Berlin (ACE) – Sommerreifen müssen im Alltag bei Hitze, Starkregen und plötzlichen Gefahrensituationen zuverlässig reagieren. Der ACE Auto Club Europa hat deswegen zehn Sommerreifen der Dimension 225/40 R18 XL für die Kompaktklasse intensiv und objektiv geprüft. Diese Reifengröße passt unter anderem für den VW Golf, Škoda Octavia, Seat Leon, Opel Astra oder Audi A3.
Beim Bremsen auf trockener Fahrbahn überzeugt Bridgestone
In der Disziplin Bremsen auf trockener Straße wird im Test bei 100 km/h eine Vollbremsung vollführt, um eine plötzliche Notbremsung zu simulieren. Die getesteten Pneus liegen insgesamt dicht beieinander. Den kürzesten Bremsweg erzielt der Bridgestone mit 32,85 Metern, knapp dahinter folgen Continental (33,16 Meter) und Michelin (33,37 Meter). Am längsten benötigt der Nexen mit 34,73 Metern bis zum Stillstand. Damit liegt der Letztplatzierte aber auch nur knapp zwei Meter hinter dem Bestwert. Bei der Trockenbremsung liefern also alle Reifen ein solides Ergebnis ab.
Fast vier Meter Abstand bei der Nassbremsung
Deutlich klarer werden die Unterschiede beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Dabei wird die Vollbremsung im Test bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h durchgeführt. Hier setzt sich der Continental mit 24,51 Metern an die Spitze, gefolgt von Bridgestone (24,79 Meter) und Linglong (25,38 Meter). Das Schlusslicht bildet erneut der Nexen mit 28,34 Metern. Der Abstand zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen beträgt auf nasser Fahrbahn 3,83 Meter, also eine knappe Wagenlänge.
Beim Aquaplaning dreht sich die Reihenfolge
Beim Aquaplaning zeigt sich, wie stark sich die Platzierung je nach Disziplin verändern kann. Nexen, Schlusslicht in den vorherigen Kategorien, gelangt nun aufs Treppchen und teilt sich mit Falken und Pirelli den ersten Platz beim Aquaplaning längs. Beim Pirelli tritt Aquaplaning auf gerader Strecke erst bei 82,5 km/h auf, beim Nokian Tyres bereits bei 80,1 km/h. In der Kurve werden die Unterschiede größer: Der Falken verhindert Aquaplaning am längsten (bis 71,5 km/h), während der Continental hier das Schlusslicht bildet (68,3 km/h). Die Gefahrensituation tritt damit mehr als 3 km/h früher ein.
Nexen und Linglong Schlusslichter im Trockenhandling
Im Trockenhandling werden Eigenschaften wie Seitenführung, Traktion und Lenkpräzision bewertet. Hier schneiden Pirelli, Falken, Continental und Michelin mit Bestwerten ab. Im Subjektiv-Test überzeugen die Spitzenreifen mit guter Kurvenfestigkeit, präzisem Lenkverhalten und einer sicheren und kontrollierbaren Fahrweise. Am anderen Ende des Feldes liegen Nexen und Linglong, die im Trockenhandling weniger gut abschneiden.
Enges Feld beim Fahrspurwechsel
Beim Fahrspurwechsel werden im Rahmen des Tests schnelle Ausweichmanöver nachgestellt, wie sie etwa auf Autobahnen auftreten können. Wichtig sind Reaktionsschnelligkeit, Stabilität und ein gut kontrollierbares Fahrverhalten. Hier erzielt der Pirelli die meisten Punkte. Die restlichen Testmodelle liegen eng beieinander. Auffällig ist der Nokian Tyres, der im Test negativ auffällt, unter anderem durch eine schwächere Abstützung der Hinterachse.
Platzierung kippt beim Handling auf nasser Fahrbahn
Auf dem Nasshandlingkurs ergibt sich ein anderes Bild als auf dem Trockenen. Während Pirelli und Falken zuvor zu den Bestplatzierten gehörten, landen sie im Nasshandling im hinteren Bereich. Gründe dafür sind ein weniger sicheres Fahrgefühl, mehr Unter- und Übersteuern sowie ein unpräziseres Lenkverhalten und weniger Seitenführung. Umgekehrt verbessert sich Linglong deutlich und erreicht im Nasshandling den Spitzenwert, gefolgt von Nokian Tyres und Michelin, die unter anderem mit guter Traktion aus der Kurve heraus überzeugen.
