ACE fordert: Notbremsassistent muss aktiv bleiben

Stuttgart (ACE) 24. November 2016 – „Bei der Verkehrssicherheit darf es keine Ausnahmen geben, vor allem nicht aus Bequemlichkeit“, betont der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, und unterstützt den Antrag des Landes Niedersachsen im Bundesrat. Danach sollen die EU-Regelungen für Notbremsassistenten und Abstandswarner in schweren Nutzfahrzeugen modernisiert und erweitert werden. „Konkret geht es darum, dass viele Trucker den Abstandswarner heute absichtlich deaktivieren, weil sie sich von den Warnsignalen genervt fühlen“, sagte ACE-Sprecher Constantin Hack. Doch deaktivierte Systeme könnten keine Leben retten. Deshalb plädiert der ACE dafür, die bisherigen Regeln zu modernisieren und verpflichtend in alle Lkw nicht abschaltbare Abstandswarner und Notbremsassistenten (Advanced Emergency Braking System, AEBS) zu verbauen. „Die Systeme sind viel intelligenter geworden, doch die Gesetze hinken weit hinterher“, so Hack. Bisher müssten Notbremssysteme Auffahrunfälle gar nicht vermeiden, sondern je nach Baujahr nur die Aufprallgeschwindigkeit um 10 beziehungsweise 20 Kilometer pro Stunde reduzieren. „Und das, obwohl es schon heute Systeme gibt, die einen Lkw sogar komplett zum Stillstand bringen können“, kritisierte der ACE-Sprecher.

Vision Zero nur mit neuesten Assistenzsystemen möglich

Laut dem Land Niedersachsen gab es allein auf niedersächsischen Autobahnen im Jahr 2015 151 Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten, an denen Lkw beteiligt waren. Bei 85 dieser Unfälle konnte der Lkw als Hauptverursacher identifiziert werden. In 61 Fällen handelte es sich um ein Auffahren auf ein Hindernis. Laut Untersuchungen hätten mit einem optimierten AEBS 86 Prozent der Unfälle und vermutlich fast alle Personenschäden vermieden werden können. „Die Zahlen zeigen deutlich, was moderne Fahrassistenzsysteme heute können. Jetzt muss sichergestellt werden, dass sie auch genutzt werden. Es darf nicht sein, dass die Systeme sich dauerhaft deaktivieren lassen. Kaum vorzustellen, man hätte solche Ausnahmen bei der Gurtpflicht, ABS oder ESP durchgehen lassen“, so Hack. Und weiter: „Wenn die Bundesregierung die Vision von null Unfalltoten und Verletzten ernst nimmt, dann muss sie Auffahrunfälle ernst nehmen und fortschrittliche Assistenzsysteme überall dort vorschreiben, wo sie erwiesener Maßen Unfälle vermeiden können.“


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