Berlin (ACE) –Die heute veröffentlichte überarbeitete Führerscheinreform der Bundesregierung begrüßt der ACE Auto Club Europa vor allem im Hinblick auf die Bemühung um mehr Preistransparenz: Indem Fahrschulen ihre Preise künftig an die Mobilithek des Bundesverkehrsministeriums senden müssen, ist absehbar, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern mittelfristig unkompliziert ein Preisvergleich verschiedener Fahrschulen ermöglicht wird. Hier könnten sich verschiedene Online-Plattformen etablieren. „Die Transparenz-Offensive schafft mehr Vergleich und Orientierung und stärkt den Wettbewerb“, so der Führerschein-Experte und Referent für Verkehrspolitik beim ACE, Marc-Philipp Waschke-Deden.
Laienausbildung nur mit Kompetenzcheck
Die Möglichkeit der Laienausbildung nach dem österreichischen Modell bewertet der ACE grundsätzlich positiv. Die genaue Ausgestaltung im Sinne der Verkehrssicherheit ist hier jedoch von großer Bedeutung: Nicht immer werden die angegebenen sechs Unterrichtseinheiten in der Fahrschule vor Beginn der Laienausbildung ausreichen. „Damit das Modell nicht zulasten von Sicherheit, Ausbildungsqualität und Chancengerechtigkeit geht, sollte ein standardisierter Kompetenzcheck vorgeschaltet sein: Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sollten den Übergang zur Laienausbildung ‚freigeben‘ müssen“, so Marc-Philipp Waschke-Deden.
Theorieunterricht braucht Interaktion
Die Sorge um eine steigende Durchfallquote bei den Theorieprüfungen bleibt: Die Wahlfreiheit der Fahrschulen, den Theorieunterricht künftig auch komplett digital abbilden zu können, birgt die Gefahr, dass interaktive Elemente zu kurz kommen und Fahrschülerinnen und Fahrschüler weniger gut vorbereitet in die Prüfung gehen – zumal Lernstandskontrollen und Ausbildungspläne entfallen sollen.
Finanzielle Entlastungen noch nicht kalkulierbar
Alles in allem ist nach wie vor nicht absehbar, wie umfangreich die finanziellen Entlastungen mit der Reform werden. Entscheidend ist vor allem die Anzahl der benötigten Fahrstunden – die oft drei Viertel der Gesamtkosten ausmachen. Die Reduzierung der verpflichtenden Sonderfahrten setzt genau dort an. Hier könnten ein paar Hundert Euro eingespart werden. „Spannend wird sein, ob die angedachte Laienausbildung teure Fahrstunden ersetzen kann oder auf die Kosten weniger Einfluss haben wird“, sagt der Führerschein-Experte des ACE. „Eine von uns vorgeschlagene Maßnahme würde schnell und effektiv Abhilfe schaffen: ein einmaliger Mobilitätszuschuss für 17-Jährige, der flexibel für Fahrausbildung, ÖPNV-Tickets oder den Fahrrad- beziehungsweise Pedelec-Kauf genutzt werden kann.“
Weitere Informationen:
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