- Prüfintervalle für Flüssiggasanlagen beachten
- Gasdruckregler und Schläuche im Zehn-Jahres-Turnus austauschen
- Geeignete Adapter bei längeren Auslandsaufenthalten mitführen
Berlin (ACE) – Mit Beginn der Hauptreisezeit steigt die Zahl der Wohnmobile und Caravans auf Europas Straßen deutlich an. Beim Kochen, Heizen und Kühlen setzen die meisten Freizeitfahrzeuge nach wie vor auf Flüssiggas aus Propan- und Butangemischen. Gleichzeitig gelten seit Sommer 2025 erneut verbindliche Prüfpflichten für Gasanlagen in Freizeitmobilen. Der ACE Auto Club Europa weist darauf hin, dass fehlerhafte oder veraltete Komponenten ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen können. Wer mit Gas unterwegs ist, sollte daher die geltenden Prüf- und Sicherheitsvorgaben konsequent beachten.
Regelmäßige Prüfungen verhindern Sicherheitsmängel
Für Wohnmobile und Wohnwagen ist inzwischen wieder die Prüfung der Flüssiggasanlage im Zwei-Jahres-Rhythmus vorgeschrieben. Zusätzlich muss die Anlage nach technischen Veränderungen erneut kontrolliert werden. Zertifizierte Sachkundige prüfen dabei insbesondere die Dichtigkeit der Leitungen sowie die sichere Funktion fest installierter Geräte wie Kühlschrank, Heizung oder Herd. Besteht die Anlage die Kontrolle, wird dies durch eine Prüfplakette und einen Eintrag im Prüfheft dokumentiert, das bei der nächsten TÜV-Prüfung vorzulegen ist. Vor der Prüfung sollte die mitgeführte Gasflasche gefüllt und vorschriftsmäßig montiert sein. Neben den großen Prüforganisationen, wie TÜV und DEKRA, bieten auch viele Freizeitmobil-Partner die Prüfung an. Sie dauert 20 bis 45 Minuten und kostet etwa 40 bis 80 Euro. Wer Prüftermine überschreitet, muss nicht nur mit Bußgeldern rechnen, sondern auch mit einem erheblich erhöhten Risiko von Gaslecks und Brandereignissen. Der ACE empfiehlt, Prüffristen frühzeitig einzuplanen und beschädigte Bauteile unverzüglich auszutauschen.
Gasdruckregler und Schläuche unterliegen Austauschfristen
Besondere Aufmerksamkeit gilt Gasdruckreglern und Gasschläuchen. Beide Komponenten müssen spätestens nach zehn Jahren ersetzt werden. Maßgeblich ist dabei das aufgedruckte Herstellungsdatum und nicht der Zeitpunkt des Einbaus. Campinggasflaschen selbst unterliegen ebenfalls einer regelmäßigen technischen Kontrolle, die alle zehn Jahre vorgeschrieben ist. Der nächste Termin ist jeweils in den Griff eingeprägt. Aluminiumflaschen bieten aufgrund ihres geringeren Gewichts Vorteile bei der Zuladung, sind jedoch deutlich teurer als herkömmliche Stahlflaschen. Gerade bei Caravans beeinflusst das Flaschengewicht zusätzlich die Stützlast der Deichsel, weshalb Beladung und Gewichtsverteilung sorgfältig geprüft werden sollten.
Betrieb während der Fahrt nur mit geeigneter Sicherheitstechnik
Viele Reisemobile nutzen Gasgeräte auch während der Fahrt, etwa um den Kühlschrank dauerhaft zu betreiben oder den Innenraum zu beheizen. Dies ist grundsätzlich zulässig, sofern die vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind. Bei Fahrzeugen ab dem Baujahr 2007 müssen sowohl eine Schlauchbruchsicherung als auch ein Crashsensor installiert sein. Der Crashsensor unterbricht die Gaszufuhr automatisch, sobald es zu einem Unfall oder starken Aufprall kommt. Damit werden schwerwiegende Folgen einer abgerissenen Gasleitung, wie Brände oder Explosionen, verhindert.
Auslandsreisen erfordern Vorbereitung bei Gasversorgung und Anschlüssen
Auch bei Reisen innerhalb Europas unterscheiden sich Anschlüsse, Gewinde und Befüllsysteme teilweise erheblich. Wer längere Aufenthalte im Ausland plant, sollte deshalb geeignete Füll- und Entnahmeadapter mitführen. Ohne passende Adapter kann es vorkommen, dass Gasflaschen weder befüllt noch an vorhandene Druckregler angeschlossen werden können. Und: Auch bei den ausländischen Flaschen gibt es meist die Option zum Kaufen oder Leihen. Der ACE empfiehlt, vor Reisebeginn einen Blick auf die Abmessungen ausländischer Gasflaschen zu werfen, da diese teilweise von deutschen Standards abweichen.
Zwar gewinnen alternative Versorgungslösungen wie Diesel-Standheizungen, elektrische Kochfelder und Heizlüfter oder Batteriesysteme zunehmend an Bedeutung, jedoch bleibt Flüssiggas aufgrund seiner hohen Energiedichte und der europaweiten Verfügbarkeit weiterhin die wichtigste Energiequelle im Freizeitmobil.
Weitere Informationen:
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