Die günstigste Box ist die beste im Test

Stuttgart (ACE) 23. Mai 2017 – In den Sommermonaten sind Kühlboxen im Auto nützliche Helfer – nicht nur auf Reisen, sondern auch beim alltäglichen Einkauf. Dabei bevorzugen viele Autofahrer immer mehr Boxen, die nach dem thermoelektrischen Prinzip arbeiten. Doch was taugen die Geräte im Alltag und welche bieten den meisten Nutzen?

Im Praxistest hat der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, mit der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) zusammen dies genauer unter die Lupe genommen und acht thermoelektrische Exemplare, die mit Peltier-Kühlelementen arbeiten, getestet. Mit von der Partie waren sieben Boxen zwischen 48 und 90 Euro sowie eine zu knapp 200 Euro.

Als eindeutiger Sieger ging das preisgünstigste Produkt, die mit „sehr empfehlenswert“ ausgezeichnete Mobicool T26 AC/DC hervor, gefolgt von der Box mit dem höchsten Anschaffungspreis, der Dometic TropiCool TCX 21, von den Testern ebenfalls als „sehr empfehlenswert“ eingestuft. Auf den weiteren Plätzen mit jeweils „empfehlenswert“ reihten sich die Powerbox Plus von Campingaz, die KB 2922 von Severin, die U30 DC/AC von Fritz Berger und die Electric Cooler E26 M von Ezetil ein. Die Plätze sieben und acht mit je „bedingt empfehlenswert“ belegten die KK29 von AEG und die KB3537 von Clatronic (siehe Ergebnistabelle).

Ein Ergebnis überraschte die Qualitätsexperten ganz besonders: In der Kategorie „Stabilität“ verhielten sich die Boxen mustergültig. Einen nach ISO 22248 genormten „Fall-Test“ mit einem Sturz aus 80 Zentimeter Höhe auf Betonboden überstanden alle Kandidaten unbeschadet und waren anschließend noch voll funktionsfähig. Das spiegelte sich auch im Qualitätseindruck, den die Testteilnehmer bei den Prüfern hinterließen. Hier gab es Bestnoten für alle.

Der Test im Detail

Gravierende Differenzen zeigten sich hingegen bei den Messungen im Labor. In einer Klimakammer hatten die Test-Teilnehmer einen definierten Prüfzyklus zu durchlaufen. Dabei ging es unter anderem um die Abkühlleistung. Nach sechs Stunden Betrieb mit 12 Volt Spannung bei einer Außentemperatur von +24 Grad Celsius zeigte die Mobicool T26 in ihrem Staufach eine Temperatur von + 12 Grad, die Campingaz Powerbox Plus immerhin nur knapp über +13 Grad. Schlusslichter bildeten die Clatronic KB 3537 mit etwa +20,8 Grad, die AEG K29 lag bei +21,3 Grad.

Anschließend wurde den Kandidaten in der Klimakammer über vier Stunden auf knapp +46 Grad kräftig eingeheizt. Eine Temperatur, die im Glashaus namens Fahrzeuginnenraum während der Mittagshitze selbst im Schatten schnell erreicht ist. Den Temperaturanstieg konterte die Mobicool mit einer Erhöhung in ihrem Staufach auf +29,5 Grad und auch die Temperatur im Campingaz-Stauraum überstieg nicht +29,7 Grad. Empfindlicher reagierten wiederum die Clatronic mit einer Temperaturerhöhung im Inneren auf rund +38,5 Grad. Die AEG quittierte die „Mittagshitze“ mit +39,6 Grad.


In der Disziplin „Isoliervermögen“, während der die Boxen nach erneuter Abkühlung bei einer Außentemperatur von abermals +24 Grad von ihrer Stromversorgung getrennt und nach zwei Stunden gemessen wurden, gab die Dometic die beste Figur ab, gefolgt von der Mobicool. Die hinteren beiden Plätze belegten wieder AEG und Clatronic.


In Sachen Effizienz konnten die Boxen weniger gut punkten. Ihre Kühlung hängt stark von der Umgebungstemperatur ab und das kostet Strom – ein Manko des thermoelektrischen Prinzips. Als wahre Stromfresser entpuppten sich besonders AEG und Clatronic. Einen Tiefentladeschutz für die Autobatterie boten aber nur die Exemplare von Campingaz und Dometic. Alle Boxen waren alternativ zu 12-Volt-Gleichstrom auch mit 230-Volt-Wechselstrom zu betreiben. Somit lässt sich Kühlgut zu Hause, auf dem Campingplatz oder im Ferienhaus vorkühlen.


Ein eher schwaches Bild gab im Test das Gros der Boxen in puncto Ladungssicherung ab. Mit dem Sicherheitsgurt im Auto ließen sich ausschließlich die Exemplare von AEG und Ezetil verbinden. Hier sollten die Anbieter der anderen Kandidaten nacharbeiten: Bei einer Vollbremsung können sich ungesicherte Boxen schnell zu Geschossen verwandeln.


Grundsätzlich eignen sich thermoelektrische Boxen nicht nur zum Kühlen: Kehrt sich die Richtung, in der der Strom das Peltier-Kühlelement durchfließt, um, lassen sich Lebensmittel damit auch erwärmen und warm halten. Allerdings boten dieses Merkmal nicht alle Testkandidaten. Eine per Schalter zu aktivierende Warmhaltefunktion war bei Clatronic, Dometic und Severin vorgesehen.

Fazit

Wer nicht auf eine hohe Kühlung von Lebensmitten oder gar Medikamenten um den Gefrierpunkt und bei klimatisch extremen Bedingungen angewiesen ist, sondern den zeitlich beschränkten Einsatz beim Einkauf, im Urlaub oder beim Hobby im Auge hat, ist mit thermoelektrischen Kühlboxen gut bedient.

>>ACE LENKRAD-Artikel: Test Kühlboxen – Immer schön cool bleiben

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 Alle getesteten Kühlboxen im Überblick

>>Pressefoto: Kühlboxen nicht nur für den Urlaub

>> Grafik:Kühlboxen-Test 2017


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