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Das Projekt Gute Wege

„Gute Wege“ stärkt betriebliches Mobilitätsmanagement

Das Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit“ ist im Juni 2015 gestartet und verfolgt ein klares Ziel: Die Arbeits- und Dienstwege von Beschäftigten effizient und nachhaltig zu gestalten. Hierfür fördert der ACE Auto Club Europa e.V. die Bekanntheit des betrieblichen Mobilitätsmanagements und trägt es bundesweit in die Unternehmen. „Gute Wege“ richtet sich insbesondere an betriebliche Akteure und Beschäftigte: Ob Geschäftsführungen, Personalabteilungen, Gesundheits- und Umweltbeauftragte oder Betriebs- und Personalräte – sie alle können dazu beitragen, Mobilitätsmanagement im Unternehmen erfolgreich zu verankern.

Aktionstage – Mobilität hautnah erleben

Das Projektteam von "Gute Wege" organisiert zahlreiche Aktionstage in Unternehmen. Im Rahmen der Veranstaltungen erleben die Beschäftigten Mobilität zum Anfassen. Sie können Pedelecs ausprobieren, die Fahrtauglichkeit ihres Fahrrads überprüfen lassen oder sich über die beste Route zur Arbeit mit Bus und Bahn informieren.

Schulungen und Vorträge – Betriebs- und Personalräte als Schnittstelle

Als Interessensvertretung können sich insbesondere Betriebs- und Personalräte für die Mobilität ihrer Kolleginnen und Kollegen stark machen. Zum Beispiel, indem sie Mobilitätsangebote vorantreiben, die den Geldbeutel der Beschäftigten entlasten. Der ACE unterstützt sie mit Schulungen, Vorträgen und Informationsmaterialien.

Leitfäden und Beratung – gute Wege für neues Personal

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die neu in ein Unternehmen kommen, umziehen oder den Betriebsstandort wechseln, müssen ihre Wege neu organisieren. In dieser Situation sind sie besonders offen für Tipps und Empfehlungen zur Mobilität. Im Rahmen des Projekts „Gute Wege“ werden entsprechende Beratungen für Beschäftigte entwickelt und erprobt.

Workshops und Konferenzen – Erfahrungen teilen und diskutieren

Welche Hürden und Herausforderung gibt es bei der Einführung von betrieblichem Mobilitätsmanagement? Wie sehen konkrete Lösungen aus? Und welche Bilanz ziehen Unternehmen, die das Konzept bereits erfolgreich umgesetzt haben? Workshops und Konferenzen bieten den idealen Rahmen, um Fragen und Erfahrungen rund um die Mobilität von Beschäftigten zu diskutieren. Das Projektteam bringt Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen und fördert den Austausch zu Mobilitätsthemen.

Online-Portal – immer gut informiert

Ein umfangreiches Online-Portal ergänzt das Informations- und Serviceangebot des Projektes. Hier finden Interessierte neben Branchen- und Projektnews weiterführende Materialien zum betrieblichen Mobilitätsmanagement sowie ein Glossar, das die wichtigsten Begriffe erläutert.

Projekt Gute Wege


Projektteam "Gute Wege"
Märkisches Ufer 28
D-10179 Berlin

Fachkonferenz zum betrieblichen Mobilitätsmanagement

Am 8. Mai 2018, 11 Uhr bis ca. 18 Uhr (anschließend Buffet) findet im Tagungswerk Berlin, Lindenstraße 85, 10969 Berlin die Fachkonferenz zum betrieblichen Mobilitätsmanagement statt.

Zur Anmeldung

Mobilitätsmanagement

Warum Mobilitätsmanagement?

Stressfaktor Pendeln

Die Arbeitswelt verändert sich. Ein Wandel, der für viele Beschäftigte mit zunehmender Mobilität verbunden ist: Lange Arbeitswege, häufige Dienstreisen und möglichst große Flexibilität gehören zu den täglichen Herausforderungen.

Gerade Beschäftigte, die mit dem Pkw unterwegs sind, erleben die Fahrten oft als stressig. So empfindet laut einer Untersuchung des Kölner Forschungsinstituts Psychonomics ein Viertel der Autofahrerinnen und Autofahrer regelmäßig Stress am Steuer. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) fand heraus, dass sich bei 95 Prozent der Blutdruck bei Staus und stockendem Verkehr erhöht. Dennoch steht der Pkw hoch im Kurs.

