Fernverkehr auf zwei Ebenen: Bahn erneuert Intercity-Flotte

Bombardier TWINDEXX Vario – so lautet der etwas sperrige Name des neuen Doppelstockzuges, den die DB seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember auf der Strecke von Norddeich nach Leipzig einsetzt. Vorerst fahren nur wenige der Züge auf einer einzigen Strecke, dennoch ist das Interesse an dem zweistöckigen Fernzug groß. Das liegt zum einen daran, dass die Einführung des Zuges bereits für 2013 geplant war und wegen Problemen bei der Zulassung mehrfach verschoben wurde. Zum anderen soll der Zug Schritt für Schritt die gesamte, bis zu 40 Jahre alte Intercity-Flotte der DB ersetzen und den Fernverkehr jenseits der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken bedienen. Bis Ende 2016 liefert der Hersteller Bombardier 27 Züge, bis 2030 sollen es 120 Züge des neuen Typs IC 2 für insgesamt 1,5 Milliarden Euro sein. Seit kurzem rollt somit die Zukunft des deutschen Fernverkehrs zwischen den Städten Oldenburg, Bremen, Hannover, Magdeburg und Leipzig.

Was ist neu an den Zügen?

Das Besondere am IC 2 sind seine zwei Stockwerke. Damit passen deutlich mehr Fahrgäste in einen Wagon als bei einem einstöckigen Modell. Ähnliche Zugtypen gibt es bereits im Regionalverkehr; die neuen Fernverkehrszüge haben aber eine komfortablere Ausstattung. Die Fahrgäste können die Rückenlehne ihres Sitzes verstellen, Fußstützen und Steckdosen an ihrem Sitzplatz nutzen und ihr Gepäck in verschiedenen Ablagemöglichkeiten verstauen. Außerdem bedient eine Servicekraft sie an ihrem Platz mit Snacks und Getränken, das Bordbistro entfällt dafür.

Und was sagen die Fahrgäste?

Die Erfahrungen mit dem neuen Zugmodell fallen geteilt aus: Während sich einige Fahrgäste über große Türen, niedrige Einstiege und geräumige Fahrradabstellmöglichkeiten freuen, kritisieren andere das merkliche Schwanken des Zuges auf manchen Strecken, die steilen Lehnen der Sitze und die beengten Platzverhältnisse auf der zweiten Ebene, die insbesondere Reisenden mit Gepäck auffallen. Das Schwanken will die DB in Kürze durch Feineinstellungen an den Rädern beheben, an Bestuhlung und Raumaufteilung wird sich zunächst nichts ändern.

Der neue IC 2 – ein Gewinn für Pendler

Insbesondere für Berufspendler scheint der neue IC ein Gewinn zu sein. In Stoßzeiten profitieren sie von dem Plus an Sitzplätzen und einem schnellen Ein- und Ausstieg über die großen Türen. Da Pendler in der Regel mit kleinem Gepäck unterwegs sind, können sie sich besser im Zug bewegen. Besonders freuen dürfen sich Berufstätige in Norddeutschland, da der IC 2 zwischen Leer und Bremen aufgrund der niedrigen Taktung von Regionalzügen auch mit Nahverkehrstickets genutzt werden kann.