Gesamturteil: Vier Reifen „sehr empfehlenswert“
Das Ergebnis fällt knapp aus: Testsieger des ACE-Sommerreifentests ist der Michelin Pilot Sport 4S mit 141 von 170 möglichen Punkten und dem Urteil „sehr empfehlenswert“. Dahinter folgen Continental (140 Punkte) und Bridgestone (138 Punkte) sowie Falken mit 135 Punkten, die alle ebenfalls als „sehr empfehlenswert“ eingestuft werden und die beste Leistung im Sinne der Verkehrssicherheit zeigen. Die übrigen Pneus sind „empfehlenswert“, sodass die Sommerreifen im Ergebnis insgesamt eng beieinanderliegen.
Über den ACE-Sommerreifentest 2026
Reifengröße und Testfeld
Getestet wurden zehn Sommerreifen in der Dimension 225/40 R18 XL, eine verbreitete Größe für Fahrzeuge der Kompaktklasse. Im Testfeld sind Premium-, Mittelklasse- und Budget-Reifen vertreten.
Testfahrzeuge
Als Testfahrzeuge kamen drei VW Golf 8 zum Einsatz. So wurden alle Reifen auf identischen Fahrzeugen unter vergleichbaren Bedingungen geprüft.
Beschaffung und Unabhängigkeit
Um unabhängige Ergebnisse zu gewährleisten, wurden die Reifen anonym im Handel gekauft. Neuprodukte, die zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar waren, wurden direkt vom Hersteller bereitgestellt. Diese Reifen wurden vor Veröffentlichung mit Reifen aus dem Handel nachgetestet und die Ergebnisse auf Plausibilität verglichen. Waren die Abweichungen zu groß, wurde der Reifen aus dem Test ausgeschlossen.
Testorte und Messumgebung
Die Nass- und Trockentests sowie die Geräuschmessung fanden in Spanien auf dem Hakka Ring, einem Testgelände von Nokian Tyres, statt. Die Prüfung des Rollwiderstands wurden in Finnland, ebenfalls auf Areal von Nokian Tyres, durchgeführt.
Geprüfte Disziplinen und Punkteverteilung
Die Gesamtwertung umfasst maximal 170 Punkte und setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Sicherheit nass (80 Punkte), Sicherheit trocken (60 Punkte) sowie Wirtschaftlichkeit/Umwelt (30 Punkte).
- Sicherheit nass: Bremsen nass (30 Punkte), Handling nass (20 Punkte), Aquaplaning längs (20 Punkte), Aquaplaning quer (10 Punkte)
- Sicherheit trocken: Bremsen trocken (30 Punkte), Handling trocken (20 Punkte), Fahrspurwechsel (10 Punkte), Aquaplaning längs und Aquaplaning quer
- Wirtschaftlichkeit/Umwelt: Vorbeifahrgeräusch (10 Punkte), Rollwiderstand (20 Punkte).
Die beiden Kategorien „Handling trocken“ und „Handling nass“ werden im Rahmen eines Subjektivtest bewertet. Der Fahrspurwechsel ergänzt das „Handling trocken“, um auf einer mehrspurigen Strecke Autobahnmanöver nachzustellen. Ein erfahrener Testfahrer gibt seine persönliche Einschätzung zur Handhabung des Reifens beim Fahren ab. Dabei wird ein vordefinierter Testparcours abgefahren, der ein realistisches Fahrszenario simuliert. Die Topografie dieser Strecke umfasst etwa verschiedene Arten von Kurven, Geraden, Kuppen, Steigungen und Gefälle.
Messwiederholungen und Auswertung
Alle Disziplinen wurden im Rahmen des Tests mehrfach gefahren, um zufällige Ausreißer zu vermeiden. Die Bremstests wurden insgesamt acht Mal wiederholt. Der beste und der schlechteste Wert wurden gestrichen, um aus den verbleibenden Messungen den Durchschnitt zu berechnen.
Qualitätssicherung durch Referenzreifen
Zur Kontrolle der Bedingungen läuft ein Referenzreifen mit, der im Testverlauf mehrfach geprüft wurde. Verändern sich dessen Werte deutlich, deutet das auf veränderte Rahmenbedingungen, etwa eine andere Temperatur von Luft oder Asphalt, hin. In diesem Fall wird der Test abgebrochen, weil die Vergleichbarkeit der Ergebnisse nicht mehr gewährleistet ist.
Hinweis zu Preisangaben
Die in der Ergebnistabelle ausgewiesenen Marktpreise sind Durchschnittspreise, die tagesaktuell zum Redaktionsschluss am 23.01.2026 über mehrere Online-Portale ermittelt wurden. Preise können schwanken und sind im Fachhandel häufig höher.
Weitere Informationen:
>> Ausführliche Ergebnistabelle
>> Pressebilder und Footage-Material zur redaktionellen Verwendung
>> Ausführlicher Testbericht im ACE-Lenkrad
>> Ausführlicher Testbericht auf YouTube
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