Im Durchschnitt 17 Kilometer zur Arbeit

Im Berufsverkehr werden 80 Prozent aller gefahrenen Personenkilometer mit dem Auto zurückgelegt. Dabei sitzen laut Zahlen des Bundesverkehrsministeriums von 2012 über 94 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer alleine in ihrem Wagen.

Der durchschnittliche Arbeitsweg hat eine Länge von 17 Kilometern. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mit dem eigenen Pkw zur Arbeit fahren, bedeutet das Spritkosten, die sich auf mehrere hundert Euro im Jahr summieren. Die Folgekosten für die Pkw-Nutzung betragen mehrere Tausend Euro.

Mit dem Pkw zur Arbeit: eine Herausforderung für Betriebe

Auch für Betriebe führt der hohe Pkw-Anteil beim Berufs- und Geschäftsverkehr zu Belastungen. So kostet die Errichtung eines ebenerdigen Pkw-Stellplatzes ca. 2.000 bis 3.500 Euro. Bei einem Tiefgaragenplatz sind es sogar zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Hinzu kommen Grundstücks- und Bewirtschaftungskosten. Für eine profitablere Nutzung stehen diese Flächen dann nicht mehr zur Verfügung.

Zum teuren Parkraum kommen weitere Effekte: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf dem Weg zum Kunden im Stau stehen, verlieren wertvolle Arbeitszeit. Stress, mangelnde Bewegung und Unfälle führen zu erhöhten Krankenständen in der Belegschaft.

Lösung Mobilitätsmanagement

Entspannt zur Arbeit

Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein innovatives Instrument, mit dem Unternehmen den Pkw-Verkehr an ihrem Standort effektiv reduzieren können. Beim Berufsverkehr zielt Mobilitätsmanagement darauf, das Mobilitätsverhalten von Beschäftigten zu beeinflussen. Um dies zu erreichen, werden die Alternativen zum Pkw, wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Fahrgemeinschaften, gezielt attraktiver gestaltet.

Um erfolgreich zu sein, muss Mobilitätsmanagement gut auf die Bedürfnisse der Beschäftigten und die Bedingungen am Standort eines Unternehmens ausgerichtet werden. Am Anfang steht daher stets eine Analyse der Ausgangssituation. Auf dieser Basis lassen sich konkrete Anreize und verbesserte Rahmenbedingungen für Bus und Bahn, Fahrrad und Fahrgemeinschaften schaffen. Von den Vorteilen profitieren sowohl die Beschäftigten als auch die Betriebe.

Das Spektrum der möglichen Maßnahmen ist groß und reicht von attraktiven Jobticket-Angeboten über das Leasing von Diensträdern bis zur Einführung moderner, web- oder Smartphone-gesteuerter Mitfahrbörsen. Oft haben bereits kleine Schritte einen großen Effekt, wie die Beleuchtung des Fußwegs zur Haltestelle oder die Öffnung einer Einbahnstraße für Fahrradfahrer. So individuell wie die Betriebe sind auch die Mobilitätslösungen. Eine erste praktische Orientierung mit einem bunten Strauß an möglichen Maßnahmen bieten unsere Aktionstage.

Ein Erfolgsmodell mit vielen Vorteilen

Dabei sollte jedoch klar sein: Insbesondere in ländlichen Räumen gibt es mitunter keine attraktiven Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Pkw. Hier können Betriebe zum Beispiel Fahrgemeinschaften fördern. Sie können sich auch für eine Verbesserung des Angebots mit öffentlichen Verkehrsmitteln stark machen. Der Anspruch von Mobilitätsmanagement ist es aber nicht, alle Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umstieg zu bewegen. Vielmehr geht es darum, dass diejenigen umsteigen, für die sich sinnvolle, bezahlbare und attraktive Alternativen aufzeigen oder schaffen lassen.

Die Ergebnisse aus bisherigen Projekten zeigen: Mobilitätsmanagement wirkt. Führt ein Unternehmen das Instrument ein, lassen im Durchschnitt 20 Prozent der Pendler das eigene Auto stehen oder schließen sich zu Mitfahrgelegenheiten zusammen.

