- Vorschriften für Winterreifen und Schneeketten in Transit- und Zielländern beachten
- Mit guter Isolierung Wärme im Innenraumhalten und Feuchtigkeit draußen halten
- Dach während des Urlaubs und vor der Fahrt möglichst von Schnee und Eis befreien
Berlin (ACE) –Schneebedeckte Landschaften, Spaziergänge in der klaren Winterluft und Wintersport verleiten auch in der kalten Jahreszeit viele Campingfans zu einem Urlaub mit Campervan, Reisemobil oder Caravan. Damit Wintercamping in dem Heim auf Rädern als winterliches Urlaubserlebnis gelingt, kommt es auf die richtige Vorbereitung an, erläutert der ACE Auto Club Europa.
Sichere Fahrt mit den richtigen Reifen, Schneeketten und Scheinwerfern
Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit selbstverständlich: Zulässig sind jene mit Alpine-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Für den Caravan gibt es keine Winterreifenpflicht, jedoch verbessern Winterreifen die Fahrstabilität.
Auch gute Winterreifen können bei extremen Straßenverhältnissen an ihre Grenzen geraten, sodass Schneeketten auch zur Ausrüstung gehören sollten. Achtung: Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse müssen Schneeketten sogar in Ländern und Regionen wie Österreich, Frankreich und Südtirol im Winter mitführen.
Sofern vor Winteranbruch noch nicht geschehen, empfiehlt es sich vor der Fahrt in kalte Regionen, Tür- und Klappenschlösser mit Enteiser gangbar zu machen. Eine Behandlung mit Silikonspray verhindert das Einfrieren der Dichtungen. In der dunklen Jahreszeit ist gute Sicht besonders wichtig. ACE-Tipp: In sehr vielen Fällen lassen sich Campervan und Reisemobil auf LED-Lampen umrüsten. Hochwertige LED-Lampen von Markenfabrikaten liefern weit bessere Sicht und halten lange. Wichtig für die Umrüstung ist die Freigabe des Fahrzeugherstellers. Entsprechende Übersichten gibt es bei den einschlägigen Herstellern der LED-Lampen.
Isoliermatten und Thermohauben halten die Kälte draußen
Ein Einfallstor für Kälte ist bei Campervans und Reisemobilen das in der Regel nicht isolierte Cockpit, einschließlich der Front- und Seitenscheiben. Außen angebrachte, möglichst flächendeckende Isoliermatten an den Fenstern halten die Kälte draußen. Entsprechende Matten gibt es auch für die Faltenbälge von Aufstelldächern der Campervans. Kälteschutzmatten für den Fußraum können ebenfalls helfen, die Wärme im Fahrzeuginneren zu halten. Für das Fahrerhaus gängiger Reisemobile gibt es Thermohauben: Sie umschließen Fenster, Türen und Motorhaube komplett.
Caravans sind durch ihren rundum isolierten Aufbau von Hause aus besser gegen Kälte geschützt als Campervans und Reisemobile. Aber auch hier gibt es Optimierungsmöglichkeiten. So verhindern Schürzen in den unteren Kederleisten, dass eisiger Wind unter dem Boden entlangfegt und ihn auskühlt.
Für Caravan und Reisemobil gilt gleichermaßen: Stabile Platten für Stand- und Hubstützen vermeiden ein Einsinken bei Tauwetter. Sofern der Abwassertank unter dem Fahrzeug liegt oder nicht beheizt ist, kann das Grauwasser ganz pragmatisch in einem (Falt-)Eimer gesammelt werden. Nur nicht vergessen und im Anschluss zügig und sachgerecht entleeren, bevor das Wasser einfriert.
Wichtige Vorkehrungen für wohlige Wärme und gegen Feuchtigkeit an Bord
Damit es an Bord mollig warm ist, sollten Wintercamper ebenfalls Vorkehrungen treffen. Verfügen der Campervan oder das Reisemobil über eine kraftstoffbetriebene Heizung, sollte vor einem längeren Aufenthalt in der Kälte das Auftanken nicht vergessen werden. Viele Campervans und die meisten Reisemobile und Caravans werden ohnehin mit Gas beheizt. In der Regel sind zwei Flaschen an Bord, wobei eine automatische Umschaltanlage verhindert, dass man zur Unzeit zum Wechsel der Flasche ins Freie muss. ACE-Tipp: Ein CO2-Melder warnt die Insassen von Fahrzeugen mit Gasheizung bei Undichtigkeiten der Gasanlage.
