- Nötige Routine muss sich nach langer Winterpause wieder entwickeln
- Autofahrende sollten kinderfreundlich parken
- Kinder nicht über die Straße winken
Berlin (ACE) –Mit steigenden Temperaturen und längeren Tagen nimmt die Zahl der Kinder zu, die jetzt wieder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller. Gleichzeitig steigt das Unfallrisiko im Frühling, da selbst geübte Kinder nach dem Winter erst wieder Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen müssen, während insgesamt wieder mehr Verkehrsteilnehmende unterwegs sind. Der ACE Auto Club Europa weist darauf hin, dass insbesondere in Wohngebieten und im Umfeld von Schulen, Kitas sowie Spielplätzen besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. Alle Verkehrsteilnehmenden sollten sich darauf einstellen, dass Kinder plötzlich in Fahrbahnnähe auftauchen oder am Straßenrand unsicher und unachtsam unterwegs sind.
Eingeschränkte Wahrnehmung und fehlende Routine
Kinder sind kognitiv und motorisch noch in der Entwicklung, weshalb sie Entfernungen, Geschwindigkeiten und Anhaltewege oft nicht einschätzen können. Auch das gleichzeitige Erfassen und Verarbeiten mehrerer Informationen, etwa fahrende Fahrzeuge, Geräusche und Verkehrszeichen, ist häufig erst ab einem Alter von etwa acht Jahren möglich. Das Verhalten von Kindern kann sich daher trotz Aufmerksamkeit plötzlich und unvorhersehbar verändern, etwa durch spontane Richtungswechsel, plötzliches Anhalten oder abruptes Abbiegen. Wer Kinder im Straßenraum erkennt, sollte die Geschwindigkeit reduzieren und innerorts stets bremsbereit sein. In der Nähe von Schulen, Kindertagesstätten, Sport- und Spielplätzen und Wohngebieten ist zudem mit erhöhter Aktivität von Kindern zu rechnen, unabhängig von der Beschilderung. Wer innerorts unterwegs ist, muss besonders vorausschauend fahren und jederzeit auf unerwartete Situationen vorbereitet sein.
Auch Kinder, die das Fahrradfahren grundsätzlich sicher beherrschen, müssen sich nach der langen Winterpause erst wieder daran gewöhnen. Gerade zu Beginn der Fahrradsaison steigt das Risiko von Fahrfehlern und unsicheren Manövern. Eltern sollten daher zu Beginn besonders aufmerksam sein und ihre Kinder zunächst begleiten. Sinnvoll, um die Fahrpraxis schrittweise wieder aufzubauen, sind einfache, spielerische Übungssituationen im geschützten Raum, etwa am Sonntag auf Supermarktparkplätzen oder Verkehrsübungsplätzen für Fahrräder. Auch sollten nach einer längeren Fahrpause die Fahrradgröße und die Einstellungen überprüft werden. Um dafür zu sorgen, dass Kinder sicher mit dem Fahrrad unterwegs sind, sollte beispielsweise die Sattelhöhe passend zur Körpergröße eingestellt werden. Zudem müssen die Bremsgriffe so ausgerichtet sein, dass sie von Kinderhänden unproblematisch gezogen werden können.
Parkende Fahrzeuge engen das Sichtfeld ein
Parkende Fahrzeuge, besonders große wie SUVs oder Transporter, schränken die Sicht zwischen Kindern und Autofahrenden stark ein. Kinder können häufig nicht über parkende Autos hinwegsehen und müssen sich in den Fahrbahnbereich vortasten, um den Verkehr einsehen zu können. Gleichzeitig sind sie für andere Verkehrsteilnehmende schwer erkennbar. Vor allem hohe Fahrzeugfronten schränken die direkte Sicht auf Kinder unmittelbar vor dem Fahrzeug erheblich ein, wodurch gefährliche Situationen entstehen können. Autofahrende sollten daher besonders aufmerksam fahren und jederzeit mit plötzlich auftauchenden Kindern rechnen. Autofahrende können außerdem kinderfreundlich parken, indem sie den vorgeschriebenen Abstand zu Kreuzungen, Überwegen und Sichtlinien einhalten und stets mitdenken, ob Kinder gesehen werden können.
Vermeintlich hilfreiche Gesten unterlassen
Häufig versuchen Autofahrende, Kindern durch Handzeichen oder Winken das Überqueren der Straße zu ermöglichen. Diese gut gemeinte Geste kann jedoch zu Missverständnissen führen, wenn andere Verkehrsteilnehmende die Situation nicht erkennen oder anders reagieren. Kinder verlassen sich in solchen Momenten oft ausschließlich auf das Signal und beachten den übrigen Verkehr nicht ausreichend. Der ACE rät daher ausdrücklich davon ab, Kinder aktiv über die Straße zu winken, da dies die Gefahr von Fehlentscheidungen erhöht. Stattdessen sollte mit angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit an Kindern vorbeigefahren werden.
Weitere Informationen:
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