- Fahrzeug auch bei kurzen Aufenthalten konsequent verschließen
- Wertsachen nicht sichtbar im Innenraum aufbewahren
- Sichere Übernachtungsorte wählen
Berlin (ACE) – Ebenso wie auf den Urlaubsrouten ist jetzt in der Reisehochsaison auch auf Rast- und Parkplätzen i besonders viel los. Ablenkung, Zeitdruck oder kurze Momente der Unaufmerksamkeit werden hier gerne von Kriminellen ausgenutzt, um sich Fremdes zu eigen zu machen. Wer grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachtet und verbreitete Maschen kennt, kann das Risiko, beklaut zu werden, deutlich reduzieren, erläutert der ACE Auto Club Europa.
Kurze Unachtsamkeit genügt oft
Auf Rastplätzen setzen Personen mit Betrugsabsicht immer wieder auf Ablenkungsmanöver. Dazu werden Fahrzeugbesitzerinnen und -besitzer gerne in Gespräche verwickelt: Es wird auf einen angeblichen Schaden am Fahrzeug hingewiesen, auf ein vermeintlich verlorenes Gepäckstück aufmerksam gemacht oder schlicht um Hilfe gebeten. Während sich Fahrerinnen und Fahrer dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin zuwenden, kommt es vor, dass eine weitere Person versucht, unbemerkt in das Fahrzeug zu gelangen und Wertgegenstände zu entwenden. Vorsicht ist insbesondere geboten, wenn man dazu aufgefordert wird, auszusteigen. Situationen, in denen Türen unverschlossen bleiben oder Taschen, Geldbörsen und Dokumente offen sichtbar im Innenraum liegen, sind dringend zu vermeiden. Wer das Fahrzeug verlässt, sollte es stets verriegeln. Auch dann, wenn man nur kurz weg ist oder sich wenige Meter vom Fahrzeug aufhält. Generell gilt: Aufmerksamkeit und ein gesundes Maß an Misstrauen gegenüber unerwarteten Kontaktaufnahmen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um Diebstählen und Betrugsversuchen auf Rastplätzen vorzubeugen. Zudem gilt: Wertsachen und wichtige Dokumente möglichst mitnehmen, wenn man das Fahrzeug verlässt, und erst unmittelbar vor Fahrtantritt wieder einladen.
Bei Fahrradträgern am Fahrzeug ist Vorbereitung der wirksamste Schutz. Der ACE rät zu direkt an der Anhängerkupplung abschließbaren Trägern und empfiehlt, die Fahrräder mit weiteren Fahrradschlössern am Träger zu sichern, um Diebstahl vorzubeugen. Den Akku vom Pedelec sollte man zudem entfernen, um ihn vor Diebstahl zu schützen. Gleiches gilt für abnehmbare Teile wie Lichter und Displays.
Rastplatz ist nicht gleich Rastplatz
Nach Einschätzung des ACE sind Wohnmobile und Wohnwagen besonders diebstahlgefährdet. Einerseits, da mehr Wertgegenstände darin vermutet werden, andererseits, weil Türen und Fenster häufig einfacher geöffnet werden können als bei vielen Pkw. Gerade die Wahl ihres Übernachtungsortes sollten Reisende mit Freizeitfahrzeugen deshalb sorgfältig treffen. Als vergleichsweise sicher gelten Campingplätze sowie Stellplätze mit Schranken, guter Beleuchtung oder Videoüberwachung. Ein mittleres Risiko besteht auf inoffiziellen Übernachtungsplätzen in der Nähe von Häfen, Stränden oder beliebten touristischen Zielen. Ein erhöhtes Risiko weisen Autobahn-Parkplätze, abgelegene Parkbuchten oder wenig frequentierte Industriegebiete auf. Müll und Glasscherben können ein Anzeichen dafür sein, dass ein Standort ungeeignet ist. Wer im Camper übernachten möchte, sollte möglichst kontrollierte oder bewirtschaftete Anlagen wählen und den Platz für die Nacht bestenfalls schon vor Anbruch der Dunkelheit aufsuchen.
Der angebliche „Gasüberfall“ im Camper
Nicht zuletzt in sozialen Medien und Internetforen kursieren seit Jahren Berichte über Gasüberfälle auf Reisende. Es wird behauptet, Personen mit krimineller Absicht leiten in der Nacht Betäubungsgas ins Wohnmobil, um die Insassen bewusstlos zu machen und anschließend Wertgegenstände zu stehlen. Sicherheitsbehörden und Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass entsprechende Erfahrungen nicht belegt werden können. Reisende sollten sich deshalb nicht von entsprechenden Schilderungen verunsichern lassen.
Tatsächlich erfolgen Einbrüche in Wohnmobile meist auf deutlich einfachere Weise, etwa durch das Aufhebeln von Türen oder Fenstern, wenn das Fahrzeug unbeaufsichtigt ist. Somit gilt es vorzubeugen: Bei kurzen Standzeiten kann es bereits helfen, das Licht brennen zu lassen und so vorzugeben, dass sich jemand im Fahrzeug befindet. Zusätzliche mechanische Sicherungen, wie Schlösser, Sicherungsriegel, Spanngurte sowie akustische Alarmanlagen, bieten neben einer sorgfältigen Standortwahl und dem Verschließen aller Zugänge wirksamen Schutz. Ausweispapiere, Bank-, Kreditkarten und Bargeld sollten, wenn möglich, in einem fest verankerten Wohnmobiltresor auf ihren Einsatz warten. Auch wer keinen solchen Tresor hat, sollte Wertgegenstände nicht offen liegen lassen, sondern sie mit in den Schlafbereich nehmen.
Bei Verdacht: Abstand halten und Hilfe holen
Wer auf einem Rastplatz Verdacht schöpft, weil sich Personen auffällig für das eigene Fahrzeug interessieren, mehrfach vorbeigehen oder gezielt Kontakt suchen, sollte aufmerksam bleiben und möglichst Abstand halten. Wichtig ist, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen: Verdächtige Personen also nicht direkt mit dem Misstrauen konfrontieren, verfolgen oder gar festhalten. Bei einem konkreten Verdacht gilt: die Polizei über den Notruf 110, beziehungsweise im Ausland via 112, verständigen. Dabei sind kurze, genaue Angaben hilfreich: Wie sehen die Personen aus? Welches Fahrzeug nutzen sie? Gibt es ein Kennzeichen oder kann eine Fahrtrichtung genannt werden? Achtung: Auch Trickbetrug durch angebliche Amtspersonen kommt vor. Deshalb ist es dringend zu empfehlen, sich von angeblichen Polizistinnen und Polizisten, die scheinbar grundlos auf dem Rastplatz auftauchen, den Dienstausweis zeigen zu lassen. Da dieser auch gefälscht sein kann, gilt es, genau hinzuschauen und auch das Verhalten der möglichen Gesetzeshütenden zu hinterfragen. Wer Geldbeträge fordert oder Wertsachen beschlagnahmen will, macht sich verdächtig. Im Zweifel hilft nur, selbst die Polizei anzurufen und nachzufragen.
Weitere Informationen:
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