Sie wollen noch mehr erfahren? In unserem Flyer "Nachhaltige Mobilität für Beschäftigte" finden Sie weitere Informationen zu den Potenzialen und Chancen von Mobilitätsmanagement.

Wer profitiert?

Betriebliches Mobilitätsmanagement zahlt sich aus

Beschäftigte, die gemeinsam, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen, können Geld und Zeit sparen. Bei der Fahrt mit dem Fahrrad tun sie auch Gutes für ihre Gesundheit: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) reichen bereits 30 Minuten moderate körperliche Bewegung an fünf Tagen pro Woche aus, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes um 50 Prozent zu verringern. Ähnliche Effekte sind belegt für die Risiken, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an einer Depression zu erkranken. Auch die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mit Fußwegen verknüpft und sorgt so für Bewegung.

Betriebe, die ihre Beschäftigten beim Umstieg vom Pkw unterstützen, können ebenfalls profitieren, vor allem durch einen geringeren Parkraumbedarf. Mit Mobilitätsmanagement zeigen Unternehmen aber auch, dass sie die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst nehmen und sich für ihr Wohlergehen einsetzen: ein entscheidender Vorsprung im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Wer profitiert: Die Vorteile auf einen Blick

Beschäftigte

  • sparen Kraftstoffkosten, 
  • profitieren von positiven Gesundheitseffekten durch weniger Stress und mehr Bewegung,
  • können sich bei gemeinsamen Fahrten mit den Kollegen austauschen und entspannen,
  • kommen in vielen Fällen schneller an ihr Ziel,
  • profitieren von attraktiven Mitarbeiterangeboten, zum Beispiel einem hochwertigen Dienstrad, das auch privat genutzt werden darf oder von einem Jobticket, mit dem sie abends oder am Wochenende weitere Personen kostenlos mitnehmen können.

Unternehmen

  • sparen Kosten für Parkraum und können diesen werthaltiger nutzen,
  • senken den Krankenstand in der Belegschaft,
  • verringern die Zahl der Wegeunfälle im Pkw-Verkehr,
  • steigern die Zufriedenheit ihrer Beschäftigten,
  • fördern den Kontakt und Austausch ihrer Beschäftigen auf dem Weg zur Arbeit
  • stärken ihre Attraktivität als Arbeitgeber,
  • verbessern die Erreichbarkeit des Standortes,
  • verbessern ihre CO2-Bilanz.

Der Weg zum Ziel

In vier Schritten zum Ziel

Betriebliches Mobilitätsmanagement zielt darauf ab, die Verkehrsmittelwahl der Beschäftigten zu beeinflussen. Dies erfordert ein systematisches Vorgehen. Es gibt Maßnahmen, die fast immer einen großen positiven Effekt haben – beispielsweise attraktive Jobticket-Angebote. Andere Optionen zeigen sich erst bei genauem Hinsehen. Für Unternehmen, die das volle Potenzial von Mobilitätsmanagement ausschöpfen wollen, empfiehlt es sich daher, zumindest in der Startphase die Unterstützung eines professionellen Mobilitätsmanagement-Beraters in Anspruch zu nehmen.

Mobilitätsmanagement lässt sich zum Beispiel in vier Schritten erfolgreich umsetzen:

Schritt 1: Die Ausgangslage analysieren

Damit die Maßnahmen zum Standort und den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passen, bedarf es zunächst einer umfassenden Analyse. Hierzu gehören vor allem eine gründliche Untersuchung der verkehrlichen Rahmenbedingungen und Angebote am Standort und eine Befragung der Beschäftigten. Eine Analyse der Wohnstandorte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann genaueren Aufschluss über ihre Wege geben. Ziel ist es, so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Nur so können klare Aussagen über die Mobilitätsgewohnheiten und -bedürfnisse der Beschäftigten und über die Möglichkeiten am Betriebsstandort getroffen werden. Im Zentrum stehen dabei folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Entfernung zwischen dem Wohnort der Beschäftigten und ihrem Arbeitsplatz und welche Verkehrsmittel nutzen sie, um diese zu bewältigen?
  • Wie lange dauern die täglichen Fahrten?
  • Wie gut ist der Unternehmensstandorts an den öffentlichen Nahverkehr angebunden? Wie weit sind die nächsten Haltepunkte entfernt und wie regelmäßig werden sie bedient?
  • Warum nehmen viele Beschäftigten den Pkw für den Weg zur Arbeit? Nutzen sie das Auto auf ihrem Arbeitsweg auch zu anderen Zwecken wie Einkauf oder Kindertransport?
  • Gibt es Regelungen zur Verkehrsmittelwahl bei Dienstreisen?
  • Setzt das Unternehmen bereits Instrumente wie Umwelt- und Qualitätsmanagement ein, an die sich beim Mobilitätsmanagement möglicherweise sinnvoll anknüpfen lässt?

