Berlin (ACE) – Kälte, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen haben Fahrzeugen in den vergangenen Monaten besonders zugesetzt. Zudem kommt nun mit steigenden Temperaturen die Klimaanlage im Auto wieder häufiger zum Einsatz. Der ACE Auto Club Europa empfiehlt daher zum Frühlingsbeginn einen gezielten Fahrzeugcheck. Vier Bereiche verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.
1. Desinfektion und Wartung der Klimaanlage
In den Wintermonaten konnten sich vermehrt Feuchtigkeit, Schmutzpartikel sowie Pilze und Bakterien in den Lüftungssystemen der Klimaanlage ansammeln. Spätestens wenn die Kühlleistung ausbleibt oder unangenehme Gerüche entstehen, besteht Handlungsbedarf. Mit speziellem Reinigungsspray oder -schaum kann die Desinfektion in Eigenregie durchgeführt werden. Dabei ist die Bedienungsanleitung genau zu beachten. Wer sich unsicher ist oder eine effektivere Reinigung wünscht, sollte eine Werkstatt aufsuchen. Dort kann die Klimaanlage mittels einer Ozonbehandlung desinfiziert werden.
Den Innenraumfilter sollte man in der Regel einmal jährlich erneuern, da er Schadstoffe, Pollen und Feinstaub aus der Luft filtert und sich mit der Zeit zusetzt. Wer einen neuen Filter anschafft, entscheidet sich am besten für einen Aktivkohlefilter. Dieser kann auch Gerüche und viele Abgase reduzieren. Auch technisch benötigt die Anlage eine regelmäßige Kontrolle: Klimaanlagen verlieren jährlich rund zehn Prozent ihres Kältemittels. Der ACE empfiehlt deshalb spätestens alle zwei bis drei Jahre eine fachgerechte Überprüfung in der Werkstatt.
ACE-Tipp: Die Klimaanlage etwa fünf Minuten vor Fahrtende ausschalten und das Gebläse weiterlaufen lassen. Dadurch trocknen die Luftkanäle besser und es verbleibt weniger Feuchtigkeit im System.
2. Kontrolle der Flüssigkeiten
Zum Frühjahrscheck gehört auch ein Blick unter die Motorhaube. Besonders wichtig ist die Kontrolle von Motoröl, Kühlflüssigkeit und Scheibenwaschwasser. Ein zu niedriger Ölstand kann zu erhöhtem Motorverschleiß führen, weshalb bei Bedarf nachgefüllt werden sollte. Moderne Fahrzeuge melden einen niedrigen Ölstand häufig automatisch, dennoch empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle. Der Ölstand wird am besten bei betriebswarmem Motor auf ebener Fläche geprüft. Nach dem Abstellen des Motors sollte das Fahrzeug etwa fünf bis zehn Minuten stehen. Anschließend den Ölmessstab herausziehen, abwischen, wieder vollständig einstecken und erneut herausziehen, um den Ölstand abzulesen.
Die Kühlflüssigkeit darf ausschließlich bei abgekühltem Motor geprüft werden, da sonst akute Verbrühungsgefahr besteht. Der Flüssigkeitsstand muss zwischen „Min“ und „Max“ liegen. Fehlt Kühlmittel, kann es vorübergehend mit Wasser ergänzt werden. Eine anschließende Kontrolle durch eine Werkstatt ist jedoch zu empfehlen.
Sobald dauerhaft frostfreie Temperaturen herrschen, kann beim Scheibenreinigungsmittel peu à peu auf Sommerreiniger umgestellt werden. Dieser ist speziell für die Entfernung von Insektenrückständen ausgelegt. Winter- und Sommerreiniger können problemlos miteinander gemischt werden, sodass nun nach und nach mit Sommerreiniger aufgefüllt werden kann.
ACE-Tipp: Das Auffüllen mit Sommerreiniger zum Anlass nehmen, den Zustand der Scheibenwischer zu prüfen. Spröde oder rissige Wischergummis verschlechtern die Sicht und sollten ersetzt werden.
3. Prüfung der Reifen
Während der kalten Monate können Schlaglöcher, Kälte und Streusalz die Reifen stärker beanspruchen. Deshalb empfiehlt es sich, sie nach dem Winter gründlich zu kontrollieren.Für ausreichende Haftung und kurze Bremswege empfiehlt der ACE mindestens vier Millimeter Profiltiefe bei Winterreifen und rund drei Millimeter bei Sommerreifen, auch wenn gesetzlich lediglich 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind.
Die Profiltiefe lässt sich am zuverlässigsten mit einem einfachen Reifenprofil-Messgerät bestimmen. Dabei sollte an mehreren Stellen – innen, außen und in der Mitte der Lauffläche – gemessen werden, da sich Reifen oft ungleichmäßig abnutzen. Zusätzlich sollte der Reifendruck überprüft werden, da er sich durch Temperaturschwankungen verändern kann. Reifendruckkontrollsysteme sind eine gute Unterstützung, ersetzen jedoch nicht die regelmäßige Druckprüfung durch Fahrzeugnutzerin oder -nutzer. Die entsprechenden Herstellerangaben finden sich meist im Einstiegsbereich der Fahrertür oder im Tankdeckel.
ACE-Tipp: Den Wechsel auf Sommerreifen nicht zu früh angehen. Erst wenn dauerhaft stabile Plusgrade herrschen – meist ab Mai – ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel gekommen.
4. Innenraumreinigung
Neben der Außenwäsche verdient der Innenraum zum Start in die wärmere Jahreszeit Aufmerksamkeit. Staub, Schmutz und Feuchtigkeit können sich über den Winter ansammeln und die Luftqualität im Fahrzeug beeinträchtigen. Eine gründliche Reinigung mit Staubsauger und feuchtem Tuch reduziert Allergene und Schmutzpartikel.
Saubere Scheiben und gepflegte Bedienelemente verbessern zudem die Sicht und Bedienbarkeit während der Fahrt, was unmittelbar zur Fahrsicherheit beiträgt. Bei der Reinigung von Polstern oder Leder sollten unbedingt geeignete Pflegemittel verwendet werden, um Materialschäden zu vermeiden. Wer unsicher ist, sollte das Reinigungsmittel zunächst an einer unauffälligen Stelle testen. Die Türeinstiege und Gummidichtungen können vorsichtig mit einem feuchten Lappen gereinigt und die Dichtungen mit speziellen Pflegemitteln behandelt werden.
Im Zweifelsfall: Werkstatt aufsuchen
Wer beim Check an seine Grenzen oder auf mögliche Defekte stößt, sollte Fachpersonal hinzuziehen. Viele Werkstätten bieten spezielle Frühjahrsinspektionen an, um Fahrzeuge optimal auf die kommende Saison vorzubereiten.
Weitere Informationen:
>> Streusalz dringend entfernen: Autowäsche auch im Winter notwendig
>> Aprilwetter: Autofahren bei wechselnden Witterungsbedingungen
>> Reifendruck prüfen: Kleine Maßnahme von großer Bedeutung
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