Auch die Wintercampingplätze selbst bieten zunehmend einen direkten Anschluss an eine zentrale Gasversorgung des Platzes, sodass der lästige Flaschentausch entfällt. Wer ihn hinauszögern will, nutzt in der Küche Elektrogeräte wie zum Beispiel Wasserkocher und spart somit Gas. Ein elektrischer Heizlüfter verringert den Gasverbrauch ebenfalls und unterstützt die Heizung. Allerdings ist nicht auf jedem Stell- oder Campingplatz der Betrieb erlaubt.
Die Heizung allein ist jedoch noch kein Garant für ein perfektes Bordklima. Im kompakten Wohnraum eines Campervans, Reisemobils oder Caravans entsteht zum Beispiel beim Kochen oder durch nasse Kleidung rasch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie verstärkt Atemwegsprobleme, ermüdet und begünstigt im Extremfall sogar Schimmelbildung. Das Gegenmittel ist einfach: Wie zu Hause vermeidet regelmäßiges Stoßlüften Feuchtigkeit im Wohnraum. Ein Luftentfeuchter kann hierbei unterstützen. Darüber hinaus hilft Vorbeugen: Nasse Kleidung möglichst im Trockenraum des Campingplatzes aufbewahren, an Bord maximal in Bad oder Duschkabine. Sicherheitshinweis: Auf keinen Fall Zwangsentlüftungen des Innenraums verschließen. ACE-Tipp: Winterurlauberinnen und -urlauber haben das Bordklima mit einem einfachen Hygrometer mit Luftfeuchtigkeits- und Temperaturanzeige im Griff.
Besonderes Vorzelt für besonderes Wetter
Auch ein Vorzelt als Aufbewahrungsort für Sportgeräte oder nasse Winterstiefel unterstützt das Klima in Reisemobil oder Caravan und dient zusätzlich als Schmutzschleuse. Jedoch sind klassische Sommervorzelte für Schneelast nicht geeignet. Beim Wintercamping sollte ein kompaktes Wintervorzelt mit stabilem Gestänge gewählt werden. Ihr schräges Dach verhindert zum Beispiel, dass sich Schnee und Eis sammeln. Schnell verlegte Bodenfliesen vermeiden, dass Schnee und Schmutz ins Fahrzeug getragen werden.
Vor der Rückreise runter mit Schnee und Eis
Vor Ort empfiehlt es sich, das Dach regelmäßig von Schnee und Eis zu befreien, denn mit nassem Schnee oder gar Eis ist die zulässige Dachlast schnell überschritten. Dabei helfen eine Klappleiter und ein Besen mit Teleskopstiel – unbedingt auf gute Standsicherheit achten. Geht es an die Rückreise, lassen sich im Boden festgefrorene Heringe des Vorzelts mit einem Schwall warmen Wassers lösen. Ist das Vorzelt nass, sollte man es nach Möglichkeit getrennt vom Gestänge aufbewahren und nach der Rückkehr schnell trocknen, zum Beispiel aufgebaut im Heizungskeller oder in der Garage. Während der Fahrt können herunterrutschender Schnee oder gar Eisplatten andere Verkehrsteilnehmende gefährden. ACE-Tipp: Konnten Schnee und vor allem Eis nicht vollständig entfernt werden, sollten Reisende die nächste Raststätte oder einen Autohof ansteuern. Dort sind im Winter häufig Gerüste aufgestellt, damit Fahrende von Lastwagen das Fahrzeugdach von gefährlicher Last befreien können. Das können sich auch Winterurlaubende mit Reisemobil oder Caravan zunutze machen.
Weitere Informationen:
>>Winterferien in den Bergen: So sind Autofahrende sicher unterwegs
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