Schritt 2: Geeignete Maßnahmen entwickeln

Auf Grundlage der erhobenen Daten erhält das Unternehmen ein systematisches Bild vom Mobilitätsverhalten seiner Beschäftigten und kann erkennen, an welchen Punkten und in welche Richtung Veränderungen möglich sind. Der Wohnort der Beschäftigten, die Topografie und das Radwegenetz zeigen etwa, wie erfolgreich Maßnahmen zur Förderung der Fahrradnutzung sein können. So könnte es sinnvoll sein, bei längeren Wegen oder starken Steigungen den Fokus eher auf E-Bikes oder Pedelecs zu legen. So individuell wie die Unternehmen, sind die Maßnahmen.

Schritt 3: Maßnahmen umsetzen

Nach der Planung geht es an die Umsetzung. Spätestens jetzt müssen auch Zuständigkeiten und Ressourcen geklärt sein. Mobilitätsmanagement braucht „Kümmerer“: Unternehmen müssen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter bestimmen, die sich dauerhaft mit dem Thema Mobilität befassen und die auch nach der Maßnahmenplanung an der Umsetzung, Evaluation und Weiterentwicklung festhalten.

Der Investitionsbedarf für die Umsetzung hält sich in der Regel in Grenzen, liegt doch der Schwerpunkt des Mobilitätsmanagements bei „weichen“ Maßnahmen: Koordination, Kommunikation und Service. So gilt es nun beispielsweise, sich mit Kommunen und Verkehrsunternehmen und -verbünden zusammen zu setzen, um die Fahrpläne im öffentlichen Verkehr und die Schichtzeiten im Betrieb besser in Einklang zu bringen. Andere Maßnahmen können sogar unmittelbar zu einer finanziellen Entlastung führen – wie das Leasing von Dienstfahrrädern für Beschäftigte, bei dem Lohnnebenkosten gespart werden können.

Wichtig ist auch die Kommunikation nach innen. Die Beschäftigten sollten regelmäßig über Angebote im Bereich Mobilität informiert, auf dem Weg zu einer effizienteren Mobilität mitgenommen und zur aktiven Beteiligung motiviert werden. Bewährte Instrumente sind Mobilitäts-Aktionstage oder Mobilitäts-Wettbewerbe. So kann Mobilitätsmanagement erfolgreich verankert werden.

Schritt 4: Wirkungen messen und Erfolge kommunizieren

Wie haben die Beschäftigten auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert? Wie viele sind auf alternative Verkehrsmittel umgestiegen? Oder sind womöglich neue Probleme entstanden? Mithilfe einer Evaluation kann ein Unternehmen feststellen, ob es die gesteckten Ziele erreicht hat und welche Nachbesserungen nötig sind.

Genauso wichtig wie die Überprüfung der Ergebnisse ist deren Kommunikation, insbesondere wenn ein Betrieb konkrete Erfolge verbuchen kann. Am wichtigsten ist dabei der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nur wenn ein Betrieb sie kontinuierlich einbindet, können sie den Prozess aktiv mitgestalten und dahinter stehen. Dem Thema Mobilität gebührt daher ein angemessener Platz im Intranet oder in anderen Medien der internen Kommunikation.

Fortschritte und Erfolge im Mobilitätsmanagement bieten auch gute Anlässe für die Pressearbeit und den öffentlichen Auftritt. Nicht zuletzt ist das Thema prädestiniert für den Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens.