- Top-Städte bei richtiger Fahrradbeleuchtung: Leer (91 Prozent) und Kiel (90 Prozent)
- Flop-Städte bei falscher oder fehlender Beleuchtung: Mannheim (72 Prozent) und München (48 Prozent)
- Gut – aber noch nicht ausreichend: 78 Prozent mit vorschriftsmäßiger Beleuchtung
Berlin (ACE) – Der ACE Auto Club Europa hat unter dem Motto „Sehen und gesehen werden“ bundesweit überprüft, wie Radfahrende in der dunklen Jahreszeit hinsichtlich richtiger, unzureichender oder ganz fehlender Beleuchtung unterwegs sind. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht steigt die Unfallgefahr, eine korrekte Beleuchtung ist dann besonders wichtig. Erfasst wurden insgesamt 9.781 Radfahrende in 25 Städten. Das Gesamtergebnis ist weitgehend zufriedenstellend, es gibt aber auch deutliche Ausreißer in beide Richtungen: In Leer (Ostfriesland) waren erfreuliche 91 Prozent der beobachteten Radfahrenden vorschriftsmäßig beleuchtet unterwegs, Kiel folgt mit 90 Prozent. Am negativen Ende der Skala stehen Mannheim und München. In Mannheim waren 72 Prozent der erfassten Fahrräder nicht korrekt oder gar nicht beleuchtet. In München lag der Anteil fehlerhafter oder fehlender Beleuchtung bei 48 Prozent.
Mehrheit fährt mit Licht – aber 22 Prozent mit Mängeln
Insgesamt zeigt die Auswertung: 78 Prozent der erfassten Radfahrenden fuhren mit vorschriftsmäßiger Beleuchtung, 22 Prozent dagegen mit unzureichendem oder komplett fehlendem Licht. Konkret waren 10 Prozent ganz ohne Licht unterwegs, weitere 12 Prozent nur teilweise beleuchtet, also lediglich mit Vorder- oder Rücklicht. „Aus Sicht des ACE ist das ein unnötiges und großes Risiko, denn wer im Straßenverkehr nicht oder zu spät erkannt wird, erhöht die Unfallgefahr für sich selbst und andere deutlich“, sagt Sven Hübschen, Projektleiter der Clubaktion beim ACE. „Wo ‚Sehen und gesehen werden‘ ernst genommen wird, sinkt das Risiko, bei Dunkelheit, Dämmerung, Regen oder auf unübersichtlichen Strecken übersehen zu werden. Wir appellieren daher an alle Radfahrenden, Lichtmängel konsequent zu beheben. Im Regelfall lässt sich das schnell, unkompliziert und preiswert lösen.“
Kinderanhänger ohne Licht: besonderes Risiko
Ein weiterer Punkt, der den Testerinnen und Testern wiederholt auffiel, waren Kinderanhänger ohne eigene Beleuchtung und ohne Reflektoren. „Aufgrund ihrer geringen Bauhöhe können Anhänger bei Dunkelheit oder eingeschränkter Sicht leicht übersehen werden. Das birgt ein erhebliches Sicherheitsrisiko mit potenziell gravierenden Folgen für die transportierten Kinder und die Radfahrenden“, so Sven Hübschen.
Die richtige Beleuchtung
Bei Dunkelheit und eingeschränkten Sichtverhältnissen ist es unverzichtbar, dass Fahrräder mit einem weißen Frontscheinwerfer sowie einer roten Rückleuchte ausgerüstet sind. Um die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen zu erfüllen, müssen außerdem Reflektoren vorhanden sein: pro Pedal zwei gelborange, hinten ein roter und vorne ein weißer Reflektor, der im Scheinwerfer oder Rücklicht integriert sein darf. Auch die Räder müssen über Reflektoren verfügen. Dafür gibt es verschiedene zulässige Varianten: entweder je Felge zwei gelborange Reflektoren, weiße Reflektorhülsen an jeder Speiche oder einen umlaufenden weißen Ring an der Flanke jedes Reifens.
Für das Gespann aus Fahrrad und Anhänger gilt: Damit es für Autofahrende gut erkennbar ist, ist bei schlechten Lichtverhältnissen auch am Anhänger mindestens eine Rückleuchte vorgeschrieben. Zudem sind Reflektoren an den Rädern des Anhängers verpflichtend. Wie viele zusätzliche Reflektoren am Anhänger erforderlich sind, richtet sich nach seiner Breite. Der ACE empfiehlt grundsätzlich zwei weiße Reflektoren vorne und zwei rote hinten. Helle Farben sowie ein Signalwimpel an einer langen Stange erhöhen die Sichtbarkeit des Anhängers zusätzlich.
Akute Gefährdungen: Ausstattung allein reicht nicht
Registriert wurden auch akute Gefährdungen, die den Radverkehr insgesamt und nicht nur im Hinblick auf die Beleuchtung betreffen. In 210 Fällen dokumentierten die Ehrenamtlichen Situationen mit unmittelbarem Gefahrenpotenzial, darunter beispielsweise Kinder, die auf der Lenkstange transportiert wurden, sowie Rotlichtverstöße von Radfahrenden. „Wir sehen darin ein klares Signal, dass Verkehrssicherheit sowohl eine Frage der richtigen Ausstattung als auch des verantwortungsvollen Verhaltens im Straßenverkehr ist“, betont der Projektleiter der Clubaktion.
So wurde getestet
Der ACE hat eine bundesweite Zählaktion von November 2025 bis Ende Januar 2026 durchgeführt. Ehrenamtliche ACE-Testerinnen und -Tester erfassten jeweils eine Stunde lang in den dunklen Morgen- und Abendstunden in 25 Städten und Gemeinden insgesamt 9.781 Radfahrende und suchten vielerorts auch das beratende Gespräch vor Ort. Die Tests wurden an Radverkehrsschwerpunkten durchgeführt und sind Momentaufnahmen in Form von Stichproben. Orte mit weniger als 50 erfassten Radfahrenden innerhalb einer Stunde wurden nicht ausgewertet.
Die Testergebnisse im Detail:
>> Ausführliche Ergebnistabelle
>> Deutschlandkarte mit Übersicht
>> Deutschlandkarte mit Tops und Flops
Weitere Informationen:
>> Fahrrad und E-Scooter im Winter: Voraussetzungen, um sicher unterwegs zu sein
>> Ratgeber rund ums Fahrradfahren
>> Pendeln mit dem Fahrrad: So gelingt der Arbeitsweg per Rad
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