10.03.2026

E-Auto mit Anhänger: Was zu beachten ist und wo die Grenzen liegen

Es gibt Ladesäulen, die speziell für E-Auto-Gespanne ausgelegt sind und ausreichend Platz bieten.

  • Gewicht und Luftwiderstand verringern die Reichweite
  • Nachrüstung nur nach Herstellervorgaben, am einfachsten mit E-Prüfzeichen
  • Teils reicht der Platz an Ladepunkten nicht aus, um mit Gespann zu laden

 

Berlin (ACE) –Der Frühling naht und Anhänger fürs Auto erleben ein Comeback. Ob für den Gartenschnitt, den Fahrradtransport oder zu Campingzwecken steigen die Temperaturen, kommt die Anhängerkupplung vermehrt zum Einsatz. Der ACE Auto Club Europa verrät: Hat das Ziehen von Anhängern E-Autos vor einigen Jahren noch vor Herausforderungen gestellt, verfügen inzwischen auch immer mehr E-Autos über eine Anhängerkupplung. Ist ab Werk keine montiert, kommt teils eine Nachrüstung infrage.

 

Zulässige Anhängelast im Fahrzeugschein berücksichtigen

Inzwischen können viele Elektro-Neuwagen bereits mit Anhängerkupplung bestellt werden. Bei der zugelassenen Anhängelast, welche ausschlaggebend dafür ist, wie schwer ein zu ziehender Anhänger sein darf, gibt es allerdings erhebliche Unterschiede: MancheE-Autos sind für Anhängelasten über 1.500 Kilogramm ausgelegt und kommen somit teils sogar als Zugfahrzeug für schwere Wohnwagen infrage. Für andere E-Autos ist nur eine sehr geringe oder gar keine Anhängelast vorgesehen. Zu finden ist die Anhängelast, die nicht überschritten werden darf, in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) in den Feldern O.1 und O.2 für ungebremste Anhänger. Ein Strich in den Feldern bedeutet, dass das Fahrzeug ab Werk nicht für den Anhängerbetrieb zugelassen ist.

 

Nachrüstung nicht ohne Vorwissen

Wer keine Anhängerkupplung am E-Auto hat und mit dem Gedanken spielt, eine solche nachrüsten zu lassen, muss vorher ebenfalls einen Blick in die Fahrzeugpapiere werfen. Ist hier keine Anhängelast ausgewiesen, darf kein Anhänger gezogen und somit auch keine Anhängerkupplung nachgerüstet werden.

Manche älteren Elektroautos dürfen zwar keine Anhänger ziehen, jedoch ein Gewicht tragen, zum Beispiel einen Fahrradträger oder eine Heckbox. Dafür ist eine spezielle Fahrradträger-Kupplung notwendig, die optisch an eine Anhängerkupplung erinnert. Maßgeblich dafür, ob eine solche infrage kommt, ist die in den Fahrzeugpapieren eingetragene maximale Stützlast. Diese gibt an, mit welchem vertikalen Gewicht die Kupplung belastet werden darf und bestimmt, wie viel Gewicht unter Berücksichtigung des Eigengewichts des Trägers beziehungsweise der Box transportiert werden kann.

Beim Nachrüsten einer Anhängerkupplung muss die Kupplung über eine gültige Genehmigung, zum Beispiel ein E-Prüfzeichen nach ECE-R55, verfügen und für den konkreten Fahrzeugtyp zugelassen sein. Eine professionelle Beratung ist zu empfehlen und eine fachgerechte Montage zwingend erforderlich, da Eingriffe in die Fahrzeugstruktur oder Elektrik sicherheitsrelevant sind. Wichtig: Beim Nachrüsten der Anhängerkupplung ist nicht ausgeschlossen, dass die Herstellergarantie erlischt. Dies ist etwa der Fall, wenn die montierte Anhängerkupplung nicht vom Hersteller für das Fahrzeug freigegeben ist, oder der Einbau nicht nach Herstellervorgaben erfolgt.

 

Anhänger haben Auswirkungen auf die Reichweite

Generell gilt: Je größer und schwerer der Anhänger, desto höher ist der Energiebedarf pro Kilometer. Mit einem Anhänger steigt also der Stromverbrauch eines E-Autos, wodurch sich die Reichweite reduziert. Technisch unterscheidet sich dieser Effekt nicht vom Ziehen eines Anhängers mit einem Verbrenner: Auch dieser hat als Zugfahrzeug einen höheren Kraftstoffverbrauch. Wie deutlich der Reichweitenverlust ausfällt, hängt vor allem vom Gewicht und der Aerodynamik des Anhängers sowie von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Mit ein paar Gartenabfällen auf dem kleinen Hänger vom Baumarkt sind selten Auswirkungen auf die Reichweite spürbar. Ein großer Wohnwagen hingegen kann die Reichweite unter Umständen um 50 Prozent verringern. Zwar sind inzwischen besonders leichte und aerodynamisch optimierte Wohnwagen erhältlich, die für den Einsatz mit E-Autos ausgelegt sind, dennoch bleibt der Einfluss auf die Reichweite spürbar. Wer längere Strecken mit Wohnwagen im Schlepptau plant, sollte deshalb ausreichend Ladepausen und niedrigere Geschwindigkeiten einkalkulieren.

 

Laden mit Gespann erfordert Vorbereitung

Mit angekuppeltem Anhänger zu laden, kann herausfordernd sein. Denn viele Ladepunkte sind baulich so gestaltet, dass Gespanne nicht ohne Weiteres Platz finden. Der ACE rät daher, bereits vor Fahrtantritt zu prüfen, welche Ladeinfrastruktur entlang der Route verfügbar ist und ob ausreichend Rangierfläche vorhanden ist. Dies sollte im Vorfeld, beispielsweise über eine App, in Erfahrung gebracht werden. Manchmal helfen auch digitale Kartendienste, die den Blick auf Standorte von oben ermöglichen, den vorhandenen Platz rund um eine Ladesäule grob einschätzen zu können. Besonders geeignet sind mit Anhängern Ladesäulen, die wie Tankstellen als Durchfahrtslösungen konzipiert sind. Sind Zugfahrzeug und Anhänger zusammen zu lang oder blockieren etwa die Zufahrt oder andere Park- beziehungsweise Ladeplätze, kommt man nicht drum herum, den Anhänger vor dem Laden abzukuppeln. Wer die baulichen Voraussetzungen der Ladestation nicht kennt und aus der Ferne schlecht einschätzen kann, plant besser ausreichend Zeit zum Ab- und wieder Ankuppeln ein.

 

Weitere Informationen:

>> E-Auto und Wohnwagen – der Praxistest (YouTube-Video)

>> Caravan und Gespann: Anhängelast, Stützlast, Achslast & Co. im Detail erklärt

>> Fahrradtransport mit dem Auto – sicher und praktikabel

 

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