlt es sich, unabhängige Testergebnisse, beispielsweise von Autoclubs, zu berücksichtigen. Wer sich für ein Modell entschieden hat, sollte Preisvergleiche durchführen. Ein Online-Preisvergleich auf einschlägigen Portalen kann sich lohnen, um beim lokalen Reifendienst eine hilfreiche Verhandlungsbasis zu haben.
Wer mit dem Gedanken spielt, Reifen online zu kaufen, sollte Online-Shops vorab auf Seriosität prüfen. Auch sollte die Option bestehen, den Reifenwechsel bei einer Partnerwerkstatt durchführen zu lassen. Sonst muss damit gerechnet werden, dass lokale Reifendienste für den Reifenwechsel mehr berechnen, wenn die Reifen woanders erworben wurden. Auch sind fehlende Angaben online ein Problem: Häufig findet das Herstellungsdatum keine Erwähnung, obwohl dieses wichtig ist: Der ACE rät, nur Reifen zu kaufen, deren Produktion nicht länger als 18 Monate zurückliegt. Zwar besteht bei Online-Käufen ein 14-tägiges Widerrufsrecht, zu bedenken bleibt jedoch der Rückversand: Dieser kann bei sperrigen Reifen per Spedition zeit- und kostenintensiv sein.
Wechsel organisieren und Lagerung bedenken
Parallel zur Prüfung und Beschaffung der Reifen sollte auch der eigentliche Reifenwechsel vorbereitet werden. Werkstätten sind in der Hochsaison häufig ausgelastet, weshalb eine frühzeitige Terminvereinbarung sinnvoll ist. Fachbetriebe bieten den Vorteil, dass sie den Zustand der Reifen professionell kontrollieren können und auf Wunsch die Einlagerung übernehmen.
Wer den Wechsel selbst durchführen möchte, benötigt geeignetes Werkzeug und entsprechende Kenntnisse. Fehler beim Anheben des Fahrzeugs oder beim Anziehen der Radschrauben können zu gefährlichen Situationen führen. Eine fachgerechte Lagerung der nicht genutzten Reifen ist zudem entscheidend, um Materialschäden zu vermeiden. Reifen sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden: Kompletträder lagern am besten liegend oder hängend, Reifen ohne Felgen sollten hingegen stehen und regelmäßig gedreht werden.
Weitere Informationen:
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