Für eine bessere Luft in den Städten: Bundesumweltministerium fördert Elektrobusse

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Gegen die schlechte Luftqualität in vielen Städten und Gemeinden könnte eine Elektrifizierung des ÖPNV helfen. Doch Elektro-Busse sind teuer. Das Bundesumweltministerium möchte mit einem Förderprogramm nun Anreize schaffen, die Busflotten im öffentlichen Personennahverkehr zu erneuern.
 

Im Zuge der Diskussion um anhaltend schlechte Stickoxidwerte und Fahrverbote, rückt auch die Forderung nach einem umweltfreundlichen Nahverkehr in den Fokus. In den letzten Jahren haben Elektrobusse große Fortschritte gemacht. Die Zeiten vom kleinen elektrischen Van, der mehrmals täglich nachgeladen werden muss, sind vorüber. Nun sind Modelle auf dem Markt, deren Reichweite deutlich gestiegen ist und die in ihren Maßen konventionellen Nahverkehrsbussen in nichts nachstehen. In Metropolen wie London versucht man schon länger die Emissionsbelastung durch alternative Hybrid- und Elektroantriebe zu reduzieren – obwohl die Anschaffungskosten im Vergleich zu einem Dieselbus doppelt so hoch sind und auch bei der Herstellung des benötigten Stroms Emissionen entstehen.

 

Hessen legte als erstes Bundesland vor

 

Einen Vorreiter gab es aber auch in Deutschland: Als erstes Bundesland förderte Hessen im vergangenen Jahr die Anschaffung von elektrischen Bussen und sagte die Kostenübernahme von 40 Prozent der Mehrkosten eines E-Busses und der benötigten Ladeinfrastruktur zu. Bei einem Volumen von fünf Millionen reichte diese Investition zwar nur für rund 30 Busse (ohne Infrastruktur) – doch trug das Fördervorhaben die Elektromobilität in die Fläche.

 

Bundesumweltministerium: nach Hybrid kommt Elektro

 

Nun fördert auch das Bundesumweltministerium die Anschaffung batterieelektrischer Busse mit Mitteln des Energie- und Klimafonds. Bislang zeigten sich die Verkehrsunternehmen aufgrund der hohen Anschaffungskosten zurückhaltend. Zwar haben Hamburg und Osnabrück angekündigt, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse kaufen zu wollen – von einer flächendeckenden Elektrifizierung kann bislang aber keine Rede sein. Nachdem das Bundesministerium bereits Hybridbusse im öffentlichen Nahverkehr förderte, soll ab sofort ein weiterer wichtiger Impuls zur Modernisierung der Busflotten gesetzt werden.

 

Gebiete mit hohen Luftschadstoffbelastungen bevorzugt

 

Schafft ein Verkehrsunternehmen mehr als fünf Elektrobusse an, fördert das Bundesumweltministerium die Investitionsmehrkosten bis zu 80 Prozent. Weiterhin sind die dazugehörige Infrastruktur sowie notwendige Maßnahmen, die zur Inbetriebnahme der Busse benötigt werden, förderfähig. Bis Ende 2021 können Verkehrsunternehmen ihre Projektskizzen einreichen und eine Förderung beantragt. Allerdings sollen vor allem in den Gebieten Elektrobusse gefördert werden, in denen die Grenzwerte für Luftschadstoffe regelmäßig überschritten werden. Bereits im September des vergangenen Jahres beschloss die Bundesregierung ein Sofortprogramm für eine bessere Luft in Städten und Gemeinden. Die bereitgestellten Mittel von einer Milliarde Euro können Kommunen ebenfalls für die Anschaffung von elektrischen Bussen nutzen. Gelder für eine Umrüstung des Fuhrparks stehen also durchaus bereit.

 

Erfolgreicher Elektrobus-Test in Stuttgart

 

In Stuttgart testete der ACE zuletzt einen Elektrobus des Herstellers Solaris im Realbetrieb. Zwei Stunden ging es mit Mitgliedern und Pressevertretern durch die baden-württembergische Landeshauptstadt. Das Fazit der Fahrgäste: Elektrobusse sind alltagstauglich, leise und komfortabel.